Gedanken zu Tibet
Proteste gegen das chinesische Vorgehen und der Ruf nach Sanktionen sind in „Volkes Munde“.
Die Kleingläubigen und Einfältigen melden sich zu Wort.
Beschränktes, kleinbürgerliches Denken, traumatisiert durch eine Heilslehre, welche, auf Grund ihrer räumlichen Entfernung, den Realitäten entrückt, wahre Wunder an Friedfertigkeit, durch permanentes Tempelgebet, verspricht, macht sich Luft. Die Jäger der Illusionen sind los und das in einem Land, was seine Friedfertigkeit dadurch unter Beweis stellt, das es wieder angefangen hat, heiße Kriege gegen andere Völker zu führen.
Aber was so immer unter Freiheit verstanden wird, was auch immer die nationale Integrität betrifft, so scheut man sich nicht davor, mit zweierlei Maß zu messen.
Nicht nur das der Krieg nach Europa zurückgeholt, in dem Jugoslawien, durch NATO-Truppen zerbombt, wurde und es zur Mode geworden ist, nationale Integrität in Frage zu stellen, wo immer sie den eigenen Interessen zu wieder läuft, wird auch mal nationale Integrität eingefordert, wo diese seit hunderten von Jahren nicht mehr bestanden hat.
Dieses alles im Namen der Freiheit, natürlich, aber wessen Freiheit?
Die des Gottkönigs, das er sein Volk beherrschen kann, wie er es früher getan hat, mit Leibeigenschaft und gehirngewaschen Menschen, auch außerhalb der Klöster?
Der Mopp in Kutten rebelliert, er folgt seinen Herren und entspringt eigentlich einer längst vergangenen Epoche, dem Feudalismus. Was heute durch kleinbürgerliches, voreingenommenes und oberflächliches Denken, hofiert wird, hat spätestens die französische Revolution vom europäischen Kontinent gefegt, und das war bekanntlich eine bürgerliche Revolution. Im kleinbürgerlichen Gedankenkorsett hätte diese niemals statt gefunden.
Nun möge man von China halten was man will und es ist mit Sicherheit nicht alles Gold, was glänzt, es gibt sicher auch vieles, was der Kritik würdig ist, nur sollte man sich nicht der Frage, nach den historischen Ursachen verweigern.
Aber viel wichtiger ist, die Frage nach dem Warum?
Warum kommt es gerade, im Vorfeld der Olympischen Spiele, zu dieser Auseinandersetzung? Was wird damit bezweckt und wer kann einen Nutzen daraus ziehen, die Chinesen nicht!
So Dumm, wie manch einer, in seinem kleinbürgerlich, beschränkten und verklärtem Denken annimmt, sind die Chinesen nun wirklich nicht, also wem nutzt das ganze?
Den Olympischen Spielen könnte es schaden, ja, aber sollte nur dieses dahinter stecken, oder ist das ganze nur ein geschickt eingefädeltes Ablenkungsmanöver, um von anderen Problemen abzulenken?
Da gibt es nicht gerade wenige, da wären zum Beispiel die derzeitig geführten Kriege, aber auch die geplanten Kriege, nennen könnte man auch die Finanzkrise, welche dabei ist sich auszuweiten, und mit dem Erreichen der Realwirtschaft, eine kräftige Rezession hervorbringen wird. Ob die permanente Kriegswirtschaft der USA, dieses noch kompensieren kann, ist zu bezweifeln.
Wir, in unserer heilen, westlichen Welt, sind so von uns selbst eingenommen, von den Idealen, welche uns impliziert werden, tagtäglich, von den Medien, welche für die Verbreitung der Heilslehren, dieses Systems verantwortlich sind, sind so voreingenommen und verblendet, das wir uns einbilden, mit diesen Augen zu sehen, und dabei erkennen wir nur, was uns vorgegaukelt wird. Dieses wird als Wahrheit genommen, da sie Trost spendet, in einer Welt permanenter Bedrängnis und Lügen.
Wir erkennen die Lüge, wenn sie uns selbst betrifft, manchmal, die Lüge über das Ferne, uns nicht direkt betreffende erkennen wir nur selten. Die Schleier sind zu allmächtig, welche ein wirkliches Bild verhängen. Ob nun diese Schleier vor unserem Auge sind, oder in uns drin, spielt keine Rolle.
So wird der Wunsch, der Vater des Gedanken und da wir uns machtlos wähnen, unsere eigene Pein zu lindern, stimmen wir in den Gesang unserer Peiniger ein, und singen deren Lied, von der Pein der anderen, welche es zu lindern gilt.
Wir bilden uns ein, uns eine Meinung bilden zu müssen, wir bilden uns ein, urteilen zu müssen, und sind doch nur in der Lage zu verurteilen, so wie es dem Grad unserer Gehirngewaschenheit entspricht.
Wir bilden uns ein, Freiheit verteidigen zu müssen, wo immer diese auch verletzt wird, versäumen aber zu Fragen, um welche Freiheiten es geht. Freiheit als allgemeine Floskel, undifferenziert in den Raum gestellt?
So unkonkret das Ziel, so unkonkret die Einschätzung.
Desto weiter weg, desto besser, unserer eigenes verletzt sein vergessen wir darüber, nähe läst uns erblinden. Sollte es einem gelingen, doch den nötigen Abstand zu gewinnen, um klarere Bilder zu erkennen, sind wir doch geneigt, den Blick in die Ferne zu richten, wenn uns ein Ziel geboten wird. Und wenn ich hier von Nähe schreibe, so ist nicht nur die räumliche Nähe gemeint.
Natürlich ist es jedem frei gestellt, den süffisanten und nichts sagenden Sprüchen eines Gottkönigs glauben zu schenken, besonders fühlen sich davon Esoteriker angezogen, aber bei allen Geheimlehren, sollte doch nach Wahrheiten getrachtet werden. Ob letzteres einer Geheimlehre entspringen kann, ist zu bezweifeln, denn dann wäre sie nicht geheim.
Was ist also das Geheimnis des Gottkönigs und was möchte er mit seinem Tun bewirken?
Nun gut, es ist eines jeden Menschen Recht, sich in die Vergangenheit zu träumen und sich dort eine heile Welt zusammen zu basteln, nur sollte nicht versucht werden, diese auf die Gegenwart zu übertragen.
Desto schlechter die Aussichten des Menschen für die Zukunft sind, desto mehr beginnt er sich seiner Vergangenheit zu erinnern und diese, als scheinbar heile Welt zu verklären, an Stelle die Gegenwart zu erkennen und dort anzusetzen, wo Zukunft gestaltet wird.
In unserer Weißheit bekommen wir nicht einmal mit, wie unsere eigenen Freiheiten beschnitten werden, in dem uns Möglichkeiten des kulturellen Lebens genommen werden. Aber kommt nicht kulturell von Kultur und Kultur hat etwas mit Kult zu tun und der Schritt zur kultischen Handlung ist nicht fern, so suchen wir die Kultstädten auf, um zum Beispiel für Frieden zu bitten, anstatt dieses zu erzwingen, für ihn zu kämpfen.
Ergeben wir uns also den Bittgesängen, für dieses brauche wir auch keine Schulen, … ach so Schulen, wie viele Tibeter konnten unter der Herrschaft des Gottkönigs lesen und schreiben, außerhalb der Klostermauern?
Ja die Schulen, Pisa läst grüßen und desto schlechter die Bildung, desto niedriger das Niveau, desto empfänglicher sind die Menschen für die verschiedensten Glaubenslehren.
Aber das würde zu weit führen, warum auch an die eigene Nase fassen und eigene Problem wälzen, wen einen tagtäglich fremde suggeriert werden, welche doch viel wichtiger und brennender sind.
Es ist auch so, das China nichts weniger gebrauchen kann, als schlechte Presse, im Vorfeld der Olympischen Spiele, und dafür sorg der Dalai Lama. So hätte China jeden friedlichen Demonstranten ziehen lassen, gegen Randalierer und Übergriffe, auf andere Bevölkerungsgruppen, würde wohl jeder Staat vorgehen.
Solcher Übergriffe und Randale, bedurfte es nicht einmal, um gegen friedliche Demonstranten, im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel letzten Jahres, vorzugehen. Welch überzeugende Demonstration von Demokratie, Freiheit und Achtung von Menschenrechten.