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Auf dem Markt usw.

Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 31.3.2007 @ 18:48 In Essen/Rezepte | Keine Kommentare

Auch Fisch

Auf dem Markt usw.   

  

Heute waren wir auf dem Markt, da wir morgen Gäste zu einem späten Frühstück erwarten, zu Neudeutsch: Brunch.
Elf Personen werden so erwartet und ich habe mir vorgenommen, die Gäste mit Fisch zu bewirten. Dises hat aber Zeit und die braucht es auch, um 11.00Uhr geht es los, wie üblich werden so gegen halb 12 alle da sein und es beginnt mit einem klassischen Frühstück, Brot, Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade, Salate etc. schön gemütlich, wir haben ja Zeit, den die sollte schon ein jeder mitbringen.
Aber ich weiche ab, eigentlich war ich auf dem Markt, um für den Brunch einzukaufen, Salate, Zwiebeln, Fenchel und anders Gemüse, aber auch Obst, das bekamen wir alles. Das Gemüse kauften wir am Ökostand, zum Teil, alles war da nicht zu bekommen, wir nahmen auch zwei Salattüten mit, diese enthalten immer eine interessante Mischung.
Eine dieser Tüten läuft unter der Bezeichnung „Indianische Salattüte“, war uns nicht neu, schon letzte Woche hatten wir eine mitgenommen und uns einen herrlichen Salat gezaubert. Dieses mal gab es noch ein Infoblatt zur Tüte, und um dessen Inhalt sollte es hier eigentlich gehen und nicht um den Brunch, aber wie es so ist, im Vorgeschmack, neigt man schon zum Schwärmen, in Erwartung was da kommen möge. Vor allen, wie das Essen ankommt, was wir gedenken zu bereiten. Aber dazu später mehr, erst einmal zum „Beipackzettel“:
Rezepte für die Indianische Salattüte, so die Überschrift, ich hatte letzte Woche den Inhalt der Tüte genommen, gewaschen und entsprechend zerkleinert in eine Schüssel gegeben, Oliven dazu, eine Tomate zerschnitten und einige Gurkenscheiben, abgerundet habe ich den Salat dann mit einem Balsamico – Senf Dressing, welches ich schnell, mit ein par Tropfen Olivenöl, zusammengerührt habe, gut durchmischt, dazu eine Scheibe Brot mit Butter oder Margarine und das Abendbrot war gesichert. Schnell, einfach, lecker!
Soweit dazu und was kann ich dem „Beipackzettel“ entnehmen:
Die Tüte heißt übrigens so, weil der Topinambur aus den Prärien Nordamerikas stammt und von den dortigen Indianern gegessen wurde und diese haben mit Sicherheit auch viele Wildkräuter (wie bei naturnahe lebenden Völkern üblich) gegessen, denn unsere Zivilisationskrankheiten waren dort unbekannt! (Ob das nur an den Kräutern gelegen hat, wage ich zu bezweifeln, die Ursachen dieser Zivilisationskrankheiten sind Vielschichtiger und nicht nur Ernährungsbedingt, damit möchte ich die Bedeutung einer gesunden Ernährung natürlich nicht in Frage stellen. Ketzerisch könnte ich natürlich auch schreiben, das Völker, welche in der Wildheit leben, wie die Indianer Nordamerikas zu jener Zeit, bis zu ihrer Dezimierung, durch die Zivilisationsbringenden Krieger, des weißen Mannes, gar keine Zivilisation hat, welches wiederum nicht schlimm war, sie waren in der Entwicklung eben noch nicht dort angekommen und wurden dann Zwangszivilisiert, die Krankheiten der Zivilisation bekamen sich gleich mit gereicht, trotz Wildkräuter. Aber ich schweife schon wieder durch die Weiten der Gedanken, also zurück zum Beipackzettel und zu den Wildkräutern, welche in der Tüte zu finden sind:)
Wildkräuter vitalisieren nicht nur, sie entschlacken und vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit aus den Knochen. Und außerdem schmecken sie! (Letzteres kann ich bestätigen und ersteres glaube ich durchaus.) Topinambur ist, mit seinem nussigen, eine sehr gute Ergänzung.
In der Tüte sind zum Beispiel, Klatschmohnrosetten, Hirtentäschel, Vogelmiere, Löwenzahn, alles aus eigener, biologisch - dynamischen Ernte!
(Ja, so eine Tüte enthält schon interessante Sachen, in der zweiten Tüte, welche wir kauften, fanden wir Rucola, ein Blattsalat, Kapuzinerkresse und ein kleiner Rotkohl, alles zusammen wird schon einen guten Salat ergeben.) Aber weiter mit dem „Beipackzettel“:
Ein Rezept, für Wildkräutersalat, für zwei Personen.
Dressing: 5 EL Olivenöl, Saft einer halben Zitrone, 1 EL Wildblütenhonig, 2 EL Naturjoghurt
Für den Salat die Wildkräuter putzen und waschen, dann klein schneiden oder klein zupfen. Den Saft der anderen halben Zitrone für Topinambur auspressen, Topinambur fein raspelt und mit dem Zitronensaft oder gleich mir dem Dressing mischen. Die Wildkräuter auf einem Teller anrichten und die Topinamburmasse in die Mitte geben. Mit Zwiebelringen dekorieren.
(Nun ja, wie schon geschrieben, ich bereite es anders zu, aber der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, auf jeden Fall gebe ich noch Schafskäse hinzu.)
Ein zweites Rezept, für einen Indianersalat, für drei Personen.
Zutaten: Wildkräuter aus der Indianersalattüte
200g Hokkaidokürbis raspeln, 200g Topinambur raspeln, 2 TL Balsamicoessig, 1 TL Sonnenblumenöl, 1 Moccalöffel Honig, 1 Spritzer Soyasauce.
Gemüse und Kräuter waschen, putzen und in Streifen schneiden. Aus Balsamico, Sonnenblumenöl, Honig und Meersalz, eine Marinade rühren und die geschnittenen Kräuter darin einlegen. Kürbis und Topinambur mit der Sauce mischen. Mit den Kräutern garnieren.
Nun habe ich schon ein bisschen den Text korrigiert, der Schluss verwirrt ein bisschen. Aber was soll es, es ist auf alle Fälle ein Anhalt und was jeder daraus macht, muss er sehen und über Geschmack kann man eh nicht streiten. Feststeht, das die Produkte, welche angeboten werden, eine gute Qualität haben und an Vielfältigkeit nicht zu wünschen übrig lassen. Wir kaufen gern dort, es gibt einiges was ich sonst nicht bekommen würden, von der Produktionsweise mal ganz abgesehen, natürlich Ökologisch.
Nach dem wir die Salat- und Kräutertüten erworben hatte, eine Pastinake haben wir noch mitgenommen, sind wir zum Fischladen gegangen, dort hatte ich gebeten mir Karkassen zurückzulegen, welche für eine Fischsuppe gebraucht werden.
Es waren auch welche da, nicht viel, aber es wird schon reichen. Zu den Karkassen, kam noch etwas Fisch, verschiedene Sorten, die als Einlage für die Suppe dienen werden. Anschließend gingen wir über den Marktplatz zurück und holten das uns noch fehlende Gemüse, ein Bund Petersilie und ein Bund Dill, natürlich vergasen wir die Äpfel nicht, welche auch in der Region gewachsen sind, am Fleischer vorbei, ging es dann nach Hause.
Da wir in der Woche wenig Zeit hatten, mussten wir unseren Wocheneinkauf auch noch erledigen und das eine und andere brauchten wir auch für das späte Frühstück. Immerhin haben wir ja auch weiteren Fisch geplant und so fuhren wir in einen Großmarkt und holten ein Kilo Wells und eine Lachsseite, anschleißend fuhren wir in einen Supermarkt, den „Rest“ zu kaufen. Wieder zu Hause angekommen, packten wir den Einkauf aus und verstauten ein jedes an seiner Stelle. Anschließend setzte ich die Karkassen an, der Lachsseite hatte ich die Haut abgezogen und diese zu den Karkassen gegeben. Nach dem Abschäumen und dem hinzufügen von Gewürzen, köchelte das ganze gut sieben Stunden lang, vorhin habe ich alles durch ein Sieb gegossen und so einen hervorragenden Fischfond erhalten. Dieser kann nun abkühlen und morgen werde ich mit ihm die Suppe bereiten. Den anderen Fisch werden wir auf einem Backblech, mit Knoblauch, Fenchel, Kartoffeln, Blattspinat, Pilzen, Tomaten und noch einiges mehr, bereiten. Diesen soll es dann so gegen 13.00 Uhr geben und dazu einen schönen Wein, für dem der möchte, wer nicht, kann auch was anderes trinken, wichtig ist, das es allen Spaß macht, das Essen schmeckt und anregende Gespräche geführt werden. Für uns bedeutet das, dass wir früh aufstehen müssen und alles vorbereiten, aber es ist es wert, gute Freunde zu bewirten und das nächste mal werden wir dann wieder Gast sein. Für dieses mal hoffe ich mit der Gerichtszusammenstellung überraschen zu können und freue mich, wenn es gut angenommen wird, gegen 16.00Uhr werden wir das späte Frühstück ausklingen lassen und uns auf eine Geburtstagsfeier vorbereiten, zu welcher wir am Abend geladen sind. Wird sicher Anstrengend, der Tag, aber es ist eine schöne Anstrengung, die man gern in Kauf nimmt.


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