Gutmenschentum in der Vorweinachtszeit!
Eine jede Geschichte ist Geschichte, egal ob sie in der Vergangenheit, der Gegenwart oder auch in der Zukunft spielt. Da machen auch Geschichten der Vorweihnachtszeit keine Ausnahme.
Nun ja, in der Vorweinachszeit entdecken viele Menschen ihr Gewissen und denken an andere Menschen, welchen es nicht so gut geht, oder denen es noch schlechter geht als einen selbst. Vielleicht brauchen sie aber auch nur Platz für zukünftige Weihnachtsgeschenke und nutzen günstig gebotene Möglichkeiten, so manchen Sondermüll preiswert zu entsorgen.
Solches kann in der Vorweihnachtszeit immer wieder beobachtet werden, da werden Aufrufe gestartet, nein, nicht zur Sondermüllbeseitigung, sondern zur Spende. Vorrangig Spielsachen, welche die eigenen Kinder nicht mehr nutzen, mit denen in Russland, in der Ukraine oder anderswo Kinder vielleicht noch spielen würden. Und so folgen viele Menschen diesen Aufrufen und möchten etwas Gutes tun, wenn dann sonst, wenn nicht zu Weihnachten?
Also wird mit den Kindern verhandelt, welche Spielsachen diese entbehren können, und in Erwartung der baldigen Lückenfüllung, wird man sich einig und auch fündig. Da werden Spielsachen hervorgekrammt, wo sich manches Elternteil fragt, ob das Kind überhaupt einmal damit gespielt hat, nachdem es vielleicht nervtötend, gerade diese Spielsache verlangt hatte.
Und so wandern viele Spielsachen in die Kisten oder Säcke, mit welchen die Kinder so gut wie nie gespielt haben, (nicht die Kisten und Säcke, diese sind unter Umständen die weit begehrteren Spielsachen,) warum eigentlich nicht?
War es vielleicht uninteressant, oder bald langweilig, nachdem alle Knöpfe ausprobiert und keine Optionen mehr offen standen? Vielleicht langweilte das Spiel, da es wenig Fantasie anregend war, vielleicht war es überhaupt nur interessant, weil es permanent in der Werbung auftauchte? Wie dem auch immer gewesen sein möge, selten landen Spielsachen in Sack und Kiste, mit welchen die Kindern gern und viel gespielt haben, diese sind entweder längst den Weg allen irdischen gegangen, oder wurden zum Heiligtum erhoben.
Manchmal kann es natürlich auch sein, das Kinder den Spielsachen entwachsen sind und der Zustand selbiger alles andere als desolat ist. Kann sein, nur landen diese Spielsachen all zu oft bei jüngeren Geschwistern oder Nachbarskindern. Wer natürlich keinen Nachbarn mit jüngeren Kindern hat, oder mit diesem Zerstritten ist, der wird sicher auch solches Spielzeug in Sack und Kiste verstauen.
Wie schon gesagt, solche vor weihnachtliche Aktionen haben mehrere Vorteile, einmal die Möglichkeit, des eigenen Gutmenschentums und die damit verbundene Beruhigung so manchen Gewissens, (man tut ja etwas Gutes) und zum anderen wird Platz geschaffen. Welchen Vorteil dieses für die beschenkten Kinder hat, nun ja, sie bekommen zum großen Teil Spielsachen, mit denen in unserer Wohlstandsgesellschaft viele Kinder nicht einmal spielen möchten, und welche oftmals phantasietötend sind, dieses aus den verschiedensten Gründen.
Aber in jedem Fall, haben sie etwas um in den Schrank zu stellen und es bietet Veranlassung, seinen Dank an die Wohlstandsgesellschaft zu senden.
Ja, preist uns und wir werden euch noch mehr Müll zukommen lassen, die Kleiderkisten sind voll und so beglücken wir damit nicht nur die armen Afrikaner, damit der afrikanische Schneider die Freiheiten des Marktes genießen und seinen Beruf an den Nagel hängen kann. Und wenn es schon nicht gelingt unseren Einfluss in diesen Ländern zu manifestieren, so lasst sie uns mit unserer Liebe erdrücken.
Bei uns sind die Kinderzimmer voll mit Spielsachen, welche angeblich die Phantasie anregen sollen, oftmals entspringt dieses aber nur der Phantasie der Werbestrategen und die Spielsachen entpuppen sich als wahre Phantasietöter. Und wenn ich mich zurück besinne, mit was in meiner Kindheit alles gespielt wurde und das vor allen draußen, an der frischen Luft und meistens im Wald, hinterm Haus meiner Eltern, nun ja. Da verdankt mancher Baum, unserem damaligem Spieltrieb, heute noch sein Leben. Natürlich gab es auch Autos, Puppen und Co. aber nicht in solcher Menge wie heute, andererseits haben die Nägel meines Vaters, welche wir regelmäßig in die Bäume versenkten, auch Geld gekostet und berichtet wurde erst, wenn die Nägel alle waren. Und wenn Kindern heute solche Möglichkeiten geboten werden, es muss ja nicht unbedingt das Versenken von Nägeln in Bäumen sein, so werden diese Angebote gern angenommen und die Kinder werden mehr lernen, als mit jedem, dem menschlichen Hirn entsprungenen Beschäftigungsvehikel. Kinder haben immer schon gespielt, ob nun viel oder wenig Spielsachen vorhanden waren, was eigentlich wieder falsch ist, Spielsachen finden sich immer, das kann ein Stein, ein Stock, Gras, Glasscherben, Hammer und Nagel etc. sein. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt, um was es hier eigentlich geht, sind Spielsachen, welche für den Markt produziert werden und unbedingt an das Kind, in der Regel über die Eltern, gebracht werden müssen. Diese Spielsachen werden nicht in erster Linie zur Freude der Kinder produziert, sondern um damit Gewinne zu erwirtschaften, das gelegentlich damit kindliche Bedürfnisse befriedigt werden sollen, dient nur als Mittel zu Zweck. Wobei manches Bedürfnis ersteinmal gewckt werden muss. Nun ja, sie dienen natürlich, im Zusammenhang mit den weihnachtlichen Sammlungen, auch dem Gutmenschentum.
Advent, Advent ein Lichtlein brennt, wehe dem, der Weihnachten verpennt, der wird dann wach, mit großen Krach, Silvester, wenn das Geld am Himmel lacht, gut Nacht!