Mal wieder Kino!
Nun war ich gestern im Studiokino, in doppelter Funktion.
Die Veranstaltung war gut besucht und die meisten Gäste waren jenseits der 50. Was nicht heißen soll, das dieser Film nicht auch etwas für jüngere ist. Grade denen sei er empfohlen, da durchaus die Meinung verbreitet ist, das ältere und alte Menschen in ihren Beziehungskisten „eingerostet“ seien und es selbst mit Sex nicht mehr weit her ist. Es möge schon sein, das dieser auch mit zunehmendem Alter nachlässt, aufhören wird der Mensch damit wohl erst, wenn er den Weg allen irdischen gegangen ist.
Also, jugendliches Publikum, schaut euch diesen Film an und erschreckt nicht, wenn es alternde Körper, im Adamskostüm, zu sehen gibt, wer weiß wie man selbst aussehen wird, wenn man dieses Alter überhaupt erreicht.
Mit den gängigen Klischees hat dieser Film nicht viel am Hut, er ist gut gemacht und die Aufnahmen sind beeindruckend, genauso wie die knappen Dialoge. Wie das Leben eben ist, wird dieser Film nicht zerredet, und es ist gerade die Ruhe, die Eingefahrenheit einer Beziehung, welche die Menschlichkeit der Handlung hervorhebt.
Der Schluss hingegen ist typisch deutsch und die Dramatik entpuppt sich, bei näherer Betrachtung, als der erhobene Zeigefinger des bürgerlichen Kleingeistes! Es wird sich eines Themas angenommen und dieses gut umgesetzt, eine Zielgruppe wird angesprochen, um letztendlich die Tat indirekt zu verurteilen, in dem der Freitod des Ehemannes Zelebriert wird.
Das wieder erwachte Leben, die Entäußerung des selben, ist Ursache des Untergangs?
So gut der Film auch ist, das Ende negiert leider die Handlung, in dem es die menschliche Gefühlswelt wieder in das vorgefertigte Korsett, kleinbürgerlicher Vorstellungswelten, sperrt. Warum müssen solche Filme, von deutschen Produzenten, meistens dramatisch enden? Ist das Leben wirklich so dramatisch, wenn es um Beziehungen geht?
Diesen Film möchte ich in jedem Fall empfehlen, ich war beeindruckt und zwiespältig berührt.