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Eine wahre Geschichte.
Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 19.1.2007 @ 01:12 In Tätigsein | 1 Kommentar
Bewerbung bei einem Bäcker, oder wie Lohnkosten schon unter Hartz IV Niveau fallen.
Eine Arbeit ist zu vergeben, als Verkäuferin bei einem Bäcker, war unter Stellenanzeigen in der Zeitung zu lesen, von der Arbeitsargentur geschaltet.
Auf der Suche nach Arbeit, erkundigte sich eine Frau nach den Möglichkeiten, ob eine Bewerbung über das Arbeitsamt eingesandt werden muss, oder der direkte Kontakt gewünscht wird. Der direkte Kontakt sollte es sein und die Frau, welche für bestimmte Tätigkeiten „überqualifiziert“ ist und für andere Tätigkeiten zu alt, bekam die Telefonnummer und vereinbarte einen Termin zur Vorstellung.
Dieser Termin war und fand in Bad Suderode statt, um 18.30Uhr, in der Bäckerei, nicht so einfach, denn ihr Mann hatte das Auto und konnte nicht rechtzeitig zu Hause sein, um das Kind zu betreuen.
Nun, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, es fand sich eine Nachbarin, welche das Kind betreute und ihr das Auto lieh. So konnte die Frau den Termin wahrnehmen und wie es ihrer Gewohnheit entspricht, war sie pünktlich.
Im Verlauf des Gespräches stellte sich heraus, das es um eine Vollzeitbeschäftigung ging und an jedem zweiten Samstag zu arbeiten währe, kein Problem, arbeiten ist sie gewohnt und die Zeiten sind für den Handel normal, läst sich alles einrichten.
Aber mehr als 500,-€ könne der Bäcker nicht zahlen!
Damit hatte sich dieses natürlich erledigt, mit diesem Einkommen, brutto, währen vielleicht die Unkosten zu decken, welche mit der Tätigkeit verbunden sind, mehr aber nicht, also geht die Suche weiter.
Ich frage mich wirklich, wie weit denken solche Unternehmer?
Mit diesem Einkommen, kann man sich nicht einmal die Produkte leisten, welche man verkauft und da jammern solche Unternehmer, das sie keine Umsätze machen, wie auch, wenn Menschen für ihre Arbeit immer weniger Geld bekommen.
Ist genauso wie eine Beschäftigung in einer Boutique, für 5,-€ die Stunde. Verlangt wird, dass man entsprechend gekleidet ist. Ist aber ohne „Sponsor“, mit diesem Einkommen allein, nicht möglich.
Nun die Welt ist klein und die Erde rund, wer sich wundert, das Menschen, welche für ihre Arbeit, so gering entlohnt werden, das sie nicht mal das Nötigste zum Leben haben, nicht überschwänglich konsumieren, soll weiter seinen Illusionen hinter her jagen, die Realität wird ihn einholen.
Übrigens hatte selbige Frau, vor geraumer Zeit, ein Gespräch mit einem Unternehmer, welcher nur einstellen wollte, wenn es Förderung vom Arbeitsamt bekäme.
Nun bin ich der Meinung, das, wenn Arbeitskräfte über das Arbeitsamt subventioniert werden, sie mit Auslauf der Förderung auch wieder ihre Arbeit verlieren, Beweise gibt es genug, aber auch Ausnahmen, welche wie üblich die Regel bestätigen.
Wenn ein Unternehmen Arbeitskräfte benötigt, so wird die Arbeit sie nähren und wenn besagter Unternehmer, soviel Geld in sein Unternehmen investiert hätte, wie in sein Auto, erzählte mir die Frau, … aber was soll es, der Mensch muss eben Prioritäten setzen und Status zeigt gegebenenfalls Wirkung.
In einem Jahr Arbeitslosigkeit, ohne Bezüge, da die Frau über 4 Jahre selbständig war, hat sie viel erfahren müssen, das Angebot des Bäckers, war das schlechteste, welches ihr widerfahren ist.
Bei einem durchschnittlichen Monat, wäre das ein brutto Stundenlohn von unter 3,-€. Dagegen ist ja Hartz IV fast Luxus, wobei da auch keine Fahrtkosten zur Arbeit, keine Kosten für Arbeitsbekleidung, Kinderbetreuung etc. anfallen und aus diesem Grund möchte die bestimmende Politik wahrscheinlich auch noch Hartz IV kürzen, damit die Menschen für solche Hungerlöhne arbeiten gehen.
Die Realität hat Hartz IV schon überholt und die Politik hinkt den Tatsachen, wie so oft, hinterher.
Traurig.
Aber es wird sich jemand finden, welcher für dieses Geld arbeiten geht und somit dieses System stützen, es rechtfertigen und legalisieren.
Es wird festgestellt werden müssen, dass am Ende nichts übrig bleibt, außer Arbeit und Lebensqualität völlig auf der Strecke bleibt.
Wir leben in einer Zeit, wo die Arbeit nur noch einen Hauch von Sicherheit bietet, wenn Geld mitgebracht wird.
Dieses Land setzt Maßstäbe, wenn es um Sozialabbau, um den Abbau von Rechten, für den „Normalbürger“ geht und wenn dieses Land auch in diesem Fall nicht Weltmeister ist, Europameister ist es alle mal.
Gruß
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