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Feldbefreier in Beugehaft!
Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 22.8.2009 @ 21:59 In Spuren/Gefunden, Gedanken | Keine Kommentare
Feldbefreier in Beugehaft!
In einer Mailingliste war der [1] hier zu findende Text zu lesen und ich muss sagen, nicht uninteressant. Die Zusammenhänge sind nicht gerade kurios, ein Feldbefreier erhält eine Auflage, welcher er in achtenswerter Konsequenz nicht erfüllt. Es kommt zur Klage, ein großer Konzern schickt seine Anwälte und der Feldbefreier wird verurteilt. Zwar nicht in dem Maße wie es die Kläger fordern, aber immer hin. Eine Geldstrafe von 1000,-€ wird verhängt, alternativ zwei Tage Knast, für welche sich der Feldbefreier entscheidend und dann wird es lustig. Der Stadt würde lieber die 1000,-€ nehmen, wäre immerhin eine Einnahme, wogegen die zwei Tage Knast Geld kosten. Nun hat der Verurteilte nicht die Wahl, wenn Knast, dann soll er sich offenbaren, nachweisen also das er nicht in der Lage ist zu Zahlen. Da der Feldbefreier sich berechtigter Weise weigert sich zu offenbaren, wird Beugehaft angeordnet, also noch mehr Knast und letztlich noch mehr Kosten.
Schon ein Kuriosum diese Logik der Gerichtsbarkeit, aber auch bezeichnet für das System, um Kosten zu sparen, werden erst einmal Kosten verursacht. Es wirft sich die Frage auf, geht es überhaupt um die Kosten, oder geht es nicht eher darum einen Menschen zu beugen? Zumindest mit der Beugehaft und wenn Mensch ausreichend gebeugt wird, gelingt es diesen vielleicht sogar zu brechen, womit sich wiederum die menschenverachtende Ausrichtung dieses Systems zeigt.
Anmerkung:
Das Ansinnen solcher Feldbefreiungen ist durchaus zu begrüßen und verständlich, es gilt gerade den großen Saatgutproduzenten Widerstand entgegen zu bringen. Und das nicht nur weil die Auswirkungen entsprechender genetischer Manipulationen unbekannt und schwerlich vorher zu sehen sind, sondern auch um der Einfallt in der Landwirtschaft entgegenzuwirken. Ein Ergebnis der monopolisierten Saatzucht und -produktion ist nicht nur, dass immer mehr nicht vermehrungsfähiges Saatgut produziert wird, sondern auch das die Artenvielfalt verloren geht. Sicher können noch weitere Punkte aufgeführt werden, welche einen Widerstand gegen die Macheschaften der Konzerne rechtfertigen, ja sogar zwingend Notwendig machen. Die Feldbefreiung an sich, wird zwar partiell die Konzerne ärgern können, nur gleicht sie eher vergangener Maschinenstürmerei und wird wie diese über störende Wirkungen nicht hinauskommen. Sie sind aber ein Anfang und auch die Erfahrungen aus der Maschinenstürmerei führten zu neuen und effektiveren Kampfmethoden. Letztendlich liegen die Ursachen für den praktizierten, manipulierenden Umgang mit der Natur im kapitalistischen, im imperialistischen System selbst begründet.
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