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Oktober 2009
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Archive für 12.10.2009

Eine weitere Entgegnung!

Eine weitere Entgegnung!

Eine Antwort, welche ich wieder aus dem ursprünglichem Thema, nicht nur auf Grund ihrer Länge herausgenommen habe und hier separat platziere.

Hallo Angela,

es hat etwas gedauert, nun aber einige Gedanken zu Deinen Beitrag. Dabei ist der Bogen den Du spannst nicht gerade klein und ich werden versuchen meine Ausführungen an diesen festzumachen.

Ja die Ablassbriefe, kritikwürdig wurden diese auf Grund ihres pauschalen Schulderlasses, wer Geld hatte, konnte sich von seinen Sünden frei kaufen und es wurde ein regelrechter Handel damit betrieben. Dieses bedeutet im Umkehrschluss, dass ein jedes Verbrechen nur eine Frage des Geldes war und der Herr gegen einen entsprechenden Obolus, in einer Zeit wo Staat und Kirche eine Einheit bildeten, jede Sünde vergab. Wer diesen Obolus nicht zahlen konnte oder wollte, dem traf die Strafe dafür besonders hart. Aber wie es auch mit den Ablasshandel gewesen ist, das einfache Volk wurde gern verheizt und in den Klassenkämpfen der Zeit aufgerieben. Die frühbürgerliche Revolution brachte trotzt ihrer Niederlage die bürgerliche Entwicklung voran und so auch die Entwicklung der Arbeiterklasse, jene Klasse also, welche auf Grund ihrer Stellung zu den Produktionsmitteln, ausgerüstet mit einer wissenschaftlichen Lehre, in der Lage ist, ein jedes Ausbeutungsverhältnis des Menschen durch den Menschen zu beenden. Davon konnte zur Zeit der frühbürgerlichen Revolution aber noch keine Rede sein. In der Zeit der frühbürgerlichen Revolution hingegen waren gesellschaftliche Umbrüche ohne eine entsprechende Religion als Transportmittel nicht möglich, immerhin waren die Menschen gerade erst dabei das finstere Mittelalter, das Bildungs- und Wahrheitsmonopol der Kirche in Frage zu stellen. Der Beitrags Luthers ist gerade auch in diesem Zusammenhang zu sehen, immerhin hat er die Bibel übersetzt und die Erfindung des Buchdruckes machte eine entsprechende Verbreitung möglich. Es handelt sich damals durchaus auch um eine Reform des Wissens. Dieses ändert natürlich nichts daran, das Religion immer auch ein Mittel zur Sicherung von Macht ist und bleibt. So wie die katholischen Kirche das feudale System stützte, ja ihm letztendlich entsprach, wurde die protestantische eine Stütze der bürgerlichen Macht, sie bedingte so auch die Aufklärung, welche in den folgenden Jahren eine Religion als ideellen Träger revolutionärer Bestrebungen überflüssig machte. Aber erst mit der Arbeiterklasse entwickelte sich eine wissenschaftliche Lehre, welche zur Durchsetzung ihrer Interessen auch zwingend notwendig ist. Desto konsequenter diese eingesetzt wurde/wird, desto erfolgreicher ihr Kampf und desto inkonsequenter ihre Anwendung, desto verklärter ihre Anwendung, desto erfolgloser der Kampf! Ihre Erhebung zum Dogma, aber allein schon eine dogmatische Anwendung, kann nur in einer Niederlage enden. Marx, Engel und Lenin haben diese Lehre begründet und ausgebaut, es wurden in den Auseinandersetzungen ihrer Zeit Erfahrungen gesammelt und so weit es möglich war, verallgemeinert. Leider werden diese Erfahrungen all zu oft kritiklos auf die Gegenwart übertragen, sie werden dogmatisch verwendet und nicht ihrem Wesen nach, als Beispiel fürs dialektisches und historisches Handeln gesehen, in dem sie kritisch, den historischen Erfordernissen und Entwicklungen entsprechend angewandt werden. Aus Aussagen werden Lehrsätze gemacht, welche damit der Lehre beraubt werden und zu Leersätzen verkommen. Marx, Engels, Lenin und andere Führer des Proletariats werden zu Ikonen erhoben und so eine wissenschaftliche Lehre zur Religion verklärt!

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