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Stadtführung V.
Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 1.7.2008 @ 20:26 In Stadtführung | Keine Kommentare
Stadtführung V.
Entscheidend für eine Stadtführung sind auch die „Aufhänger“ welche genutzt werden. Ich werde mir wohl ein paar historische Daten nehmen, es könnten aber auch Epochen der Baukunst sein. Nur wo setzt man mit den Schnitten an, welche Schnittstellen werden gewählt?
Vielleicht würde folgende Aufteilung Sinn machen:
Vorgeschichte:
- Frühes siedeln der Menschen im Quedlinburger Gebiet,
- vor über 5000 Jahren wurde hier schon nachweislich gesiedelt,
- Die Bedingungen waren günstig, im Schatten des Brocken, in einem Tal gelegen, von einigen Wetterunbilden dadurch verschont, die Bode liefert ausreichend Wasser und die Böden sind sehr fruchtbar
- Bis zur Krönung Heinrich I. zum König des Ostfrankenreiches
Mittelalter: erste Erwähnung bis zur Reformation und dem 30 jährigen Krieg
- erste urkundlicher Erwähnung Quedlinburgs 922
- Tot und Beisetzung Heinrichs auf dem Burgberg 936
- Einrichtung des freiweltlichen Damenstifts durch Königin Mathilde
- 966 wird Mathilde, Enkelin Heinrichs, erst Äbtissin
- 994 Verleihung des Markt-, Münz- und Zollrecht durch Otto III.
- um 1000 Entstehung der Altstadt
- 1129 Weihe der neu erbauten Stiftskirche (der vierte Kirchenbau)
- 1164 – 1180 Kämpfe im Quedlinburger Umland, Entstehung der Neustadt
- 1310 erstmalige Urkundliche Erwähnung des Rathauses
- 1337 Auseinandersetzung mit dem Regensteiner
- um 1400 Ständerbau, ältestes Fachwerkhaus Quedlinburgs
- von 1426 – 1477 Mitglied der Hanse
- 1477 bewaffnete Auseinandersetzung mit der Äbtissin, Sturz des Roland, Abgabe der Privilegien Beginn der Neuzeit: Reformation bis Napoleon
- 1539 Einführung der Reformation im Stiftsgebiet
- 1698 Verkauf des Schutzrechtes an Preußen und Besetzung der Stadt
- 1802 Auflösung des Stifts, die Schlossgebäude gehen in den Besitz des preußischen Staates
- 1806/07 Franzhosen besiegen die Preußen und alle Gebiete westlich der Elbe gingen verloren und wurden Grundlage für das neue Königreich Westphalen, welches bis zur Völkerschlacht bei Leipzig dauerte.
- 1862 – 1882 Restauration der Stiftskirche, Neubau des Südturms
- 1869 Neuaufstellung des Rolands vor dem Rathaus
Neure Geschichte: Ende 19 Jahrhundert bis Gegenwart
- Ende des 19 Jahrhunderts Blütezeit der Sattzucht in Quedlinburg
- Von 1885 -1915 werden viele Gebäude im Jugendstiel errichtet, Quedlinburg hat heute noch einen fast geschlossenen Ring von solchen Bauten
- 1936 Entweihung der Stiftskirche durch die Nationalsozialisten
- 1959 Weihe der romanischen Wipertikirche, nach vierjähriger Instandsetzung
- 1976 Eröffnung des Fachwerkmuseums im Ständerbau
- 1984 Beginn der Ersatzbebauung im Neuendorf (HMBQ - Bauten)
- 1986 Eröffnung der Lyonel – Feininger – Galerie
- 1990 Gründung einer Städteunion mit den Partnern Celle, Hameln, Hann. Münden und Herford
- 1993 Rückführung des Domschatzes, welcher eigentlich ein Stiftsschatz ist
- 1994 1000 Jahre Markt-, Münz- und Zollrecht
- 1994 Aufnahme in die UNESKO-Welterbeliste
Nun sind dieses vier Aufhänger, welche mit Unterpunkten versehen wurden und genauso könnten Bauepochen diesem dienen, nur kann ich mir historische Eckdaten besser merken. Es hindert auch keiner daran Verbindungen herzustellen. So kam die Gotik erst mit den Kreuzzügen hier her, zu erkennen an den Spitzbögen, bis dahin war die Romanik vorherrschend. Zum ersten Kreuzzug wurde im Jahre 1095 durch Papst Urban II. aufgerufen, er begann im darauf folgenden Jahr und endete 1099 mit der Einnahme Jerusalems durch die Kreutzritter. Da nun diese die neue Architektur erst mitbrachten, oder bestimmte Stielelemente, welche die Gotik prägen sollten, kann vordem nur Romanisch gebaut worden sein. Die Grenzen hingegen sind fließend. Wenn man sich mit der Vorgeschichte dieser Züge beschäftigt, so kann man nur feststellen, wie jung Quedlinburg eigentlich erst ist. Auf jedem Fall gibt es noch etliche Gebäude im gotischen Stiel, meistens Sakralbauten. Erhaltene Bürgerhäuser gibt es aus der Zeit der Spätgotik (etwa 1400 – 1530) noch 11 Stück, im bekanntestem, dem Ständerbau, befindet sich das Fachwerkmuseum. Der Spätgotik folgte die Renaissance und der Manierismus (1530 – 1620), aus dieser Zeit stammen noch 70 Häuser in Quedlinburg. Politisch war diese Zeit von der Reformation geprägt, so wurde diese 1536 in Quedlinburg eingeführt. Auch der dreißigjährige Krieg, welcher 1618 begann und 1648 mit dem Westfälischem Frieden endete, ging nicht spurlos an Quedlinburg vorüber.
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