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Fragwürdige Tradition!
Fragwürdige Tradition!
„Ein Streifzug durch 300 Jahre Garnisonsgeschichte in der Stadt“ Quedlinburg und so konnte ein entsprechendes Museum auch am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden. Ja, der Tradition verpflichtet und kurz nach der Wende war es mit der Garnisonsherrlichkeit vorbei! Zuletzt waren es Truppen der Roten Armee, welche hier stationiert waren und als russische Truppen abzogen.
Begonnen hat die ganze Angelegenheit mit dem Verkauf der „Schutzherrschaft“ durch August den Starken an die Brandenburger zum Jahre 1698. Ab da standen die Brandenburger, aus denen später die Preußen wurden, in Quedlinburg. So wurden ab da auch Rekruten für die brandenburg/preußische Armee in Quedlinburg gepresst. Dieser militärischen Tradition hat sich nun ein Verein verschrieben, welcher auch nicht davor zurückschreckt in den Uniformen vergangener Zeit zu posieren.
Nun gut, Museen und Erinnerung sind eine gute und wichtige Sache, fraglich nur die Interpretation der Traditionslinie. Die Garnisonsgeschichte ist ein Bestandteil der Quedlinburger Geschichte, aus diesem Grund ist sie auch zu bezeichnen, verklärt sollte sie aber nicht werden. Denn sicherlich waren die Quedlinburger nicht erfreut über die Besetzung ihrer Stadt durch die Brandenburger im Jahre 1698.
Heute sieht die Welt etwas anders aus und gerade solche Traditionen werden gebraucht, um gegenwärtiges Expansionsstreben traditionell zu begründen.
