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Nach dem Exzess folgt bekanntlich immer der Katzenjammer!

Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 7.5.2009 @ 13:12 In Gedanken | Keine Kommentare

Nach dem Exzess folgt bekanntlich immer der Katzenjammer!

 

In der [1] Mitteldeutschen Zeitung von gestern war unter der Schlagzeile „Automarkt kommt in Schwung“ zu lesen, das deutsche Hersteller an Boden gewinnen. Leider ist dieser Beitrag, welcher sich mit dem „Neuwagenboom“ im Zusammenhang mit der Abwrackprämie beschäftigt, im Internet nicht zu finden. So ist in dem Beitrag zu erfahren, das „im vergangenen Monat 380 000 Autos neu zugelassen“ wurden und dieses „waren 19% mehr als im April 2008“. Was für ein Erfolg, die Abwrackprämie und die Neuregelung der Kfz-Steuer machen es möglich. Weiter zu erfahren ist, das „im laufenden Jahr … in Deutschland bislang rund 1,25 Millionen Autos abgesetzt“ wurden und „weiter 600 000 Pkw-Bestellungen … die Hersteller hoffen“ lassen. Als besonderer Erfolg wird noch erwähnt, dass „der Anteil der Importautos auf 41,9 Prozent leicht zurück“ gegangen ist. Darüber hinaus fand noch Erwähnung das „nach Volkswagen … Opel mit 10 Prozent Marktanteil den zweiten Platz bei den Neuwagenzulassungen ein“nimmt.

Welch Erfolgsgeschichte, aber auch welch widersinnige Vorwegnahme zukünftigen Geschäftes, verbunden mit nicht unerheblicher Schmälerung von Kaufkraft. Aber wie es im Leben so ist, nach dem Exzess kommt ja bekanntlich der Katzenjammer und der wird nicht nur die Autoindustrie und nachgeordnete Händler treffen, sondern in erster Linie auch kleinere Kfz-Werkstädten und freie Händler, welche gerade mit Gebrauchtwagen und der Reparatur älteren Kfz ihr Geld verdienen. Unterm Strich wird die ganze Aktion dem Steuerzahler nicht gerade wenig Geld kosten, welches letztendlich nur die Aufgabe hat, weiteres Geld für die Autoindustrie locker zu machen. Was aber wenn die Sogwirkung nicht mehr da ist und das Geld dem Portmonees vieler Autokäufer entzogen? Wie weiter mit den enormen Überkapazitäten der Autoindustrie, wie weiter mit der verlorenen Kaufkraft im Binnenmarkt? Entwicklungsrichtungen, welche die Kfz-Industrie einschlägt finden sich gleich neben besagten Artikel. Da wird verkündet, der „Fiat-Chef will Opel-Standorte garantieren“, aber auch das „Opel … in seiner jetzigen Größe niemals Geld verdienen“ kann, was letztendlich weniger Arbeitsplätze bedeuten wird. Der Konzentrationsprozess setzt sich fort und die Ambitionen von Fiat sind da nicht der Anfang und werden auch nicht das Ende sein. Es wird ein Kampf geführt gegen Überkapazitäten, in dem diese aus dem Markt gedrängt werden sollten. Zu diesem Zweck braucht es große Strukturen, welche Technologien optimal ausnutzen und möglichst breit einsetzen können. Gegen bestehende Überkapazitäten werden neue geschaffen, ein Berg soll den anderen verdrängen. Dieses ist nicht nur eine gigantische Verschwendung von Ressourcen, sondern geht einher mit immer weiter sinkender Wertschöpfung und somit wird sich der Trend fortsetzen, das immer mehr Autos produziert und verkauft werden müssen und trotzdem immer weniger Gewinn erzielt wird, in dem die Gewinnrate also weiter sinkt.

Mit der Abwrackprämie wurde der Automobilindustrie, von der Politik mit einem Lächeln, zwar viel Geld zugeführt, die Kehrseite der Medaille, oder der Politik, ist aber, das diese sich, in dem sie sich vor der Autoindustrie verbeugend, mit Ihren fetten Arsch auf andere Gewerbe gesetzt hat und diese zu ersticken droht. Somit wesentlich größeren wirtschaftlichen Schaden angerichtet hat, als Nutzen gebracht erzielt wurde. Es wurde der Automarkt zwar in Schwung gebracht, letztendlich aber in einen Abschwung!

 

[2] Katze ohne jammern


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[2] Katze ohne jammern: http://kucaf.de/__oneclick_uploads/2009/05/schrank-092.JPG

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