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Eine Idee.

Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 10.4.2007 @ 14:23 In Tätigsein | Keine Kommentare

[1] Ein Weg, kein neuer!

Eine Idee.

Auf der Suche nach Beschäftigung, mit welcher man Geld verdienen kann, bin ich wieder einmal fündig geworden und begebe mich in das Umfeld der Genüsse. Nicht neu, aber anders und da ausgetretene Pfade schlecht zu begehen sind, da es zu regelmäßigen Staus auf diesen kommt, suche ich neue Pfade, oder lege diese an.

Jedenfalls versuche ich es und Irrwege sind möglich, weiß man vorher nie so richtig, soll ja neu sein, also eine andere, als die gewohnte Qualität bieten.

Letzte Woche habe ich begonnen, oder war es schon vorletzte?

Ja, vorletzte, meinen Vertrag habe ich heute bekommen, ihn mir durchgelesen und gegengezeichnet. Der Vertrag wäre schon ein Thema für sich, nur ist er zum Gegenzeichnen unterwegs und ich werde damit warten, bis er wieder in meinen Händen liegt.

Spielt aber keine Rolle, da solche Verträge immer knebelnder werden und wie es mit Knebeln so ist, man kann sie auch ausspeien. Verträge bestehen aus viel Text, Vorschriften, Ausschließungen, Verpflichtungen, Sanktionen, Rechten, festgeschriebenen Provisionsätzen und weiteren Regelungen, für die abhängige Selbständigkeit, eines freien Handelsvertreters. Mich interessieren nur die Provisionssätze, alles andere ist Makulatur und für den gläubigen Menschen gedacht. Anfang der neunziger Jahre, als ich versuchte mich im neuen System zurecht zu finden, sagte mir ein kluger Mensch, es ist völlig egal, ob ich einen Vertrag seitendick gestallte, mit vielen Paragraphen und dieses noch beglaubigen lasse, oder per Handschlag, wenn sich dran gehalten wird, und wenn nicht, ist es auch egal und ich würde noch hinzufügen, ersteres ist für dem wichtig, welcher gerne klagt. Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, das er recht hatte und es ist auch so, manche Verträge geben den Bruch schon vor, wahrscheinlich nicht gewollt, oder als Sollbruchstelle, ich weiß es nicht, was ich weiß, die sichersten Geschäfte basieren auf Vertrauen und das besiegelt man am ehesten per Handschlag, Verträge sind ein Ausdruck von Misstrauen.    

Aber zurück zu meiner Idee, welche reift und an deren Umsetzung ich gehe, sobald ihre Geburt abgeschlossen ist.

Vorweg wäre noch zu bemerken, das mein erster Schritt, in diesem Geschäft, auf einen Trampelpfad führte, ja, auch auf diese sollte man sich begeben, schon der Erfahrung und des praktischen Verweises wegen, wie der Blinde über die Farbe, möchte man nun nicht reden, aber zu lange sollte man sich auch nicht damit aufhalten.

So telefonierte ich, Termine machen, welche auf den nächsten Tag zu legen waren und deren Abarbeitung, in Gemeinsamkeit, erfolgen sollte und auch erfolgte, bis Mittag.

Damit nehme ich das Ergebnis schon vorweg, es war mir gelungen, Termine zu machen, im Stundentakt und alle hatten gewonnen, den Gewinn bekamen sie wirklich und eine kostenlose Probe noch dazu, es hatten auch jene gewonnen, welche ich Anrief und mit denen ich keinen Termin vereinbaren konnte. Sie wollten nicht, waren versorgt, oder ich war, der wer weiß wievielte, welcher an diesem Tag angerufen hatte, um eine freudige Nachricht zu übermittel. Verständlich, bei all der Freude, kann es auch zu viel werden.

Aber es gab eben auch Menschen, welchen es nicht zu viel war und welche sich über ihren Gewinn freuten, vor allen jene, welche noch nie etwas gewonnen hatten.

Also, nach dem es mir gelungen war, (nach mehreren hundert Anrufen, welches auch nicht gerade einfach ist, nicht das telefonieren, sondern die Reaktionen, man ist ja nicht unbedingt anders und nichts menschliche sollte einen fremd sein), sieben Termine zu vereinbaren, ging es am nächsten Tag los.

Erst mit Begleitung, erster Termin, nettes Gespräch an der Tür, Geschenk überreicht, die Frau wusste was sie wollte, wären wir zum sitzen gekommen, hätte sie gekauft, meinte mein Begleiter und er muss es ja wissen. Nach Beendigung des Gespräches ging es zum nächsten Kunden, Wohnblock und wie nicht unüblich, in der obersten Etage, dort kamen wir zu sitzen, nettes Gespräch, es wurde probiert und für gut befunden, aber der Bezug von Arbeitslosengeld II ist zu gering, um sich diese Genüsse zu leisten, der Gewinn wird sicher Verwendung finden. So begaben wir uns wieder die Treppe hinab, um zum nächsten Kunden zu fahren. Zu früh bei diesen eintreffend, stellte mein Begleiter fest, das dieser am Vorabend einen Unfall hatte und wahrlich nicht gut aussah, als Trost ließen wir den Gewinn da und begaben uns in das Büro, welches sich im selben Ort befindet.

Der nächste Termin war für 15.00Uhr vereinbart und so war noch Zeit und ich holte mir etwas zu essen. Nach Rücksprache wurde entschieden, dass ich die Kunden alle anfahre, allein und so machte ich mich auf den Weg. Da mein Auto über kein Navigationssystem verfügt, nahm ich einen Stadtplan zur Hand und suchte die nächsten Ziele, grob orientiert fuhr ich los und suchte die nächste Adresse. Nach einigem hin und her fahren, fand ich diese, es war ein Wohnblock, welcher so gut wie leer gezogen war, maximal zwei Wohnungen waren, in dem Aufgang, noch belegt, das Umfeld war entsprechend gestallte. Ich nahm meinen Mut zusammen, verließ mein Auto, mit dem Gewinn und klingelte bei dem Kunden, auch dort entwickelte sich ein nettes Gespräch, nur leider werde ich nicht als Sozialarbeiter bezahlt und so machte ich mich wieder auf den Weg, auch er wird mit Sicherheit eine gute Verwendung, für seinen Gewinn haben, selbst wenn die Lebensweise etwas Zeitlos scheint.

Um zum nächsten Kunden zu gelangen, musste ich die Stadt queren, angekommen, klemmte ich mir den Preis unter den Arm und begab mich zum Klingelknopf. Das Klingeln war nicht umsonst und ich wurde eingelassen, nachdem ich dem Gewinner gratuliert hatte, überreichte ich den Gewinn, es war ein Mann, so um die Vierzig, welcher, bis vor vier Wochen, ein halbes Jahr lang, in Holland, gearbeitet hatte, nach dem er fast vier Jahre arbeitslos war und welcher vor zwei Tagen einen Antrag auf Arbeitslosengeld II gestellt hat. Auf die Frage, wie er zu dem Gewinn gekommen sei, da er ja an keinem Ausschreiben, oder ähnliches teilgenommen hatte, blieb mir nur übrig es ihn zu erklären.

Er war, wie so viele und so oft, da er ja eine Adresse hat, angeschrieben worden und es wurde ihm eine Offerte gemacht, das er, wenn er eine Karte, im frankierten Rückumschlag, absendet, nachdem er die Lose, welche dem Anschreiben beigefügt waren, kontrolliert und verglichen, mit den Nummern auf dem Gewinnzertifikat, hatte. Irgendwie war eine Nummer immer dabei und somit hatte ein jeder, welcher diesen Brief erhalten hatte, gewonnen. Nun konnte er sich an ein solches Schreiben nicht erinnern, was sicher verständlich ist, da diese Schreiben einen oft in den Briefkasten flattern und aus diesem meistens direkt in die Papiertonne, wer möchte schon laufend gewinnen? Zuviel zerreist den Sack und irgendwann ist Schluss mit Lustig, würde ich mal sagen. Nun hatte er nicht geantwortet und trotzdem wurde ihm ein Gewinn zugeteilt, warum? Da immer eine Nummer dabei, welche gewonnen hat, nicht den Hauptpreis, aber einen, sagen wir mal Vielfachpreis, welcher natürlich auch zur Verfügung steht und das nicht gerade in geringer Zahl, müssen die Preise auch vergeben werden. Da er aber nicht der einzige ist, welcher wie ich auch, solche Post direkt der Wiederverarbeitung zuführt und die Preise in großer Zahl geordert worden sind, müssen diese auch verteilt werden und immerhin haben solche Aktionen auch einen Sinn, sie müssen einen Zweck erfüllen, und wenn dieses nicht direkt funktioniert, gibt es noch das Telefonbuch, in welchen die meisten Haushalte verzeichnet sind. Ja, es wird gewonnen, ein jedes Unternehmen braucht Kunden, auch ich, welcher sich neu bei diesem Unternehmen etablieren möchte, um meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können und die Erlesenden Produkte, des Unternehmens genießen zu können. Ob nun dieser Weg der Richtige ist? Ich weiß es nicht, es wird schon klappen, bei dem einen oder anderen, mein Weg ist es nicht, er entspricht nicht meinem Naturell. Letztes  habe ich dem Gewinner natürlich nicht so gesagt, wir haben uns aber ganz gut unterhalten, bis sein Sohn von Arbeit kam, als dieser vom Gewinn erfuhr und dessen Ansichtig wurde, wies er mit dem Zeigefinger über die Tür, ja, da konnte der Gewinn einen würdigen Platz finden. Ich verabschiedete mich, bestieg das Auto und querte die Stadt, auf den Weg, zum nächsten Kunden, da ich etwas früh war, traf ich keinen an, so suchte ich gleich den übernächsten Kunden auf, dieser war zu Hause, ich übereichte den Gewinn und vereinbarte einen Termin, welcher nach Ostern stattfinden soll, wenn die Familie zuhause ist und alle in Ruhe probieren können. Anschleißend fuhr ich nochmals zum vorhergehenden Kunden, vergeblich, aber es war ja noch Zeit. Zwei Stunden wollte ich nun doch nicht warten und so beschloss ich mich auf den Heimweg zu begeben. Auf halber Strecke kam mir der Gedanke, einem Bekanten mal wieder einen Besuch abzustatten.

Nun, eigentlich wollte ich mich mit einer Idee auseinandersetzen und bin noch nicht einmal vom ersten Trampelpfad runter. Ich werden ihn aber gleich verlassen, den am nächsten Tag, setzte ich mich wieder ans Telefon, um Termine zu machen, für einen Tag später, ich telefonierte, mit solch hoher Motivation, das es mir nicht gelungen ist, Termine zu machen. Damit war die Woche um und ich suchte weiter nach Möglichkeiten, existenzsichernd, zu arbeiten. Letzte Woche nun, wurde eine neue Herangehensweise in Angriff genommen, ich bekam Ware, welche ich verschenken darf, da aber nichts umsonst ist, waren Fragen zu beantworten und die Telefonnummer, der Beschenkten, zu erfassen, zum Zwecke der Nachfrage, wie das Produkt gemundet hat. Dieses liegt mir schon eher, vor allen weil es eine neue Herangehensweise ist, welche auch Ehrlicher ist, denn ich sage direkt was ich möchte und die potenziellen Kunden, wissen das sie potenzielle Kunden sind und können das Produkt probieren, ein Zwang zum Kauf besteht eh nicht.

Andererseits sollte die Art des Verkaufs, dem Produkt auch würdig sein. Wenn ich Qualität verkaufe, so sollte der Qualität entsprochen werden, finde ich jedenfalls, das dieses heute, in einer Zeit des Massengeschmacks und der Massenwaren, schwer ist, ist nicht zu leugnen, da auch der Verkauf immer billiger gemacht wird und individuelles Verkaufen immer weiter standardisiert wird, der Service wird der Masse geopfert, die Quantitäten werden über Qualitäten gestellt und da beginnt meine Idee. Stopp.


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