Inkonsequenter Antifaschismus?
Eine jede Faschismuskritik ist inkonsequent, welche die Ursachen des Faschismus nicht benennt und somit Faschismus nur als eine Erscheinung, ein Phänomen dieser Gesellschaft charakterisiert. Er ist einfach da und mit seinen „neusten“ Formen muss man sich auseinandersetzen, genauso wie mit den „Alten“, man muss ihn entgegentreten und bekämpfen.
Wie es im Leben so ist, kann ein Kampf nur erfolgreich sein, wenn die Ursachen des zu Bekämpfenden erkannt werden. Wenn nur an der Oberfläche gekratzt wird und die Symptome, Erscheinungsformen bekämpft werden, so wird dieser Kampf letztendlich nicht erfolgreich sein können. Da möge die Zivilgesellschaft sich noch so Intensiv dagegen aussprechen und dieses auch zeigen. So mögen sich Demonstranten, wie letztes Jahr geschehen, in einen Kessel, fernab der Faschisten, in die Stadt hinein treiben lassen und den Marktplatz besetzen. Den Ursachen des Faschismus werden sie nicht nahe kommen.
Der gehaltene Vortrag war interessant, etwas stockend zwar, wurde doch einiges über die Strukturen und die Herkunft dieser „neuen“, faschistischen Bewegung ausgesagt. Die Ursachen blieben hingegen im Dunkeln.
In der Diskussion darauf angesprochen, ob es sich um eine Anpassung des Faschismus an neu entstandene Bedingungen handle und damit politischen Entwicklungen Rechnung getragen würde, wurde Sinngemäß geantwortet: das Mitglieder der Autonomen Nationalisten, welche so um die zwanzig Jahre alt sind, nicht in solchen politischen Dimensionen denken, sie wollen nur ihren Spaß. Schöner Spaß und Spaß frei, aber woher haben sie ihre Anschauungen, hat diese ihr zwanzigjähriges Hirn ausgebrütet, was auf ein entsprechendes politisches Denken schlissen ließe, oder wurde es ihnen impliziert, aber dann von wem?
Die Demo ist mit Sicherheit richtig und notwendig, und dem Faschismus ist offensiv entgegenzutreten, egal ob er offen auftritt, oder in irgendeiner Verkleidung daherkommt.
So werde auch ich an der Demo am Samstag teilnehmen. Faschismus aber erfolgreich zu bekämpfen, ist nur möglich, wenn man seine Ursachen und sein Wesen erkennt und offen legt.
Hier findet sich übrigens ein interessanter Beitrag, zu diesem Thema, ich möchte diesem zumindest jeden Antifaschisten empfehlen.