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Auch Quedlinburg hat gewählt, eine Meinung zur Kommunalwahl!

Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 9.6.2009 @ 22:09 In Kommunalwahl | Keine Kommentare

Hier das [1] Vorläufige Endergebnis:

[2] Keine wirkliche Wahl! [3] Gehört auch zur Quedlinburger Geschichte. [4] im000490.JPG [5] Ein Topf mit Suppe.

 

Auch Quedlinburg hat gewählt, eine Meinung zur Kommunalwahl!

 

Einmal davon abgesehen, dass die größte Gruppe wiedereinmal die Nichtwähler stellten, könnte das Bürgerforum eigentlich zufrieden mit dem Ergebnis der Kommunalwahl sein. Etwas über 11% der abgegeben Stimmen und damit 4 Kandidaten im Rat, ist schon nicht zu verachten. Wenn bedacht wird, dass in der letzten Legislaturperiode nur ein Vertreter des Forums im Rat saß, keine unerhebliche Steigerung, aber sie liegt auch im Trend allgemeiner, politischer Entwicklungen. Regionale Bürgerbewegungen und Wählervereinigungen waren die eigentlichen Gewinner dieser Wahl in Sachsen-Anhalt. Allein das Wahlergebnis kann nicht zufriedenstellend sein, dass Gewicht im Rat hat sich insgesamt zu Gunsten konsequent, konservativer Kräfte verschoben. So kann vor allem die CDU in Quedlinburg Gewinne verzeichnen, wogegen die FDP und die SPD nur einen sehr geringen Zuwachs verzeichnen können. Verloren hat vor allem das Bürgerbündnis QfW und die Partei die Linke. Damit verändert sich leider die Konstellation im Rat zu Gunsten der Kräfte, welche einen Ausverkauf der Stadt, „zur Rettung der Stadt“, sowie den Ausbau repressiver Maßnahmen gegenüber den Bürgern favorisieren.

Nun, die Zeit wird es zeigen und ob eine Herangehensweise, auf deren Grundlage viele unserer heutigen Probleme entstanden sind, diese Probleme lösen kann, ist nicht nur berechtigter Weise zu bezweifeln, sondern ins Reich der Mythen zu verschieben. So dient mehr Sicherheit zum Beispiel nicht der Lösung wirtschaftlicher und sozialer Problem, sondern nur deren Verlagerung und Unterdrückung. Genauso wie der Verkauf kommunalen Eigentums zwar kurzfristig Geld in die Kassen spülen kann, aber keine Probleme löst, sondern diese nur verschärft.

Es ist eine Situation entstanden, welche die Zusammensetzung des Rates zwar verändert, aber an den grundsätzlichen Verhältnissen wenig geändert hat, eher wurden diese zu Ungunsten der Bürger verschoben. Von veränderter Machtstruktur, oder gar Machtstrukturen kann schon gar keine Rede sein. Wie schon die Vergangenheit gezeigt hat, lag beim Rat eigentlich nur die Macht des Abstimmen und Beschließen, die daraus resultierende Machtlosigkeit zeigte sich gerade dort, wo Zustimmung versagt und dieses Versagen breit reflektiert wurde. Politische Macht hingegen, wurde im Zusammenhang mit dem Kampf um den Erhalt der Stadtwerke Quedlinburg im kommunalem Eigentum offenbart und zwar durch eine breite, außerparlamentarische Opposition.

An den grundsätzlichen Machtverhältnissen innerhalb des Rates kann das gute Abschneiden des Bürgerforums bei dieser Wahl auch nichts ändern, die Einflüsse einer breiten, außerparlamentarischen Opposition könnten da schon mehr bewirken. Nun bleibt abzuwarten welche grundsätzliche Richtung im Rat eingeschlagen wird und wie die dominierenden Kräfte ihren Einfluss geltend machen. Es ist aber kaum zu erwarten, das sich der Rat, unter dieser Konstellation, von ein beschließendes, zu ein arbeitendes Gremium entwickelt. Genau genommen wäre solches selbst unter anderer Konstellation im bürgerlichen Parteienparlamentarismus kaum möglich. Nun gut, wenn Wahlen etwas an den Machtverhältnissen ändern könnten, wären diese schon lange verboten, somit ist es auch wichtig, die Potenziale einer außerparlamentarischen Opposition und deren Möglichkeiten, selbst im vorgegebenen, engen Rahmen zu erhalten und zu nutzen.

Wie die Entwicklung weiter geht ist schwerlich zu sagen und nicht nur abhängig von den Ergebnissen der Gebietsreform, sondern auch von der weiteren Entwicklung der allgemeinen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen, unter Berücksichtigung des Verlaufes der gegenwärtigen Krise.

Wenn Quedlinburg im Rahmen der Gebietsreform doch noch mit anderen Kommunen zusammengehen sollte, oder andere Kommunen zwangsverpflichtet werden, mit Quedlinburg zusammen zugehen, so stehen vielleicht demnächst sogar Neuwahlen an. Da es eigentlich solchen Kommunen kaum zuzumuten wäre, von einem Rat „regiert“ zu werden, über den sie nicht entscheiden durften. So müsste dann auch die Stelle des Bürgermeisters zur Disposition gestellt werden!

Quedlinburg hat gewählt und die meisten Bürger sind zu Hause geblieben, oder haben das gute Wetter anders genutzt. Es gab Verschiebungen im Rat und es gab Verlierer und Gewinner und so mancher Gewinn kann sich auch als Verlust erweisen, wogegen Verluste sich kam als Gewinn entpuppen werden. Das Ergebnis dieser Wahl taugt dazu, das Ergebnis vom 11.01. (Volksentscheid über den Nichtverkauf der Stadtwerke) zu negieren und das ist nicht gut, besser wäre gewesen, wenn die Kommunalwahl das Ergebnis vom 11.01. bestätigt hätte, doch dieses hat es nur marginal und nicht wirkungsvoll.

 


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