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Ein Held wurde geboren, …

Dieser Eintrag stammt von Toguelo Am 16.9.2009 @ 20:49 In Krieg und Frieden, Gedanken | 1 Kommentar

Ein Held wurde geboren, wie üblich musste ein Mensch dafür streben!

Nun sind die Umstände der Geburt geklärt und die Geburtshelfer wurden Dingfest gemacht. Ein Thema also, welches taugt die Seiten von Zeitungen zu füllen, Sendeplätze zu besetzen und sich obendrein noch gut Instrumentalisieren lässt.

Das Wort von der Zivilcourage macht die Runde, der Ruf nach mehr davon wird laut, aber auch nach härteren Strafen, mehr Überwachung, mehr Kameras an öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen etc. Neu ist dieses nicht, ähnliche Fälle in der Vergangenheit, generierten ähnliche Forderungen.

Diese Tat ist Grauenvoll, zeigt aber auch wie leichtfertig mit Menschenleben umgegangen wird und diese Umgangsweise zieht sich durch die ganze Gesellschaft. Gewalt hat viele Formen und fordert ihre Opfer, sie ist in fast jeden Bereich des täglichen Lebens präsent. Dieses scheint aber nicht genug zu sein, so findet Gewallt zu guter Letzt auch noch überproportionalen Widerhall in den Medien, wodurch bestimmte Formen von Gewallt nur noch potenziert werden.

Nun wurde [1] hier ein Mensch getötet, woanders einer verprügelt, der eine fand den Tod durch Jugendliche, die eigentlich nur den Gesetzen des Marktes folgten, als er Kinder vor diesen schützen wollte, der andere wurde [2] Verprügelt als er demonstrierte und dieses von [3] Polizisten. Den einen werden niedere Beweggründe vorgeworfen und welche Beweggründe hatten die Polizisten, etwas hohe? Als ob Mord und Gewallt aus höheren Beweggründen zu rechtfertigen wären.

Und wenn man es genau betrachtet, so funktioniert das ganze System des Kapitalismus eigentlich nur auf Grund niederer Beweggründe. Die Stärkeren knechten die Schwächeren und beuten diese aus, Marktwirtschaft wird es genannt und mit zweierlei Maß wird gemessen. Warum das so ist, warum es Menschen gibt welche Schwächere erbarmungslos ausnutzen, diese Frage erspart man sich in solchen Diskussionen.

Nein, die Mordtat ist zu verurteilen, wie jeder Mord, ob nun auf einem Bahnhof in München, oder an einem Tanklastzug in Afghanistan!

Aber wir sollten uns auch bewusst sein,  nach Zivilcourage wird gerufen und im selben Atemzug der Entsolidarisierung das Wort geredet, der Herdentrieb des Individualismus kultiviert. Das ICH schaut weg, nachdem das WIR vernichtet wurde, solidarische Prinzipien werden auf dem Altar des Marktes geopfert und man ist erschreckt, wenn die Spuren eigenen Wirkens sich offenbaren.

 


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[2] Verprügelt: http://www.woschod.de/2009/09/13/polizeibrutalitaet-bei-demonstration-in-berlin/
[3] Polizisten: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtike
l&aid=1252919039452&openMenu=1013016724320&calledPageId=1013016724320&listid=1018881578370

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