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Eine Lupe taugt zur Weitsicht nicht!
Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 9.10.2009 @ 14:22 In Spuren/Gefunden, Gedanken | 1 Kommentar
Eine Diskussion in einem anderen Blog, den Großteil meiner Beiträge habe ich in diesem Blog veröffentlicht, sie sind [1] hier, [2] hier, [3] hier und [4] hier zu finden. In einem Teil der Beiträge finden sich Links zum original Schauplatz, aus diesem Grund werde ich auf ein nochmaliges Verlinken verzichten.
Hier nun meine jüngste Antwort:
@Lupe, ein Brennglas zur Vergrößerung, der Kurzsichtigkeit dienlich. Er ist schon bezeichnend, der Name, denn man wählt.
Aber mal ehrlich, warum soll ich den Glauben der Kirche überlassen? Schauen wir uns doch um, sind wir nicht gezwungen vieles zu glauben, was wir selbst nicht wissen, oder beweisen können? Nun, was soll es, Hauptsache wieder ein Schwein, was durchs Dorf getrieben werden kann. Was ich der Kirche überlasse, ist der religiöse Glaube!
Das Du geneigt bist der Kirche mehr zu überlassen, … nun Zeus, die Allwissenheit sei mit Dir, mit mir ist sie nicht!
Aber zurück zum Thema. Du musst ja nicht auf das von mir geschriebene eingehen, warum auch, das Göttlich wohnt Dir inne und ich bin nur ein einfach Suchender! Nur, wie schon geschrieben, Schlagworte allein, können zwar als wahr angesehen werden, müssen es aber nicht!
Ja Zeus, mein Tempelgebeet scheint trotzdem Früchte zu tragen, Du lässt dich hinab in die Niederungen menschlicher Gedankenwelten und greifst einen Gedanken auf.
Den des Bewusstseins der deutschen Arbeiterklasse, den ich reflektieren und aufgreifen sollte! Oh göttlicher, was soll ich da sagen, oder besser hier, schreiben? Und einmal davon abgesehen, dass ich mich durchaus der Arbeiterklasse zugehörig fühle, ja, der Definition nach ihr nicht nur entspringe, sondern ihr sogar angehöre, werde ich Dir folgen, meine Bewusstseinsebene verlassen, um sie von außen betrachten zu können. So neben mir stehend, werde ich vielleicht in der Lage sein „das Bewusstsein der – deutschen – Arbeiterklasse … zu reflektieren bzw. auf(zu)greifen“. Ohne Deine göttliche Hilfe wird dieses sicher nicht möglich sein!
Das Du Dich, oh Zeus, auf Lenin berufst ist erstaunlich, war er ein Gott, wie Du? Nein, sicher nicht, aber was lehrt uns Lenin, ja wass können wir von ihm lernen? Den dialektischen und historischen Materialismus, in Theorie und Praxis, nicht mehr aber auch nicht weniger! Lenin hat viel richtiges und wichtiges gesagt, vieles von dem was er geschrieben hat, hat allgemeinen Wert, anderes wiederum entsprach den Erfordernissen der Zeit und war den gegebenen Umständen geschuldet. So war er in der Lage und hat es auch getan, die Situation der Arbeiterklasse seiner Zeit einzuschätzen und allgemeingültiges so abstrahieren. Aber es galt immer der Verweis, dass es die konkreten, historischen Umstände sind, welche permanenter Veränderung unterliegen, und den Einschätzungen zu Grunde liegen. So hat sich bis heute sicher nichts am Verhältnis des Kapitals zur Arbeiterklasse verändert, die Erscheinungsformen, in welchen dieses Verhältnis zu Tage tritt, sind aber durchaus verschieden. Dabei sei auch daran gedacht, das Lenin die zweite industrielle Revolution noch erlebte, die dritte industrielle Revolution hingen nicht und gerade letztere prägt die Gegenwart entscheidend. Somit kann Lenins Einschätzung der Arbeiterklasse, der konkreten historischen Situation entsprechend, nicht unbesehen auf die heutige Zeit übertragen werden. Was aber übertragen werden kann, oder besser angewendet werden sollte, ist die Methode, welcher er verwandte um Einschätzungen zu treffen.
Ja, Zeus, du göttlicher, es ist die Lehre von Marx, Engels und Lenin, welches es gilt anzuwenden, weniger die Lehren, welche sie für ihre Zeit, aus den Ereignissen ihrer Zeit gezogen haben. Werden historisch bezogene Einschätzungen kritiklos übernommen, so wird diese wissenschaftlich Lehre sehr schnell zum Dogma verklärt! Historisch möge es interessant sein, wie Lenin die deutsche Arbeiterklasse eingeschätzt hat, für die heutige Situation der Arbeiterklasse in diesem Land aber unbedeutend. Übriges hat Friedrich Engels die deutsche Arbeiterkasse zu seinen Lebzeiten noch anders eingeschätzt als Lenin und beide hatten sicher Recht! Warum wohl? Weil es Klassiker sind? Sicher nicht, sonder weil sich die historischen Rahmenbedingungen verändert hatten!
Nun, mein Göttlicher, Sein oder Bewusstsein, das ist hier die Frage, und auf welche/m Bewusstseinsebene, oder Bewusstseinsstadium befindest sich denn heute die deutsche Arbeiterklasse? Und sehr allgemein ausgedrückt, entspricht dieses nicht dem gegenwärtigem Sein der Arbeiterklasse!?
Du wirfst hier mit Begriffen herum und das noch reichlich undifferenziert, welche diese zur Floskel werden lassen. So wie Du Dich ausdrückst, nehme man sich ein paar Arbeiter, welche eine von Dir noch zu definierendes Bewusstseinsstadium erreicht haben, packe ein paar Intellektuelle hinzu, und fertig ist die Avantgarde! Aber nicht nur das Du bei den Intellektuellen keine Ansprüche an ein Bewusstseinsstadium stellst, Du vergisst auch noch zu sagen ob das ganze gerührt oder geschüttelt werden soll, damit letztendlich die gewünschten Berufsrevolutionäre herauskommen!
Ich stehe dem Avantgardegedanken nicht ablehnend gegenüber, aber wenn es so einfach gehen würde, wie Du es beschreibst, warum werden nicht die entsprechenden Erfolge erzielt? Ist es nicht eine Tatsache, dass es immer Arbeiter gibt, welche das von Dir gewünschte und noch zu definierende Stadium erreicht haben, genauso wie es Intellektuelle gibt, welche den Kampf der Arbeiterklasse unterstützen würden? Sollte doch noch eine Komponente fehlen, vielleicht aber auch zwei? Wer weiß das schon, Lenin wusste es, er hat es auch niedergeschrieben. Nur sollten auch seine Werke nicht aus den gegebenen Zusammenhängen gerissen werden. Auf die Bedeutung der Führer der Arbeiterklasse für diese haben übrigens auch schon Marx und Engels hingewiesen. Lenin hat dieses den Erfordernissen des Imperialismus angepasst.
Nein, auch hier komme ich nicht darum herum Oberflächlichkeit und eingeschränkte Sichtweise festzustellen, vielleicht solltest Du wirklich mal die Lupe von der Nase nehmen, könnte ein völlig neues Seherlebnis sein. Eine Lupe vergrößert, damit man besser erkennt, aber sie bietet immer nur einen gewissen Ausschnitt eines Gesamten, und diesen auch noch verfälscht.
Übrigens, würde ich es zu begrüßen wissen, wenn Du auf ein spezielles Werk von Lenin verweisen würdest, wenn Du schon seine Autorität dermaßen bemühst!
P.S. Ach so Lupe, um auf den Anfang zurück zu kommen, es sei Dir die Gretchenfrage gestellt!
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