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Schlagzeilen machen den Ton!

Dieser Eintrag stammt von Toguelo Am 17.9.2009 @ 14:27 In Krieg und Frieden, Gedanken | Keine Kommentare

Schlagzeilen machen den Ton!

Die Schlagzeile gibt die Richtung an, selbst wenn diese im Text korrigiert werden muss. Dieses aber je nach dem und für wem Partei zu ergreifen ist, so wird sie dem eigenem Interesse dienlich, mal positiv und mal negativ abgefasst. Im Falle der Wahlen in Afghanistan [1] hier positiv für Karsai. So ergab die Auszählung eine „Absolute Mehrheit für Karsai“ und in der ergänzenden Überschrift erfährt man das „Vorläufige Ergebnis: 54,6 Prozent der Stimmen für den Amtsinhaber – Massiver Wahlbetrug vermutet“. Aber was soll es, Wahlbetrug hin, Wahlbetrug her, der Vasall wird zum Sieger gekürt und dies ist das Entscheidende. Zwar erfährt man im Text, „mehr als ein Viertel der Stimmen sei gefälscht“, dieses hält aber nicht vom Siegestaumel ab. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass diese Feststellung von den eigenen Wahlbeobachtern getroffen wurde.

Andererseits, wenn die EU-Wahlbeobachtermission dieses schon feststellt, wird der Betrug sicher noch etwas umfassender ausgefallen sein und so offensichtlich, dass ein Leugnen einfach nicht möglich ist. Immerhin, man hat ja einen Ruf als Gralshüter der bürgerlichen Demokratie zu verlieren. Da wird dann schon mal das Ergebnis mit Zurückhaltung betrachtet und „die Aufklärung der Betrugsvorwürfe gefordert“, wohl bemerkt, der „Betrugsvorwürfe“ nicht des Betruges!

Und so müssen 10% der Stimmen (der Wahllokale) nochmals ausgezählt werden, sollte sich das Ergebnis nicht ändern, so wird dem Ergebnis stattgegeben. Nur wer entscheidet welche Wahllokale zum wiederholten male ausgezählt werden?

Ja, „Ein Wahlsieg mit vielen Fragezeichen“, stellt sogar der Bundesaußenminister fest, aber immerhin ein Wahlsieg! Es ist ein Sieg, welcher mit Fragezeichen versehen wird, aber damit auch anerkannt, die Fragezeichen also nur eine Formsache? Hier wird nicht die Wahl in Frage gestellt, sondern nur ein Fragezeichen an den Sieger gemalt. Es wird zwar Zweifel zugelassen, was unter der gegebenen Sachlage auch nicht anders möglich ist, aber auch diese werden geklärt werden und aus den Weg geräumt. Der Sieger steht fest und so ist dieser Sieg auch nur leise zweifelnd zu bestätigen, letztendlich wird Gras über die ganze Sache wachsen, der Betrug vom Winde verweht und im Bombenhagel erstickt.

Aber war anderes zu erwarten? In Afghanistan wird Krieg geführt und es wäre töricht anzunehmen das dieser Krieg keinen Einfluss auf die Wahlen haben würde. Wie frei sind Menschen, wie frei können Menschen in einem Land sein und entscheiden, welches mit einem permanenten Aggressionskrieg überzogen wird? In Kriegen wird Recht durch Faustrecht ersetzt, Freiheit durch Angst und Anpassung, Wahrheit durch Lüge und Betrug ist eine elementarer Wesenszug nicht nur diesen Krieges. Wem wundert es, dass intensiver und so gar offener, selbst bei Wahlen betrogen wird, als sonst üblich? Wer gibt sich der Illusion hin, das sich Machtverhältnisse, politische Kräfte in einem besetzten Land etablieren könnten, welche den Besatzern nicht recht wären?

Das betrogen wurde steht fest, selbst die Besatzer müssen dieses anerkennen und so wird Kritik zumindest angedeutet, um das Gesicht zu wahren, wohl bestrebt an einem genehmen Ergebnis nichts zu ändern.

 


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