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Gedanken zur Schwarzarbeit!
Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 26.12.2006 @ 22:09 In Gedanken | 1 Kommentar
Auch Schwarzarbeit ist Arbeit, nur nicht Gesetzkonform!
[1] Leider ist der Beitrag gesperrt. Aber Schwarzarbeit ist schon ein interessantes Thema. Zum Artikel „Im Jahr finden bis zu 300 Kontrollen statt“ in der Mitteldeutschen Zeitung, vom 22.12.2006, Seite 9, Quedlinburger Hartz Bote.
Nun, der Kampf gegen die Schwarzarbeit wird von der Wirtschaft unterstützt, aber nur sofern die Wirtschaft nicht von der Schwarzarbeit profitiert. Denn beim Gewinn hört die Freundschaft auf, auch zum Gesetz und zu jenen, welche es durchsetzen müssen, das Gesetz.
Es wird kontrolliert, als ob Kontrolle alles richten könnte, es werden Bußgelder verhängt, als ob dieses abschrecken würde. Und besteht wirklich die hohe Schule der Schwarzarbeit im Hausmeisterdienst, und in der Kfz-Pflege? Sind nicht gerade dieses Tätigkeitsfelder, auf welchen sich jeder begeben kann, wenn er nicht mehr weiter weiß? Ich AG´s oder andere geförderte Selbständigkeiten machen es möglich und schaue da, welche Gewerbe haben Hochkonjunktur, jene, welche mit geringer Qualifikation zu realisieren sind. Der Schein trügt all zu oft, aber ohne dem entsprechenden Schein funktioniert in diesem Lande eben nicht viel, zumindest ist man erheblichen Einschränkungen unterworfen, auch wenn es EU-weit oft anders aussieht. Im Handwerk hat sich einiges geändert, es wurden Gewerke geöffnet und Standesrecht geschliffen. Auch sei zu bedenken, dass manch ein Gewerbe/Gewerbeanmaldung nicht gerade wenig Geld kostet und aus diesem Grund oft auf die billigere Alternative zurückgegriffen wird.
Nur alle Kontrollen, alle Bußgelder helfen wenig, wenn nicht an die Ursachen gegangen wird. Warum arbeiten Menschen schwarz, also außerhalb des gesetzlichen Rahmens?
Der Bericht beschäftigt sich mit der gewerblichen Schwarzarbeit, es besteht ein Gewerbe, aber es werden Tätigkeiten ausgeübt, welche die Grenzen des Gewerbes, entsprechend Anmeldung, überschreiten, also der angesprochene Hausmeisterservice, welcher Rohbauten für Einfamilienhäuser errichtet, oder eben der Autopflegedienst, welcher auch Reparaturen durchführt. Warum ist solches möglich?
Und dann gibt es noch Schwarzarbeit, welche ohne Gewerbe und Einhaltung rechtlicher Bestimmungen realisiert wird, vielfältig sind die Möglichkeiten und ich würde auch sagen, keine schlechten Wachstumsraten, was aus der Aussage zu schlissen ist, das die Dunkelziffer wesentlich größer ist und das es so ist, liegt natürlich am Mangel an Kontrollpersonal. Aber warum gibt es Schwarzarbeit, und warum nimmt sie zu? Liegt das etwa am mangelnden Kontrollpersonal? Stelle man mehr ein, schafft zum einem Arbeitsplätze, und Schluss wäre es mit der Schwarzarbeit! Genial, aber funktioniert nicht, und warum nicht? Mit Schwarzarbeit kann man Geld verdienen, viel Geld verdienen, leider haben die Schwarzarbeiter meistens am wenigsten davon. Aber was soll es, bestraft werden sie, und die Karawane zieht weiter. Und wenn der Sachgebietsleiter feststellt, das Schwarzarbeit keine Bagatelle sei, so hat er recht, für viele Menschen ist es die einzig realistische Lebensgrundlage, neben Hartz IV, nur ist das am verwerflichsten, wie dem Artikel zu entnehmen ist und wird am härtesten bestrafft, die großen Schwarzarbeiter, haben ihre Schwarzarbeit schon lange legalisiert und können ihre Zuverdienste ungeschoren einstreichen. Da gibt es zum Beispiel die verschiedensten Bundestagsabgeordneten, welche vom Steuerzahler gut bezahlt werden, damit sie für ihn im Parlament Politik machen, und was machen diese Damen und Herren, sie sitzen noch in den verschiedensten Gremien, der Wirtschaft zum Beispiel und lassen sich dafür auch noch bezahlen. Nur eigentlich bekommen sie ja nicht umsonst solch, nicht gerade geringe, Diäten, dafür sollten sie auch arbeiten, und das für ihren Arbeitgeben, aber sie dürfen sich mehrere Arbeitgeber leisten und über mehrere Einkommen verfügen, im Gegensatz zu vielen Geringverdienenden Normalbürgern, welchen von ihren Arbeitgebern oft ein anderes Beschäftigungsverhältnis untersagt wird, sie sollen für ihren Arbeitgeber immer und uneingeschränkt zur Verfügung stehen, und das für vielleicht 400,-€ im Monat und wenn es noch geht nur befristet. Der Idealboden für Schwarzarbeit und die „Großen“ machen es ja vor, mit dem Unterschied, das der eine es nicht braucht, zum leben und der andere ohne dem nicht existieren kann.
Aber wachsende Schwarzarbeit ist vor allem ein Ergebnis des Vorherrschenden Politikverständnisses, die praktizierte neoliberale Globalisierung fordert ihren Tribut. Die immer weitere Ausbreitung von Schwarzarbeit ist auch nur dem Billigstreben geschuldet, eine Reaktion auf eine scheinbar unausweichliche Situation und den Verkauf der Arbeitskraft zu immer niedrigen Preisen. Eine Spirale ohne Ende, jedenfalls wird mehr Kontrolle, härtere Sanktionen sie nicht beenden.
Die zwei Seiten der Schwarzarbeit, einer der schwarz arbeitet und einer der schwarzarbeiten lässt, beim ersten wird angesetzt, der zweite wäscht seine Hände in Unschuld.
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