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Gedanken zur Wahl, Religion und Politik!
Dieser Eintrag stammt von Toguelo Am 30.9.2009 @ 12:32 In Spuren/Gefunden, Gedanken | Keine Kommentare
Gedanken zur Wahl, Religion und Politik!
Ein weiterer [1] Kommentar:
Hallo Sepp,
nun wird die Seite politisch justiert sein, ihr Ausgangspunkt eher zurückgewandt, was gesellschaftliche Entwicklung betrifft. Das muss ja nicht hinderlich sein, wenn es um die Einschätzung und Wertung gegenwärtiger Ereignisse geht. Nur wo wird das Ziel des Kampfes gesehen? Denn für irgendetwas wird ja eingetreten! Und wenn ich die Seite recht verstehe, so geht es um die Interessen der Muslime, also einer ganz betimten religiös motivierten Gruppe, welche durch den Wahlausgang sicher auch weitere Verschlechterungen für sich befürchtet. Hier macht die Stellung des Menschen an Hand der Religion den Unterschied, nicht die Stellung des Menschen an Hand seiner Stellung zu den Produktionsmitteln.
Es spielt der Umgang mit praktiziertem Glauben eine größere Rolle, als die Trennung in Arm und Reich. Der Ausgangspunkt der Kritik führt letztendlich zum Ziel der Kritik, was soll mit der Kritik erreicht werden?
Das aufgerufen wird die Partei Die Linke zu wählen ist da nicht verwunderlich, da diese im Namen des Pluralismus auch Raum für religiös gläubige Menschen bietet, traditionell zwar mit einem leichtem Hang zum Christentum, aber dem Hauche Lessings verpflichtet.
In diesem Zusammenhang ist sie sich nicht einmal zu schade, den Kirchen ein Monopol auf allgemein, menschlichen Wert zuzuerkennen. Da sie traditionell aber noch fest ostverwurzelt ist, findet sich in ihr ein Großteil Atheisten und religiös nichtgläubiger Menschen, wodurch wiederum einseitig, religiöser Glaube nicht dominieren kann. Auch findet sich heute noch etwas von der wissenschaftlichen Weltanschauung der Arbeiterklasse in der Linken, wenn auch sehr verschüttet und nur gelegentlich, reichlich inkonsequent durchschauend. Diese Inkonsequenz macht es religiös-gläubigen Menschen aber auch sehr leicht, ohne viele Vorbehalte, ihren Interessen entsprechend, diese Partei zu wählen.
Religiöser Glaube ist in der Gesellschaft des Kapitals Rückwärtsgewand, (zu Luthers Zeiten brauchte das Bürgertum noch eine Religion als Transmissionsinstrument ihrer Interessen, die Aufklärung machte sie überflüssig und der faulende, parasitäre Kapitalismus nutz sie gern als ein Vehikel zum Machterhalt) da der religiöse Glaube Herrschaftsstrukturen manifestiert und kultiviert! Aber auch die Partei die Linke ist nicht gewillt diese Gesellschaft grundlegend zu ändern, sie ist angekommen im System und hat begonnen diesem zu dienen.
Die einen sind aus der Vergangenheit übrig geblieben, die anderen aus der Zukunft verstoßen worden, so treffen sie sich in der Gegenwart, und haben nichts Besseres zu tun, als den Versuch zu starten, die vorgefundenen Verhältnisse für sich zu kultivieren.
Nun bin ich etwas abgeschweift, nur wenn man konkreter über diese Problematik nachdenkt, desto mehr Bezugs- und Kritikpunkte erschließen sich einem.
Mit solidarischem Gruß
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