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Ein Nachspiel?
Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 21.2.2009 @ 22:38 In Stadtwerke QLB, Leserbrief | 1 Kommentar
Ein Nachspiel?
Vorwort:
Ich bin mir noch nicht sicher ob ich hieraus eine Leserbrief mache, in jedem Fall werde ich den Text entsprechend zuordnen. Ist übrigens ein interessantes Thema, da gibt es Unternehmen welche investieren wollen und diese sogar in Quedlinburg und was machen sie, suchen sich einen anderen Standort. Wie verlockend werden wohl erst die Angebote sein, welche der Bürgermeister Unternehmen unterbreitet, die er der „vorbeiziehenden Karawane von Investoren“ entlocken möchte, und gedenkt hier anzusiedeln? Damit kann es nun wirklich nicht weit her sein, wenn selbst Unternehmen aus der Stadt nach andere Standorte für ihre Erweiterungen suchen. Aber wie gehabt, dem Bürgermeister fällt nichts anderes ein als wieder zu jammern und festzustellen, das er so und so nichts dagegen tun könne. Schicksal also und Schicksalsschläge ist der Bürgermeister ja gewohnt, hat er doch erst am 11.01. diesen Jahres einen erleiden müssen, als die überwiegende Zahl der aktiven Wähler sein Vorhaben, die Stadtwerke zu verkaufen, mit überwältigender Mehrheit abgelehnt hat. Nicht einmal 700 Bürger dieser Stadt waren für den Verkauf, wie kann man als „Interessenvertreter“ so weit daneben liegen? Nun haben die Bürger diese Entscheidung korrigiert, das heißt aber noch lange nicht das für den Bürgermeister dieser Kampf zu Ende ist und dem Rechnung getragen wird.
Was also tun, wenn alle Unrecht haben und nur der Bürgermeister mit seinen nicht einmal 700 Anhängern Recht hat? Aber hat er dieses? Nein, bestenfalls war er einer Illusion erlegen/aufgesessen und schlimmsten Falls ist es Ausdruck eines ausgeprägten Irrationalismus, welcher ein Handeln bedingt das letztendlich kontraproduktiv für Quedlinburg ist.
Übrigens, sollte man ruhig die Egozentrik beiseite lassen, was bringt diese in diesem Fall, wenn nicht nur Zwietracht in der Region? Leider ist aber auch zu beobachten das Gemeinden im Umland kein besonders großes Interesse an einem Zusammengehen mit Quedlinburg haben und das obwohl damit objektive Vorteile verbunden wären. Nun, auch dieses hat seine Ursachen, welche hier jetzt nicht ergründet werden sollen, selbst wenn Parallelen nicht zu leugnen sind!
Ein Nachspiel?
[1] Ja, es tut richtig weh! Oder wird man nur Opfer eigener Taten?
“Wir können keinem Unternehmen vorschreiben, wo es investieren soll. Es liegt in der unternehmerischen Freiheit, ohne Rechtfertigung gegenüber Dritten derartige Standortentscheidungen zu treffen”, sagte Brecht und erläuterte die vielfältigen Anstrengungen der Verwaltung.“
Hier fängt der Bürgermeister fast an zu weinen, ein Unternehmen der Stadt möchte investieren, sich erweitern und geht dafür in eine andere Stadt, nicht weit weg, aber immerhin. Das Schlechte daran, das Unternehmen hat vor woanders zu investieren, das Gute daran, es wird in der Region investiert.
Auch wenn der Bürgermeister eine wichtige Erkenntnis gewonnen hat, wenn zu lesen ist: “Wir können keinem Unternehmen vorschreiben, wo es investieren soll. Es liegt in der unternehmerischen Freiheit, ohne Rechtfertigung gegenüber Dritten derartige Standortentscheidungen zu treffen”, sagte Brecht und erläuterte die vielfältigen Anstrengungen der Verwaltung.“ So hindert ihn diese Erkenntnis aber nicht daran seinem Schmerz über eine andere Niederlage, wie zu lesen ist, wiedereinmal Ausdruck zu verleihen: „“Wir wollten eigentlich auch einen Teil des Geldes aus dem Stadtwerkeverkauf dazu benutzen, um ein Industriegebiet zu erschließen”, meinte er weiter. Doch der Verkauf ist nun per Bürgerentscheid verhindert worden.“ Das die Erschließung des Gewerbegebietes ohnehin zu spät gekommen wäre spielt dabei natürlich keine Rolle, aber immerhin, man hat einen Schuldigen!
Das Fatale seiner Logik scheint dem Bürgermeister nicht einmal bewusst zu sein, auf der einen Seite stellt er fest: “Wir können keinem Unternehmen vorschreiben, wo es investieren soll. Es liegt in der unternehmerischen Freiheit, ohne Rechtfertigung gegenüber Dritten derartige Standortentscheidungen zu treffen” und auf der anderen Seite wollte er ein Unternehmen verkaufen, wo gerade die Stadt über dieses „Privileg“ verfügt. Hier spricht jemand mit gespaltener Zunge und offenbart anschaulich den Irrationalismus seines Denkens. Die Stadtwerke wollte er verkaufen, koste es was es wolle und nun ist er von den Konsequenzen privatwirtschaftlicher Entscheidungen enttäuscht. Das er mit dem Verkauf der Stadtwerke auch jede entscheidende Einflussnahme über eines der größten, primär wirtschaftlichen Unternehmen der Stadt verloren hätte, spielt keine Rolle, der Schmerz sitzt einfach zu tief.
Aber nicht nur das Schmerzen blind machen können, und der Blick fürs Wesentliche verloren geht, so hatte sich der Bürgermeister mit allen Mitteln für den Verkauf der Stadtwerke eingesetzt und dabei scheinbar nicht einmal bemerkt, das er sich selbst und der Stadt nicht nur entscheidender Substanz berauben wollte, sonder auch die verschiedensten Kollateralschäden billigend in Kauf genommen hat. Und obwohl der Kampf verloren wurde, führt er diesen weiter, sich der Konsequenzen nicht bewusst.
Nun haben die Quedlinburger ihren Bürgermeister ganz gut als jemanden kennen gelernt, welcher es durchaus versteht auf hohem Niveau, Schulter zuckend zu jammern, welches nicht nur im obigen Fall zu beobachten ist. So hat er im Zusammenhang mit der Stadtwerksprivatisierung aber nicht nur gejammert, nein, er war derjenige welcher die Stadt selbst madig gemacht hat, ein Untergansszenario heraufbeschwörte, durchaus erzielte Erfolge negiert, Situationen falsch dargestellt, Informationen zurückhielt, oder falsch interpretiert. Da half ihm ein teilweises zurück rudern und relativieren im Fortgang der Auseinandersetzung auch nicht mehr. Und nun frage ich, welches Unternehmen würde unter solchen Umständen in dieser Stadt investieren? Der Bürgermeister hat sich selbst als unglaubwürdig präsentiert und in seinem Wahn die Stadtwerke zu verkaufen, wie es scheint, alles andere aus dem Blick verloren. Oder war er wirklich der Meinung das diese Auseinandersetzungen nicht aufmerksam beobachtet wurden? Positiver Nebeneffekt, in einer Zeit sich zuspitzender Widersprüche gelangt man schneller zu des Pudels Kern.
Nun, sicher wird ihm keiner den Vorwurf machen, außer die potenziellen Käufer der Stadtwerke vielleicht, das er diese Auseinandersetzung verloren hat, dieses ist Ergebnis eines demokratischen Prozesses, welcher basisdemokratisch, getragen von einer außerparlamentarischen Opposition, motiviert war. Nicht diese Niederlage wirft ein bezeichnendes Licht auf die Politik des Bürgermeisters, sondern die Art und Weise wie diese Auseinandersetzung von ihm geführt wurde und vor allen auch, wie er mit dem Ergebnis umgeht!
Da nun aber gerade der Bürgermeister so oft auf marktwirtschaftliche Prämissen, Gesetzmäßigkeiten, Gepflogenheiten und unternehmerische Freiheiten verweist, ist es schon verwunderlich das er die „Ware“ Quedlinburg so schlecht verkauft, ja sein Produkt sogar schlecht redet und letztendlich sich wundert das es keiner mehr haben möchte!
Im Vergleich zum Quedlinburger Bürgermeister, schauen andere Bürgermeister nach vorn und für so geprägte Standorte entscheiden sich Investoren gegebenenfalls eher! Ein kleiner, aber nicht unwesentlicher Unterschied!
Und wenn daran gedacht wird, welche Probleme nicht nur auf die Kommunen, im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Krisen, zukommen, kann aus der Erfahrung heraus und nicht nur aus der Jüngeren, festgestellt werden, das dieser Bürgermeister, diesen Anforderungen in keiner Weise gewachsen ist. Über einen „Gutwetter-Bürgermeister“ ist er nie hinausgekommen und im Zuge der letzten Wahl leider als das „kleinere Übel“ wieder gewählt worden, mangels praktikabler Alternative zwar, aber frei nach dem Motto: „Er hat zwar in der letzten Legislaturperiode nicht viel bewirkt, aber er hat wenigstens keinen größeren Schaden angerichtet.“ Nur sollte dieser Logik in Zeiten sich zuspitzender Widersprüche und verschärfender Krisen nicht gefolgt werden, da die Folgen verheerend sein können!
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