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Zwei Beiträge aus einer Zeitung.
Dieser Eintrag stammt von Toguelo Am 19.6.2009 @ 18:07 In Spuren/Gefunden | 1 Kommentar
Zwei Beiträge aus einer Zeitung.
Eine Studie zur Armut und sie marschieren wieder, nicht die Armen, sondern die Armeen in fragwürdiger Tradition!
Viele wurden um ihre Meinung gebeten, weniger als 10% folgten dieser Bitte und das „repräsentative“ Ergebnis wurde veröffentlicht.
Frohlockend verkündet die MZ das Ergebnis unter der Schlagzeile: „[2] Glücklich arm“ Untertitel: „Studie der Volkssolidarität: Mehrheit der Bevölkerung mit Lebensbedingungen zufrieden“ Halleluja!
So kann die Stufe, auf welcher Menschen Zufriedenheit erlangen, sehr verschiedene sein. Was der Studie zu entnehmen ist, Geld ist nicht alles und so spielen das Lebensumfeld sowie soziale Beziehungen eine weitaus größere Rolle. Das von 11650 verschickten Fragebögen nur 1098 zurückgesandt wurden ist eine Aussage, welche nicht gerade für allgemeine Glückseligkeit spricht. Somit relativiert sich die Aussage, das für 57% Faulheit und für die Hälfte Unfähigkeit die Ursache für Armut ist, also für 50% Faulheit in Kombination mit Unfähigkeit. Das hingegen 65% als Hauptursache für Armut zu geringe Bezahlung ansehen, ist schon wesentlich einleuchtender. Aber was nun, bei soviel Prozent und das bei sich überschneidenden Fragen, irgendetwas kann da nicht stimmen. Sind es etwas die unter bezahlten Faulen, oder doch jene Menschen, welche auf Grund ihrer Unfähigkeit unter bezahlt sind? Ihrer Unfähigkeit wegen nicht in der Lage sind ihre Arbeitskraft richtig zu verkaufen, der Dummheit verfallen sind und dem Irrglauben folgen, dass ein Praktikum, ein ein Eurojob, eine prekäre Beschäftigung, oder was noch immer für Repressionen über Menschen gebracht werden, sie aus diesem Elend erlösen könnten.
Aber wurden nicht gerade diese Maßnahmen ersonnen um Menschen gefügig zu machen, ihr Wertesystem zu verschieben und eventuelle Zufriedenheiten zu zerstören? Menschen, welche selbst mit wenigem zufrieden sind, Menschen, welche mehr Wert auf Wohnen, Leben, Beziehungen legen, als auf die Mehrung des schnöden Mammon, lassen sich durch diesen bekanntlich auch schlechter steuern und disziplinieren. So wurde Hartz IV ersonnen, nicht nur um Armut zu manifestieren und zu mehren, sondern vor allem um Menschen wieder gefügig zu machen, bei denen Geld, auf Grund permanenten Mangels, seine disziplinierende Wirkung verloren hat. Die Wirtschaft schreit, in ihrem Billigwahn zur Mehrung des Gewinns, nach immer billigeren Arbeitskräften und wenn diese auf dem Arbeitsmarkt nicht zu finden sind, wird der Staat verpflichte diese zu organisieren und zu diesem Zwecke und um Widerstand vorzubeugen wird der Repressionsapparat weiter ausgebaut.
Und es geht weiter und gelegentlich erhitzen sich Gemüter wenn zum Sachsen-Anhalt-Tag alte Werkzeuge der Disziplinierung marschieren und das im Festumzug. Unter dem Titel „[3] SS-Auftritt erhitzt Gemüter“ findet sich in der MZ ein entsprechender Beitrag mit Foto und diversen Schuldzuweisungen, Ausreden und Entschuldigungen.
Nun ja, im Krieg befindet sich dieses Land ja schon wieder und das nicht erst seit Gestern, als weltweite Ordnungsmacht ist man wieder auf den Plan getreten und so hat die Nachfolgeorganisation der marschierenden auch auf besagten Tag geworben. Aber nicht nur dieses, nein, auch die innere Ordnungsmacht, die Polizei zeigte was ihre Hunde so alles können, nicht vergessend, darauf zu verweisen, dass die Zuschauer erst klatschen sollten, wenn die Hunde wieder an der Leine sind, sonst könnte die Klatschenden als „rebellierende“ Menge angesehen werden. Für was diese Hunde wohl alles abgerichtet werden? In jedem Fall, außer des Hundes vom Zoll, welcher Schmuggelwaren erschnüffeln soll und nach dessen Vorführungen gleich geklatscht werden durfte, werden diese Hunde ausgebildet um sie gegen Menschen einzusetzen. Auch wenn die Auftritte von Armee und Polizei ihrem Wesen entsprechend martialisch waren, so hatte das Landesfest doch noch etwas mehr zu bieten, zum Beispiel ein Riesenrad, eine wilde Maus, eine Wasserrutsche, diverse Bühnen und viele Stände, welche Waren anboten oder für Dienstleistungen warben.
Ach ja, was den Auftritt uniformierter Vergangenheit anbelangt, so wird sich reichlich echauffiert und die Skandalträchtigkeit festgestellt, nur wohin trieftet dieses Land?
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[3] SS-Auftritt erhitzt Gemüter: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtike
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