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Quedlinburg, ein Jammertal?
Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 4.6.2009 @ 23:03 In Kommunalwahl, Gedanken | Keine Kommentare
[1] Quedlinburg, ein Jammertal?
[2] Quedlinburg liegt in einer Senke, klimatisch günstig, im Wetterschatten des Brocken und das wussten die Menschen in den vergangenen Jahrtausenden durchaus zu schätzen. Nicht nur das sie günstige Lebensbedingungen vor fanden, sie wussten diese auch zu Nutzen. Jäger und Sammler lebten hier und irgendwann begann der Mensch nicht nur die Gaben der Natur zu nutzen, sondern diese für sich auch zu mehren. Ackerbau und Viehzucht ließen die Menschen sesshaft werden und das besonders an solchen Orten, wo sie gute Bedingungen vor fanden. Viel Zeit ist vergangen und die verschiedensten Völker siedelten hier und hinterließen ihre [3] Spuren und das schon zu Zeiten, wo an Quedlinburg noch keiner dachte. Große Reiche kamen und gingen und irgendwann strahlte deren Einfluss auch in hiesige Gefilde und entfaltete seine Wirkung. Andere Reiche folgten und es kam die Zeit, als auch diese Region ein Bestandteil dieser wurde. [4] Karl der Große bekehrte nicht nur die Sachsen, in dem er den Menschen eine fremden Glauben aufzwang, sondern er läutete auch eine neue Zeit ein.
Aber auch das von Ihm begründete Reich spaltete sich und mit der Wahl eines Sachsenherzogs zum [5] König des Ostfrankenreichs wurde diese Spaltung manifestiert. Da besagter Herzog gern in dieser Gegen weilte, war es nur eine Frage der Zeit bis Quedlinburg Erwähnung fand. Von einer Stadt selbst konnte aber keine Rede sein, auch wenn an verschiedenen Stellen des heutigen Stadtgebietes gesiedelt wurde. 936 starb der König und wurde auf dem Burgberg beigesetzt. Sein Sohn richtete dort, ihm zu ehren und dem Toten zu gedenken, ein frei weltliches Damenstift ein, welches zudem noch die Aufgabe hatte, Damen des Hochadels eine entsprechende Ausbildung zu geben. Was nichts anderes bedeutete als diese auf die Ehe vorzubereiten, andererseits konnten sie dort, ein ihren Stande entsprechendes Leben führen, sollten sie nicht heiraten. Die Hofhaltung tat ihr übriges und das frei weltliche Damenstift erhielt im Jahr 994 von König (später Kaiser) [6] Otto III. das Privileg des [7] Münz-, Markt- und Zollrechtes für den Marktflecken Quedlinburg. Damit waren die Grundlagen für die spätere Stadtentwicklung gegeben. Quedlinburg selbst entstand um 1000 herum und begann sich zu emanzipieren. Im 12 Jahrhundert wurde die Neustadt gegründet, welche sich auf Grund historischer Ereignisse zu einer Ackerbürgerstadt entwickelte. 40 Jahre bevor Luther seine Thesen an die Tür der [8] Schlosskirche zu Wittenberg nagelte, begehrten die [9] aufstrebenden Bürger der Stadt auf und wurden von der damaligen Äbtissin, mit Hilfe ihrer Brüder nieder gerungen. So blieb Quedlinburg dem Einfluss der Äbtissin erhalten und das Stift bestimmt die Geschicke der Stadt noch etliche Jahrhunderte. Nach dessen Auflösung und als Ergebnis der selben entwickelte sich die [10] Landwirtschaft zu neuer Blüte, was nicht nur an den Überbleibseln ehemals großer Betriebe zu sehen ist, sondern auch an der Architektur dieser Zeit. Quedlinburg wuchs, die alten Stadtgrenzen wurden durchbrochen und die industrielle Landwirtschaft prägte über Jahrzehnte das Bild dieser Stadt.
Wie dem auch immer gewesen ist, es gab in der Vergangenheit sicher genügend Gründe um zu Jammern, letztendlich hat Quedlinburg viele Probleme allein gemeistert, und das über lange Zeit in Harmonie, aber auch im Streit mit dem Stift, welches einer Zeit entstammte, die nach und nach überholt wurde. Entwicklung geht weiter, die Zeiten ändern sich und die Menschen machen ihre Geschichte selbst, und mögen die Ergebnisse gelegentlich auch überraschend sein, zufällig sind sie deswegen noch lange nicht! Jammern hat meistens aber auch eine befördernde Wirkung, nur nicht in die gewollte Richtung. Wir leben in Zeiten großer Veränderungen, Entscheidungen müssen getroffen werden, aber um letzteres erfolgreich zu praktizieren, sollte erstes erkannt werden. Es geht nicht um ein zurück, aber um den Weg bewusst in die andere Richtung zu gehen, wäre es durchaus angebracht sich seiner eigenen Kräfte, Stärken und Potenziale zu besinnen. Leider gibt es Kräfte und das an entscheidender Stelle, welche, um ihren Jammergesang zu untermauern, selbst erzielte Erfolge negieren und dem Prinzip Hoffnung folgen. [11] Hier ein Text, (dieser [12] Seite entnommen) welcher sich mit dieser Situation auseinandersetzt. Übrigens sollte es weniger darum gehen, was wir wollen, sondern eher darum, was wir können!
Der Wille ist des Menschen Himmelreich, nur seine Tat ermöglicht ihm sein Leben!
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[1] Quedlinburg,: http://de.wikipedia.org/wiki/Quedlinburg
[2] Quedlinburg: http://de.wikipedia.org/wiki/Quedlinburg#Geographie
[3] Spuren: http://de.wikipedia.org/wiki/Quedlinburg#Fr.C3.BChe_Besiedlungen
[4] Karl der Große: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe
[5] König: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._%28Ostfrankenreich%29
[6] Otto III.: http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_III._%28HRR%29
[7] Münz-, Markt- und Zollrechtes: http://de.wikipedia.org/wiki/Mathilde_%28Quedlinburg%29
[8] Schlosskirche zu Wittenberg : http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Wittenberg
[9] aufstrebenden Bürger: http://de.wikipedia.org/wiki/Quedlinburg#Aufstrebende_Stadt_im_Sp.C3.A4tmittelal
ter_und_der_Fr.C3.BChneuzeit
[10] Landwirtschaft zu neuer Blüte: http://de.wikipedia.org/wiki/Quedlinburg#Aufstrebendes_Pflanzzuchtzentrum_vom_18
._bis_20._Jahrhundert
[11] Hier ein Text: http://www.buergerforum-qlb.de/fileadmin/bilder/Programm-BFQ-2009.pdf
[12] Seite: http://www.buergerforum-qlb.de/index.php?id=153
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