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Gedanken zu Begriffen.
Dieser Eintrag stammt von Toguelo Am 30.6.2009 @ 21:13 In Spuren/Gefunden | 4 Kommentare
Gedanken zu Begriffen.
In einer Antwort auf zwei [1] Kommentare habe ich mir einige Gedanken zu bestimmte Begriffe gemacht. Eine Frage, welche in einem Kommentar von mir gestellt wurde, war zwar eher rhetorisch gemeint, trotzdem erhielt ich eine interessante Antwort. Diese werden ich meinen Gedanken voranstellen.
Die Antwort:
Hallo Thomas,
Jetzt hat es geklappt (Dein Kommentar auf meinem Blog)
Schwellenländer: Das gehört einfach zu dem Schema “unterentwickelte Länder” - “entwickelte Länder”. Die “Schwellenländer” sollen der Übergang von einem zum andern sein, also gewissermaßen die oberste Spitze der “Unterentwicklung”.
Parallele Wortschöpfungen sind die von den verschiedenen Welten (1., 2., 3., 4.). Das ist aber ein wenig aus der Mode gekommen, wg. Abhandenkommen der “2. Welt” (der sozialistischen Staatengemeinschaft), wodurch die schöne Reihenfolge mangelhaft geworden ist.
Beim einen wie anderen handelt es sich natürlich um eine apologetische Terminologie. Ersteres macht (kapitalistische) Entwicklung scheinbar zu einer Zeitfrage und legt die Vorstellung nahe, (Vorwärts-) Entwicklung gebe es auf jeden Fall. Zweites reisest (wenn man von der “2. Welt” absieht, die man halt irgendwie ins Schema einbauen musste) die EINE kapitalistische Welt in der ideologischen Vorstellung auseinander - und damit den wirklichen Zusammenhang zwischen den verschiedenen “Welten”, z.B. die Extraprofite, die die Kapitale der imperialistischen Zentren aus den armen Regionen ziehen und die ein Teil der “Unterentwicklung” sind.
Zu dem Ideologie-Komplex gehört noch der so genannte Nord-Südkonflikt, der leider (via Sozialdemokratie) auch Eingang in die “Anti-Globalisierungs-Bewegung” und in gewisser Weise sogar in die Programmatik kommunistischer Parteien gefunden hat. (Zu Letzterem: Es gibt m.E. einen Zusammenhang zwischen der Nord-südkonflikt-These.
Meine Gedanken zu Thema:
Hallo Sepp,
ja die Zeit schreitet voran und so lässt die „Aktualität“ andere Themen in den Hintergrund rücken. Und die Schwellenländer, sowie die verschiedenen Welten, ich gebe Dir recht, es sind Wortschöpfungen, welche in erster Linie der Verschleierung und Wertung dienen.
Die erste Welt, das erstrebenswerte Ziel, in welche große Teile der zweiten Welt aufgegangen sind. Und die dritte Welt, der dritte Platz zählt nicht mehr. Nur die erste Welt kann das Ziel sein, das alles umfassende, das ewige Ziel, für die Ewigkeit gemacht, eigentlich schon von Ewigkeit her. Ja, hatten wir nicht immer schon Kapitalismus? Und sind es nicht nur verschiedene Entwicklungsphasen, welche dieser durchläuft? Der Urkapitalismus, die kapitalistische Antike und es fehlt eigentlich auch der kapitalistische Feudalismus nicht, als Vorstufe zum Kapitalismus in Reinform, dessen höchste Stufe der Imperialismus ist.
Das ewige Imperium im Wandel der Zeit? So sind die Schwellenländer nur ein Übergang, von der einen Form zur anderen, der Kapitalismus, ein Formwandler? Von Ewigkeit zu Ewigkeit, und die Ewigkeit, in Ewigkeit soll die kapitalistische Gesellschaftsordnung sein?
All diese Wortschöpfung dient doch nur der Manifestierung der kapitalistischen Verhältnisse. Nur keinen Zweifel an den ewigen Bestand dieser Gesellschaftsordnung aufkommen lassen, dabei wusste Goethe schon, das alles was besteht, wert ist, das es zugrunde geht. Entwicklung also, vom Niederen zum Höheren, nur wer möchte schon Veränderung, wenn es sich im hier und jetzt gut leben lässt? Da wird verschleiert, da wird gelogen, da wird verblödet, da wird erpresst, da wird geschliffen, alles nur dem hehren Ziel dienend das System zu erhalten, seinen Einfluss zu mehren und seine Gebiete auszudehnen.
Aber wie ist es mit den Ideologien, leben wir nicht in einer ideologiefreien Welt, wie es den Anschein haben soll? Wird man nicht oft mit dem Vorwurf konfrontiert, dass diese oder jene Meinung ideologisch sei und wird da nicht gemeint, dass sie voreingenommenem Denken entsprechen würde? Ja, vieles liegt im Argen und so gilt es heute selbst den Kampf um begriffliche Inhalte zu führen. Was ist schon Ideologie, wen nicht Anschauung und wehe dem der keine eigene hat! Dass viele Menschen keine eigene Anschauung mehr haben, dafür sorgen die Medien schon, in dem sie die Menschen mit Unmengen von Informationen und Heilslehren überschüttet. Ein sinkendes Bildungsvermögen und beschleunigte Verblödung der Bevölkerung tun ihr übriges. Nun, es wird gebraucht der funktionierende Mensch, nicht der Denkende.
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