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Die letzte Keule?
Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 30.12.2008 @ 16:40 In Stadtwerke QLB, Leserbrief | 2 Kommentare
Nun hat der Stadtrat beschlossen, dass Fell des Bären zu verteilen, ohne diesen jedoch schon erlegt zu haben.
So schnitzten die Verkaufsbefürworter eine Keule, welche letztendlich den Bären treffen soll, das eigene Fell soll zum Mordinstrument werden. Zu diesem Zweck wird schon einmal ein Verkaufserlös angenommen, um diesen dann zu verteilen und das ohne zu wissen wie hoch dieser Erlös überhaupt sein wird. Also wird wieder nicht davor zurück geschreckt, sich ins Reich der Spekulationen zu begeben. Und genauso spekulativ wie der Verkaufserlös für die Stadtwerke, ist auch die Verteilung des Selbigen und dabei wird nicht einmal davor zurück geschreckt, die gesamte Summe zu Verteilen! Also den Bruttowert, ohne die entstehenden Kosten zu berücksichtigen und eventuelle Steuern, welche auf Verkäufe solcher Art anfallen, somit bleibt dieser Beschluss reine Wuschvorstellung und der Realität nicht entsprechend.
Nun, eine Keule wurde geschnitzt, die Entscheidung zu beeinflussen, es wird versucht, aus dem Fell des Bären einen Strick zu drehen, an welchen der Bär letztendlich erhängt werden soll.
„Ja, liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt“, so die Befürworter, „schaut was euch alle entgeht, wenn ihr gegen den Verkauf stimmt!“ Und es wird der Beutel aufgemacht und die Glasperlen dem Bürger gezeigt.
Aber welch schlechtes Gewissen müssen Bürger haben, wenn sie die Glasperlen ablehnen und doch lieber ihre Werte behalten? Es sollen die Menschen animiert werden, eine ständig sprudelnde Einnahmequelle, nämlich die Stadtwerke, zu verscherbeln, nur damit sie mal in den Genuss eines einmaligen Bades kommen?
Wenn nun von den Verkaufsbefürwortern behauptet wird, das der Verkauf der Stadtwerke die einzige Möglichkeit ist, die Stadt zu retten, so ist nicht nur die Frage zu stellen, wie die Stadt in diese Situation gekommen ist, sondern es wird auch die aktuelle Situation vollkommen negiert und andre Mechanismen zur Problemlösung einfach ignoriert. Und ob eine Rettung wirklich darin bestehen kann, das man eine der wenigen und ergiebigsten, unabhängigen Einnahmequellen der Stadt verscherbelt, um dann der Illusion anheim zu fallen, das sich Industrie ansiedeln wird und dadurch reichlich Steuern fließen werden, ist nicht nur zu bezweifeln, sondern ins Reich der Phantasie zu verschieben. Wenn dieser Wunschtraum platzt, wird letztendlich nichts anderes übrig bleiben, als in einem noch größerem Umfang auf Transferleistungen angewiesen zu sein.
Und unter Berücksichtigung aktueller, wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen, entpuppt sich der Verkauf als eine äußerst törichte und gefährliche Angelegenheit. Nicht nur das, im Namen diverser Konjunkturprogramme, Schulden wieder Salonfähig werden und gegebene Beschränkungen, gerade für die öffentliche Hand, aufgehoben werden, so ist es auch in Zeiten einer Überproduktionskrise reichlich Naiv anzunehmen, das groß in neue Industrieansiedlungen investiert wird und das noch außerhalb gegebener Industriezentren.
Wer die Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Stadtwerke verfolgt hat, konnte in letzter Zeit beobachten, das den Verkaufsbefürwortern die Argumente nach und nach ausgehen und durch das permanente Wiederholen abgedroschener Behauptungen und das Hoffen auf industrielle Investoren ersetzt werden. Nur wie soll dem Bürgermeister gelingen, in Zeiten der Krise, was ihn in Zeiten von Konjunktur nicht gelungen ist?
Die für den Verkauf ins Feld geführten Argumente zerplatzen, sie wurden widerlegt oder von allgemeinen Entwicklungen überholt und nun wird die letzte, emotionale Keule geschwungen und mit einem Beutel Glasperlen gewunken, in der Hoffnung, die Menschen werden gegen diese Glasperlen ihr Eigentum eintauschen. Ich bin der Meinung, eine entscheidende Mehrheit der Quedlinburger, wird sich durch dieses, einfache Tauschgeschäft, welches selbst reichlich Spekulativ ist und davon ausgeht, das der Bruttoerlös des Verkaufes zu verteilen wäre, nicht beeinflussen lassen und für den Erhalt ihres kommunalen Eigentums, in Form der Stadtwerke, als beständige Einnahmequelle und Gestaltungselement für die Zukunft, stimmen.
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