“ MZ vom 22. August 2008 Seite 9 Quedlinburger Harz Bote.
Und als Prothese einen Besenstiel!
Eine kleine Pressekonferenz und anwesend waren nur die Verfechter des Stadtwerksverkaufs. Ein politisch, motivierter, deutscher Unternehmer, welcher auch in Großbritannien tätig war, schrieb einmal, sinngemäß: „Alles was den Menschen bewegt, muss durch seinen Kopf.“ Somit wird natürlich ein Kampf um die Köpfe geführt und das dabei Emotionen angesprochen werden ist wohl kaum zu vermeiden, wie auch gewollt. Dieser „Vorwurf“ kann auch den Verteidigern nicht erspart bleiben, auch sie bedienen sich einer bildlichen Sprache und nutzen manch hinkenden Vergleich. So versucht nicht nur der Bürgermeister „den Leuten nach dem Kopf zu reden“, damit sie ihm Folgen. So auch, wenn von einem Mediziner festgestellt wird, das „Quedlinburg … eine kranke Stadt“ ist und der Heilung bedarf, so ist dieses durchaus richtig. Nur leider wird kein Wert auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel gelegt. Es ist schon verwunderlich, von einem Mediziner empfohlen zu bekommen, ein Bein amputieren zu lassen, nur weil man sich den Fuß gebrochen hat und für das verlorene Bein wird als Prothese ein Besenstil gereicht. Ein jeden Menschen dürfte aber bewusst sein, das selbst die beste Prothese, die eigenen Gliedmaßen nur unzureichend ersetzen kann.Auch nicht Verwunderlich ist, dass gerade die Parteien CDU, SPD, FDP, welche mit ihrer Bundes- und Landespolitik für die miserable, finanzielle Lage der Kommunen, verantwortlich sind, eine Veräußerung kommunalen Eigentums favorisieren. Wenn nun diese Vertreter, ein wirkliches Interesse an eine dauerhafte Entschuldung der Stadt hätten, so müssten sie eigentlich versuchen Einfluss auf die entsprechende Politik ihrer Parteien im Bund und Land zu nehmen. Denn was wäre wenn, wenn die Stadtwerke privatisiert sind, würden der Kommune Quedlinburg dann ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und weiter zufließen? Sicher nicht, solange es dahingehend keinen Politikwechsel im Bund und im Land gibt. Das einzige was man erreicht hätte, wäre das kurzfristige stopfen von Haushaltslöchern und die Abschaffung einer beständigen Einnahmequelle. Bei aller Diskussion, sollte nicht versäumt werden, ein Blick auf die „Beraterfirma“ zu nehmen. Sich ins Internet zu begeben und die Beraterfirma ins Visier zu nehmen, kann erhellende Wirkung haben. Nach einigen suchen und verbinden, kann festgestellt werden, dass eigentlich der Bock zum Gärtner bestellt wurde. Vor allen wenn ein Blick auf diverse Verbindungen riskiert wird. So besteht eine Verbindung der Fieldstone Deutschland GmbH zu einer Investmentbank (Fieldstone) in London und wenn nun die Beteiligungen dieser Bank betrachtet werden, nun ja. Wer hatte da mal etwas von Heuschrecken erzählt? Wohl ketzerisch, wer da einen Zusammenhang sieht?