Stadtführung IV.
Sehr geehrte Gäste, rechtherzlich begrüße ich Sie in Quedlinburg, dieser schönen und alten Stadt. 922 wurde Quedlinburg erstmalig in einer Urkunde Heinrich I. erwähnt, wobei Quedlinburg der Ausstellungsort war. Sie wurde nicht von Heinrich ausgestellt, dieser hat sie nur gezeichnet, in dem er die zwei stehenden Striche seines Anfangsbuchstabens H mit einem Querstrich verband. Er war, was zu dieser Zeit durchaus üblich war, selbst als König nicht in der Lage zu lesen und zu schreiben. Er war schlichtweg Analphabet. Heute, in einer Zeit welche geprägt ist von struktureller, abschlussorientierter Unfähigkeit, oder zumindest Mittelmäßigkeit, zählt der Abschluss, weniger die Fähigkeit, den Fähigkeiten ohne Abschluss sind nichts, im Gegenzug schützt ein entsprechender Abschluss sogar vor den Folgen nachgewiesener Unfähigkeit. Wichtig ist was auf dem Papier steht. Sicher kann auch da mit Geld nachgeholfen werden. So blieb Heinrich nichts weiter übrig, als seien Schreibern zu vertrauen. Andererseits wird sich wohl kaum einer gewagt haben, außer den Hamburgern ein par hundert Jahre später, einem König, ein falsches Papier unterzujubeln.