Sicherheit und Sauberkeit I.

Sicherheit und Sauberkeit I.

Mister Saubermann und Frau Ordnung wollen zeugen den Homunkulus Sicherheit!

Genau genommen und ihrer Internetpräsens zu entnehmen, möchte sich die CDU als Ordnungspartei profilieren. Ordnung, Sauberkeit, Anstand, Sitte, Moral, etc. und um dieses Ziel zu erreichen scheint jedes Mittel recht. Anstelle die Ursachen zu ergründen, zu benennen und entsprechende Lösungen zu generieren, wird auf altbewährtes zurückgegriffen, Kontrolle und nochmals Kontrolle, Schäuble lässt grüßen und wie im Großen gilt es auch im Kleinen, die Überwachung zu perfektionieren.

In diesem Zusammenhang sollen der Stadt gleich noch ein paar zusätzliche Kosten aufgebürdet werden, denn das private Sicherheitsunternehmen wird seine Leute bestimmt nicht aus Spaß an der Freud auf Streife schicken.

Aber warum eigentlich überhaupt, da diese privaten Wachleute nur begleitend unterwegs sein sollen? Etwa als Personenschutze für Mitarbeiter des Ordnungsamtes, wenn es abends oder auch nachts in dunkle Ecken der Stadt geht, um Unordnung vorzubeugen?  

Ja, so ist es mit der Ordnungsmacht, wenn sie denn geschaffen werden soll und wie Sinnvoll kann eine Hundekottpatrollie sein und hat  Quedlinburg keine anderen Probleme? Sicher besteht auch ein Unterschied, ob bei einem Hundehalter die Plastiktütchen zu kontrollieren sind, oder zum Beispiel der sich regelmäßig hinter dem REWE Markt versammelnden zu untersagen Glasbruch zu verursachen. Wie dem auch sei, nach den Ursachen solchen Tuns wird nicht gefragt und ob gerade solche Kontrollen Sinn machen, ist durchaus zu bezweifeln.  Das Ergebnis wird wie so oft nur dürftig  sein, dass  Problem vielleicht verlagert und die Stadt um ein paar Euro ärmer.

Interessant wäre aber, was eine Begleitung durch eine kommerzielle Wach- und Schießgesellschaft kosten würde, vielleicht könnte die Stadt für dieses Geld ein paar “Fachkräfte” zur Beseitigung des Hundekotes und anderen Unrats beschäftigen? Und warum nicht gleich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und diese neu zu schaffenden Tätigkeiten, Mitgliedern der HinterdemREWEglasbruchverursachenden anzubieten? So wäre die Stadt im Nachhinein sicher sauberer und vielleicht sogar das eine oder andere Problem gleich mit gelöst. Sicher kein Gewinn für den Privaten Sicherheitsunternehmer, dafür aber für die Stadt!

Ach so, die bezeichnende Überschrift hat es natürlich in sich,  Privat unterstützt Staat – Quedlinburg sauberer und sicherer!“ einmal davon abgesehen, das es von Privaten in solchen Fällen nur Unterstützung gibt, wenn es für die Unterstützung Geld gibt, ist fraglich ob wirklich der Staat oder die Stadt gemeint ist. Aber, wie schon geschrieben, solche Unterstützung ist auf Dauer sicher nicht uneigennützig und Quedlinburg wird dadurch kaum sicherer und sauberer.

Nur, ist Quedlinburg eigentlich so unsicher? Eigentlich kann man durchaus auch abends und nachts durch diese Stadt gehen und selbst die Zeitungen wissen nicht viel zu berichten und diese sind immer für eine gute, aufreißerische Schlagzeile zu haben.  Ja, die Sicherheit ist eigentlich nicht bedroht und der Dreck kann preiswerter beseitigt werden.  Und da es sich ohnehin nur um eine Citystreife handelt, bleit ein großer Teil Quedlinburgs davon „verschont“, somit steht eigentlich schon fest, wohin die Probleme verschoben werden, die mit gesteigerter Überwachung und Kontrolle sicher nicht zu lösen sind. Hauptsache die CDU hat ihr Wahlkampftema, welches die kleinbürgerliche Seele bewegt, gibt ja sonst auch keine Probleme.

Interessant ist natürlich auch das zu Grunde liegende Sicherheitskonzept, welches sich ebenfalls auf der CDU-Seite findet.

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