Ein Volk von Gewinnern!
Sind wir ein Volk von Gewinnern?
Eigentlich ja, wenn ich so schaue, was einen am Tage so alles an Gewinnen offeriert wird und das ja nicht nur mir, nein, es sind viele davon betroffen. Wenn ein Tag zu Hause verbracht wird, klingelt das Telefon öfter, nun ist Unhöflichkeit nicht gerade eine ausgeprägte Eigenschaft und wer weiß schon wer da einen anruft und auf dem Display ist es auch nicht immer ersichtlich.
Es klingelt, der Hörer wird abgenommen und der, die, das am anderen Ende der Leitung begrüßt, wie schon gesagt, man ist ja nicht Unhöflich und was bekommt man zu hören? „Wir gratulieren Ihnen, Sie wurden von unserem Computer ausgewählt und haben gewonnen, rufen Sie bitte …“, und ich lege auf. Eine Gewinnmitteilung vom Band, oder, ich weis nicht von welchem Speichermedium. Da ich mir die Nummer nicht mehr angehört habe, habe ich vielleicht fahrlässig auf einen Gewinn verzichtet, aber was soll es, der nächste Anruf kommt bestimmt. Er lässt auch nicht lange auf sich warten und wieder ist es ein unpersönlicher Telfonsklave, welcher mitteilt, das ich gewonnen habe und ich höre mir die Telefonnummer an, im Kleingedruckten höre ich, das die Gebühr, pro Minute, nicht gerade gering ist und verzichte abermals auf meinen Gewinn. Wer weiß, eventuell hätte ich meinen Status, des Dorfärmsten, erheblich verbessern können, aber erstmal hätte jemand anderes Verdient, an der Gebühr für den Anruf und das gönne ich jenem, welchen, nicht, ein egoistische Zug von mir, aber irgendwelche Egoismen muss man sich schon leisten, am besten die, welche man selbst bestimmt. Aber Egoismus hin und Egoismus her, der nächste Anruf löst nicht lange auf sich warten. Das Telefon klingelt und ich werde gefragt, ob ich an einer Umfrage, zur Gesundheit, beteiligen möchte, es würde nur zwei Minuten dauern. Soviel Zeit könnte ich gerade noch aufbringen und auf der anderen Seite ist ein echter Mensch zu hören, ich stimme zu und es werden mir Fragen gestellt, zur Gesundheit. Eine Frage, „trinken sie Wein“, „ja, gelegentlich, sollte es schädlich sein, schädige ich damit etwa meine Gesundheit“, frage ich zurück. “Weiß ich nicht, ich führe nur die Befragung durch”, erhalte ich zur Antwort, es folgen noch par weitere Fragen und mein Gegenüber bedankt und verabschiedet sich.
Nun muss ich aber etwas tun und beginne Aufzuräumen, als ich mir den Staubsauger schnappe und den Stecker in die Steckdose stecken möchte, klingelt das Telefon erneut, ich begebe mich schnell zum Apparat, da nach 2 x Klingeln, die Rufumleitung aktiv wird und die Verbindung zu meinem Handy mir Geld kosten würde, ich schaffe es und wieder habe ich gewonnen, eine Uhr und die Stimme ist echt, kommt nicht vom Band und ich erfahre, das man mir die Uhr am soundsovielten vorbeibringen möchte, wenn es mir denn am besten passen würde, ob um 10.00 Uhr oder lieber um 13.00 Uhr, bei dieser Gelegenheit könnte ich eine kostenlose Weinprobe genießen. Leider habe ich am soundsovielten keine Zeit und außerdem habe ich gerade an einer Umfrage zur Gesundheit teilgenommen, wo auch nach dem Konsum von Wein gefragt wurde und ich nun denn verdacht habe, das das Trinken von Wein gesundheitsschädlich sein könnte, und ich erst einmal davon abstand nehmen möchte. Mein Gegenüber bedankt sich, wahrscheinlich ist er froh eine Uhr nicht ausliefern zu müssen und verabschiedet sich. Ich begebe mich zum Staubsauger, stecke den Stecker in die Steckdose und fange an zu saugen, bis ich das Klingeln des Telefons höre, aber zu spät, die Rufumleitung ist aktiv und mein Handy beginnt zu klingeln, ich schaue rauf und muss feststellen das es eine mir bekannte Rufnummer ist. Ich drücke trotzdem weg, zu teuer und rufe die Nummer vom Festnetz zurück, das Gespräch dauert ca. 15 Minuten, nach dem Auflegen, begebe ich mich wieder zum Staubsauger und schaffe es die Arbeit, ohne weitere Störungen, zu beenden. Nachdem ich die Hausarbeit erledigt habe, begebe ich mich an meinen Computer, um etwas zu arbeiten.
Es vergeht ein wenig Zeit und das Telefon klingelt wieder, diesmal ist es ein Weingut, welches mir bekannt ist, und von dem wir auch schon gekauft haben, ist immer eine nette Unterhaltung, aber zur Zeit läst es meine finanzielle Situation nicht zu, Wein in dieser Qualität zu ordern, zum Ende des Jahres vielleicht wieder und wieder waren 20 Minuten weg. Aber was soll es, ich arbeitetet weiter, bis das Telefon wieder klingelte und mir die unglaubliche Offerte gemacht wurde, umsonst Lotto zu spielen, mit System und optimalen Gewinnmöglichkeiten, langsam wurde es mir doch zu Bund und ich lehnte ab und legte auf. Anschließend konnte ich in Ruhe weiterarbeiten, bis es an der Tür klingelte und der Postbote fragte, ob ich ein Paket, für die neben uns wohnende Familie, entgegennehmen könne, sicher und ich begab mich zum Eingang, nahm das Paket entgegen und deponierte es im Flur.
So geht es einem, gelegentlich und im Schnitt ereilen einem zwei bis drei solcher Anrufe am Tag, heute hat sich einiges gesammelt, wahrscheinlich und ich möchte nicht wissen, wie viele Gewinne mir schon durch die Lappen gegangen sind, nur weil ich sie rundweg abgelehnt habe, andererseits, wohin mit den ganzen Zeug, meistens Made in China, oder Taiwan, oder sonst woher und erstmal die entgangenen Lottogewinne, welche mir, auf Grund meiner Ignoranz nicht zufielen, was machen mit dem vielen Geld, was da hätte sein können?
Ja, wir sind schon ein Volk von Gewinnern, Gewinne und Gewinnmöglichkeiten werden uns gradewegs aufgedrängt und anstatt unser Glück beim Schopfe zu packen, ignorieren wir es, da brachen wir uns auch nicht zu wundern, wenn es uns nicht so gut geht, wie es eigentlich gehen könnte, nutzen wir nicht allzu oft die Freiheit „nein“ zu sagen? Ich werde mal drüber nachdenken.
Oder ist wirklich etwas dran, wenn gesagt wird, „wer schon hat, dem wird gegeben“, und sollte das vielleicht nur daran liegen, das, „wer nicht hat, es nicht versteht, zu nehmen“?
Wie dem auch sei, Hauptsache gesund.
Und Tschüß!
P.S. Nun habe ich ja nur die Gewinnmöglichkeiten berücksichtigt, welche einen so über das Telfon avisiert werden und da nicht einmal alles, ganz zu schweigen, den davon habe ich geschwiegen, was man so alles im Briefkasten für Offerten, oder in diversen Zeitungen und Zeitschriften, vom Internet mal ganz abgesehen, wo einen ein Gewinn offeriert wird, auf Grund des Öffnens einer Seite und der willkürlichen Auswahl eines Computers, nun wie der Zufall es möchte, jedes Mal, wenn man diese Seite öffnet, wählt einen der Computer, natürlich rein zufällig, aus, findet. Das schlimme ist wohin mit den ganzen Autos? Auch Gewinnspiele und Möglichkeiten im Rundfunk sollten nicht verschwiegen werden, so kann man durchaus viele schöne Sachen gewinnen, wenn einen der Weg, zufällig, in ein Einkaufszentrum führt, wo der Sender sich gerade präsentiert, rein Zufällig natürlich, wird das auch wenigstens eine Woche vorher angekündigt, damit der harte Kern der Gewinner, dem Tross auch folgen kann. Was es da nicht alles so gibt!
Maximaler Verdienst bei minimalem Zeitaufwand…
“[...]Ein Volk von Gewinnern! « Was so bewegt![...]“…
uwtgIPim…
Ein Volk von Gewinnern! « Was so bewegt!…
FXpHegZE…
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