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Und die Diskussion geht weiter!
Und die Diskussion geht weiter!
Hier hatte ich auf eine sich entwickelnde Diskussion verwiesen, und gestern sind einige interessante Beiträge hin zu gekommen, darunter auch unten veröffentlichte Betrachtung von mir. Ob diese zu den interessanten Beiträgen gehört, nun ja, für konstruktive Kritik bin ich immer dankbar!
@Lupe,
nun ist mir fremd woher Du stammst, ich stamme aus dem Osten des Landes und habe dort nach wie vor meinen Lebensmittelpunkt, daher reflektiere ich das eine und andere vielleicht etwas anders. Dieses ist meiner Erfahrungswelt geschuldet, was aber sicher ist; bei der Beurteilung der kommunistischen Bewegung in diesem Land, sollten die historischen Begebenheiten und Umstände nicht außer acht gelassen werden. Übrigens ist es von untergeordneter Bedeutung wie sich die Entwicklung während der Zeit des kalten Krieges vollzogen hat, viel wichtiger ist der Zustand, wie er gegenwärtig anzutreffen ist. Die Vergangenheit kann ich nicht mehr ändern, nur noch Lehren aus dieser ziehen, die Zukunft kann ich nicht voraussagen und deren Problem nicht lösen, das einzige was übrig bleibt ist die Gegenwart zu nutzen. Was nun das Verhältnis von DKP und KPD anbelangt, so würde ich mich der Auffassung von Sepp anschließen, wobei es wenig Sinn macht ein nicht mehr existentes Verhältnis zu diskutieren. Viel wichtiger ist doch, wie die DKP heute agiert, welchen Einfluss sie hat und wie sie an die Probleme der Gegenwart herangeht!
Aber nun zu den Kritikpunkten meinem Text entsprechend.
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Synonyme haben immer eine Aufgabe zu erfüllen und so sollten diese durchaus treffend sein, der Begriff Mutter steht für ganz bestimmte Aussagen, wie auch der Begriff Lehrer, und diese sind alles andere als übereinstimmend.
Hilfe zur Selbsthilfe, ja vielleicht, aber geht es um Hilfe, welche gewährt werden soll? Eigentlich doch nicht, es geht um Erkenntnisse, welche es zu gewinnen und zu vermitteln gilt. Der Begriff Hilfe, wie auch der Begriff der Mutter negieren das Subjekt und schaffen das Objekt. Die Arbeiterklasse ist aber kein Objekt, sie ist Subjekt, sie ist eine schöpferisch tätige Klasse, sie agiert, unabhängig ob wir dieses wollen, oder auch nicht, ihr Agieren unterliegt den Gesetzmäßigkeiten dieses Systems! Eigentlich hat die Arbeiterklasse alle Macht dieses Systems inne, allein, sie ist sich dessen nicht bewusst. Ohne die Arbeiterklasse würde im Kapitalismus nichts gehen! Aber was ist die Arbeiterklasse, wie wird sie definiert und wie definiert sie sich selbst?
Und die Besetzung der Fahrradfabrik in Nordhausen (war es Nordhausen, nicht Sangerhausen?) kann eigentlich nicht hoch genug bewertet werden. Sie ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn das Ergebnis nicht das ist, was sich viele vorgestellt haben. Vor einigen Jahren war so etwas noch undenkbar! Es gibt keine fertigen Rezepte, es entwickelt sich und nur wer etwas tut, kann aus seinen Taten lernen und nur wer Kämpft, kann aus den Kämpfen lernen. Was aber auch gerade in solchen Fällen notwendig ist, ist Solidarität und daran mangelt es heute noch etwas, liegt auch daran, dass dieser Begriff auf die verschiedenste Art auch missbraucht wird.
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Was ein kommunistische Parteiorganisation zur Zeit leisten kann, kann ich nicht sagen, ich gehöre keiner an. Egal wie immer man jetzt auch organisiert ist, es gilt den Organisierungsgrad den Erfordernissen entsprechen zu erhöhen und er wird sich mit gegebener Notwendigkeit erhöhen. Eine jede Entwicklung sollte aber auch immer im Kontext ihrer Zeit, unter Berücksichtigung der Vielschichtigkeit von Zusammenhängen gesehen werden. Nichts ist losgelöst oder steht für sich allein! All zu oft wird über die Vergangenheit mit dem Wissen von heute geurteilt, ohne die zu dieser Zeit herrschenden Bedingungen zu berücksichtigen. Das führt nicht nur zu falschen Urteilen, sondern auch zu falschen Schlüssen!
Praktische Taten sind auch unabhängig von praktizierter Organisation möglich, es kann einiges getan werden, dieses allein schon durch Interessenwahrnehmung. Da braucht es nicht einmal den Verweis auf große Interessenkonstrukte, der Verweis auf die eigenen Interessen und das Aufzeigen gegebener Interessenübereinstimmungen sind in der täglichen Arbeit oft schon ausreichend. Übrigens sollte sich keiner selbst in möglicher Organisationsvielfalt behindert sehen. Es gibt die verschiedensten Initiative, welche es wert sind unterstützt zu werden und breite Bündnisse zur Durchsetzung von Interessen sind eine gute Sache! Heute ist es wichtig für bestehende Probleme zu sensibilisieren, sich mit den verschiedensten Argumenten auseinander zusetzen und Interessen- spezifische Lösungen zu erarbeiten und durchsetzen. Da gibt es viel zu tun, im Kleinen, wie im Großen. Es ist die tägliche Arbeit im Kleinen, es ist der erfolgreiche und greifbare Einsatz für die direkten Interessen der Menschen vor Ort, welcher Vertrauen schafft. Damit man dazu befähigt ist, in der Lösungsfindung, wie auch in der direkten Auseinandersetzung, bestehen zu können, ist eine gute Organisation, welche das notwendige Rüstzeug vermittelt, aber auch eine Basis für den Austausch von Erfahrungen ist, von Nöten.
Nun zu Nr. 10.
Ja Du hast recht, ich habe nichts gesagt, ich habe etwas aufgeschrieben und dieses macht durchaus Sinn! Und ich kann auch nicht verstehen, warum eine Inhaltliche Aussage fehlt, wenn ich schreibe (auf die Frage nach den Adressaten zur Gewinnung von Mitstreitern): „… den Kontakten entsprechend und entspringend!“ und auch zu den Formen wie dieses meines Erachtens erfolgen sollte habe ich etwas geschrieben: „Die Ansprache sollte persönlich sein und persönlicher Erfahrung folgend. Was ebenfalls wichtig ist, wenn sich jemand für diese Bewegung interessiert, so sollte in jedem Fall persönlich Kontakt aufgenommen werden.“ Alles nichts? Was möchtest Du, fertige Rezepte? Die gibt es nicht und wird es auch nicht geben, das Kochbuch des Kommunismus vielleicht, erstes Kapitel, wie backe ich mir einen Kommunisten?
Und zu guter Letzt, die revolutionäre Tradition!
Einmal davon abgesehen, dass die meisten Revolutionen in der Geschichte nicht erfolgreich zu Ende geführt wurden, sollten die historischen Umstände in den einzelnen Ländern schon berücksichtigt werden. Zwar haben Deutschland und Frankreich die selben Wurzeln, sie sind beide aus dem Reich Karl des Großen hervorgegangen, doch hat sich nach der Wahl des Sachsenherzogs Heinrich I. im Jahre 919 zum ersten nicht fränkischen König des Ostfrankenreichs, einiges anders entwickelt. Während sich in Frankreich der Absolutismus durchsetzte, war es im Reich der Deutschen die Kleinstaaterei, also völlig verschiedene Voraussetzungen für eine Revolution. Dabei sollte auch bedacht werden, das die frühbürgerliche Revolution (Bauernkrieg) in Deutschland zu einem Zeitpunkt stattfand, da keimte in Frankreich gerade der Absolutismus auf. Erinnern wir uns, 1517 schlug Luther seine Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg, welches allein schon zu einer Spaltung unter den Landesherren führte. Eine völlig andere Situation als zur Zeit der französischen Revolution 1789 bis 1799, wo es galt EINEN absoluten Herrscher zu bezwingen. Auch darf nicht ohne Berücksichtigung bleiben, das die deutschen Länder durch den 30jährigen Krieg 1618 -1648 besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden, da dieser hauptsächlich auf dem Gebiet des heiligen römischen Reiches ausgetragen wurde. Ganze Landstriche wurden endvölkert und weite Gebiete brauchten 100 Jahre um sich von den Folgen des Krieges zu erholen und es dauerte ca. 200 Jahre bis dieses Land überhaupt wieder eine Rolle in Europa spielte.
Aber es gilt nicht nur das historische Umfeld zu betrachten und zu berücksichtigen, sondern auch die entspreche Einordnung in die gesellschaftliche Entwicklung. So sind die von Dir genannten Aufstände keine proletarischen, auch wenn sie nicht erfolgreich waren, so fallen sie doch in die Zeit bürgerlichen Emanzipationsstrebens. Bevor die Arbeiterklasse überhaupt an Machtübernahme denken konnte, musste sie erst einmal als Klasse entstehen und diese Entstehung ist nun mal an die Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft gebunden. Bevor nicht das Bürgertum, das Kapital die Macht übernommen hatte, war an eine proletarische Revolution nicht zu denken. Auch 1848 war keine proletarische Revolution, es war eine bürgerliche, welche durch das Bürgertum selbst verraten wurde, im Zweifelsfall kann dieses bei K. Marx nachgelesen werden. Er war nicht nur Zeitzeuge, er war auch Teilnehmer! So kam in diesem Land, das Kapital mittels Kompromisse, im Zuge eines evolutionären Prozesses an die Macht. Die erste proletarische Revolution war die Pariser Kommune, und auch in diesem Zusammenhang verweise ich gern auf Marx und Engels. Auch dieser wird man nicht gerecht, wenn die historischen Umstände keine Berücksichtigung finden. Die erste erfolgreiche proletarische Revolution fand 1917 in Russland statt, ihr ging aber auch eine bürgerliche Revolution voran, die Februarrevolution 1917. Ohne die entsprechenden historischen Hintergründe ist auch diese nicht zu verstehen.
Letztendlich hilft uns einen oberflächliche Betrachtungsweise nicht weiter, einige theoretische Grundlagen sollten schon vorhanden sein und der dialektische und historische Materialismus einem nicht fremd, er ist ein untrennbarer Bestandteil der Weltanschauung der Arbeiterklasse, aber dieses ist schon wieder ein anderes Thema!
Gruß
Thomas
5.10.2009 bei 09:45
Hallo Thomas.
Seht gut, was Du zu Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft schreibst ! Auch mit den Bemerkungen zu Arbeiterklasse - Subjekt/Objekt bin ich voellig einverstanden. Ich vermute, die Vorstellung des Diskussionsgegners laeuft darauf hinaus, eine “richtige” KP von heute muesse so sein wie die KPD waehrend der Weimarer Republik - bei einer heute sehr verschiedenen Physiognomie der Arbeiterklasse, ganz neuen Schichten, drastischem Rueckgang der Fabrikarbeiterschaft … ist das bestenfalls Nostalgie.
Es geht ihm um Delegetimierung. Deswegen bin ich so ausfuehrlich auf das KPD/DKP-Verhaeltnis eingegangen. Aber konstruktiv waere eigentlich, wie Du schreibst, zu ueberlegen, was jetzt getan werden kann.
Solidarischen Gruss
Sepp
5.10.2009 bei 11:38
Hallo Sepp,
mal ehrlich, ich weiß nicht worauf Lupe hinaus möchte, Du hast in einer Antwort zurecht den Terminus “Honecker-Regime” für die DDR kritisiert. Und einmal davon abgesehen, dass die Gegenüberstellung der Parteien sehr oberflächlich erfolgt und oft an Nebensächlichkeiten festgemacht wird, wären auch andere Wortkonstrukte zu kritisieren. So wurde der Begriff „Parteigenossen“ hauptsächlich von den deutschen Faschisten verwandt, ob er vor Machtübernahme durch die Faschisten in der KPD üblich war, kann ich nicht sagen, wage es aber zu bezweifeln. Wobei die Faschisten ja vieles aus der proletarischen Rhetorik für ihre Zwecke übernommen haben. Ohne diese aber ihren Bedürfnissen anzupassen, also abzuwandeln, war es nicht möglich. Vielleicht weißt Du da ja mehr.
Eines steht fest, von einer fundierten Analyse, unter Berücksichtigung der historischen Befindlichkeiten ist Lupe weit entfernt.
Solidarischen Gruß
Thomas
5.10.2009 bei 14:15
Hallo Thomas.
Mehr wissen tu ich nicht. Aber es gibt nur zwei Moeglichkeiten: entweder macht ein Nazi sein Spielchen mit Linken. Oder Lupe ist ein Anhaenger der MLPD. Ich hielt Letzteres fuer wahrscheinlicher. Aber Dein Hinweis auf das Wort “Parteigenosse” (ich hatte das ueberlesen) macht mich jetzt stutzig. Das ist nicht der Duktus der MLPDler.
Ich hab schon gleich am Anfang “gerochen”, dass es von seiner Seite nicht um eine unvoreingenommene Diskussion geht, sondern darum, die DKP madig zu machen. Das war mir aber egal, weil seine Stichworte eine Gelegenheit waren, auf einige Dinge einzugehen, die mir fuer die Leserinnen und Leser von Daniels Blog wichtig zu sein scheinen. Fuer mich ist aber jetzt genug, was Lupe betrifft. Entweder er gibt sich zu erkennen, oder ich geh nicht mehr auf ihn ein. Und wenn er sich als Nazi outet, ohnehin nicht.
5.10.2009 bei 14:37
Hallo Sepp,
einmal davon abgesehen, dass der Gegenstand des ursprünglichen Themas längst verlassen wurde, hast Du natürlich recht und die Stichworte galt es zu nutzen. Hat ja auch Spaß gemacht und ich glaube kaum das Lupe sich zu erkennen gibt. Seine Steilvorlagen waren nicht ohne, dass sie letztendlich im eigenem Tor landeten, liegt in der Natur der Dinge, wenn man sich aus dem eigenen Torraum nicht hinaus bewegt. Eine Fortführung dieser Diskussion würde wahrscheinlich nur in Wiederholungen ausarten und ich bin gespannt ob überhaupt noch etwas von Lupe in diesem Zusammenhang kommt. Vielleicht verweist er/sie ja noch mal auf den vertretenen Verdrehten Ödipuskomplex!
Schauen wir mal.
Gruß
Thomas
5.10.2009 bei 15:29
Tja, die Mutter …
5.10.2009 bei 23:54
Nun Sepp,
wie es mit den guten Vorsätzen so ist, sie Taugen Bestenfalls zum brechen. Nun ja, solange man sich dabei nicht übergeben muss, eigentlich das kleiner Übel!
Solidarischen Gruß
Thomas
6.10.2009 bei 00:05
Sepp, du solltest jetzt weder unverschämt im spekulierenden Sinne werden, noch den Fehler begehen die Thematik ödipal umbiegen zu wollen, beides ist untauglich.Im Grunde genommen weißt du das ja auch.
Um eine Sachlichkeit kommste daher nicht drumherum,also stell dich ruhig schon mal darauf ein.
Wenn es “Aua” macht beim Aufspießen Heiliger Kühe, dann kann das doch nur hifreich sein. (jede Geburt ist schmerzhaft)
Ich hab übrigens nix gesagt, ob eine zukünftige KPD wie die der alten zu sein habe. Allein die Ausgangslage ist eine völlig andere. Von einer bloßen Kaffeesatzleserei halt ich übrigens nichts.
Und nun zu dir lieber kucaf, eine fundierte Analyse möchtest du, gemach, gemach, das erarbeiten wir uns noch, sofern die Diskussion uns dazu führt. Du weißt doch, Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden, warte also ab. _________
6.10.2009 bei 00:31
Nun Lupe,
ich bin gespannt und freue mich drauf!
Gruß und gute Nacht!
6.10.2009 bei 08:58
Lupe:
Ich habe bei woschod geschrieben, was fuer mich die Voraussetzung einer Fortsetzung der Diskussion ist.
6.10.2009 bei 12:21
Hallo Sepp,
ich habe mir irgendwann einmal angewöhnt, umfangreichere Beiträge, welche ich zu allgemein interessierende Themen in andere Blogs geschrieben habe, gelegentlich parallel, mit entsprechendem Verweis, im eigenen Blog zu veröffentlichen. Ist der Verbreitung dienlich und eine größere Mitleserschaft wird erreicht, so meine Intention.
Was hältst Du von dieser Vorgehensweise?
Übrigens erstaunlich die Zugriffe auf diesen Beitrag hier! Die Zugriffe bei Woschod auf den Beitrag und die Diskussion dürften dieses sicher um ein vielfaches übersteigen.
Solidarischen Gruß
Thomas
6.10.2009 bei 13:43
Hallo Thomas.
Ich wuerde schon gern, aber ich weiss nicht, wioe man das macht (es so in das Blog einzubinden, wie Du das tust). Ich weiss auch nicht, ob die einfache overblog-Version, die ich benutze, das hergeben wuerde. Daran gedacht hab ich auch schon. Aber ich kann es nur so realisieren, dass ich einen Beitrag reinstelle, in dem ich eine Verlinkung auf woschod anbiete. Ansonsten steht halt Dein Blog bei mjir auf der Empfehlungsliste, und der eine oder andere Leser wird die Diskussion auf diese Weise entdecken.
Saludos
Sepp
P.S.: Ich habe ja meinerseits keine Information ueber die Resonanz. Schoen, wenn Du feststellst, dass es eine gibt.