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Egozentrische Freiheit!
Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 28.8.2009 @ 20:54 In Gedanken | 1 Kommentar
Egozentrische Freiheit!
Heute brachte ich meine Tochter und deren Freundin zur Schule, was nicht unbedingt selten ist. Auf dem Weg zur Schule kommen wir an der Bosse Schule vorbei, welche mit der fünften Klasse beginnend. Vor dem Unterricht versammeln sich viele Schüler vor dem Schulgelände. Dort scheinen sie sich zu treffen, um sich auf den Unterricht vorzubereiten und noch eine Zigarette vor Schulbeginn zu rauchen. Eigentlich dürfen die meisten Schüler dieses zwar noch nicht, aber zu stören scheint das keinen. Darum soll es hier nun nicht gehen, sondern um die Faulheit mancher Eltern, wenn sie ihre Kinder vor der Schule abliefern.
Als ich nun mit den zwei Mädchen, auf dem Weg zur Grundschule, an dieser Schule vorbeikamen, bog kurz vor uns ein PKW in die Einfahrt zur erstgenannten Schule ein, blieb vor dem Tor stehen und zwar so, dass der Bürgersteig komplett blockiert wurde. Ich musste mit den Mädchen auf die Straße ausweichen. Dem Fahrer des Autos, welcher gerade seinem Kind die Tür öffnete, damit dieses aussteigen konnten, rief ich noch zu, dass es ein Ausdruck von Hochkultur sei, wenn die Autos die Bürgersteige blockieren und die Fußgänger auf die Straße ausweichen müssen, aber auch ein Ausdruck von Dummheit! Er schaute etwas blöd und ich zog mit den Mädels meiner Wege.
Nun ist es nicht das erste Mal das mir solches passiert, ja, solche Ereignisse, welche Ausdruck egozentrischer, fauler, Dummheit sind, häufen sich sogar. Egal und ohne Rücksicht auf Verluste wird dem eigenem Gestus gefolgt und mit der blechernen Rüstung soweit ans Ziel heran gefahren wie irgend möglich, nur keinen Meter zu viel laufen.
Da ist durchaus die Frage berechtigt, was in den Hirnen solcher Egomanen vorgeht, und ob meine Bemerkung den Egomanen zum Nachdenken anregt? Ich wage ich zu bezweifeln, wahrscheinlich wird er sich nur in seiner Freiheit angegriffen fühlen.
Wir leben eben in einer „Hochkultur“, welche durch allgemeine Egomanie und der Freiheit der Unterwerfung gekennzeichnet ist. Rücksichtsnahme ist für viele Menschen ein Fremdwort, denn diese könnte ja als Schwäche interpretiert werden, in einer Gesellschaft, in welcher das „Gesetz der Stärkeren“ Priorität hat. Selbst wenn die einzige Stärke, über welche viele Menschen verfügen, ihre Egomanie ist, welche sie geneigt sind gegen vermeidlich schwächere auszuleben, wenn sie gerade dem Jammertal der Unterwerfung kurzeitig entkommen sind.
Da werden eben schon mal Bürgersteige zugeparkt, oder Radfahrer und Fußgänger im Straßenverkehr nicht berücksichtigt. Der schwächere muss sich dem Stärkeren unterordnen, so das Kredo vieler Verkehrsteilnehmer, und ein PKW verfügt eben über mehr Masse als ein Radfahrer oder ein Fußgänger. Aber auch dieses Problem entspringt diesem System, nicht nur das es auf Egozentrik aufbaut und das Recht des Stärkeren festgeschrieben hat, es befördert auch allgemeine Rücksichtslosigkeit. Menschen, welche selbst die verschiedensten Formen von Rücksichtslosigkeit und Ignoranz erfahren haben, zur Unterordnung genötigt werden und gezwungen werden sich erbarmungslos anzupassen, sind oft geneigt dieses anderen Menschen ebenfalls anzutun. Sie fungieren als Spiegel, nur das sie das ihnen Widerfahrende nicht reflektieren und auf den Ausgangspunkt zurückleiten, sondern weiterleiten, auf vermeidlich und oft tatsächlich schwächere.
Oft sind es jene Menschen, welche sich fleißig dünken, die mit ihren Autos soweit fahren wie sie nur können und das oft ohne Rücksicht auf Verluste. Sie erachten es wahrscheinlich als Notwendig, um in ihrem ewigen Streben nach Fleiß nicht unterbrochen zu werden, dabei ist nichts besser geeignet von ihrer Faulheit zu zeugen, als dieses.
Es muss ja nicht bedeuten das nicht bis ans Ziel gefahren kann, wenn es die Bedingungen zu lassen, gut, aber es auf Kosten anderer zu erzwingen und diese damit eventuell noch zu gefährden, müsste eigentlich nicht sein.
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