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Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 15.10.2009 @ 23:15 In Spuren/Gefunden, Gedanken | 1 Kommentar

Eine weitere Diskussion, ein [1] Beitrag wurde vorgegeben und hat gute Beachtung und Resonanz gefunden, zum Teil scheiden sich die Geister und ich bin gespannt wie sich die Entwicklung weiter vollziehen wird. Ein Beitrag habe ich aufgegriffen und einen Kommentar dazu geschrieben.

Nun Inson,

wie es mit Thesen so ist, sie bedürfen des Beweises, oder handelt es sich hier um eine ewige These, welche zu einer ewigen Wahrheit mutieren soll?

Ich weiß ja nicht woher Du Dein Wissen hast, mir ist es jedenfalls nicht bekannt, dass in der DDR der „Diktatur des Proletariats“ abgeschworen wurde und durch die bürgerliche These von dem „neutralen Staat“ ersetzt wurde. Es wurde fleißig an der sozialistischen Demokratie gefeilt, ohne diese jedoch in der gebotenen Notwendigkeit zu entfalten, aber immer „nur“ im Sinne der Klassiker, dass der Staat das Machtorgan der jeweils herrschenden Klasse ist. Und dieses bis zum bitteren Ende, als auch eigene Unzulänglichkeiten, Versäumnisse und Defizite den Widerstand des eigenen Volkes hervorriefen und dem Imperium die Möglichkeit gab zurückzuschlagen!    

Es sollte uns darum gehen die Geschichte kritisch aufzuarbeiten und sie nicht einem pauschalen Verriss anheim zu stellen.

Es gilt die Lehren zu ziehen und nicht abzuurteilen, wegzuwischen, zu leugnen.

Es gilt die Realität so zu fassen wie sie war und nicht wie wir vermeinen das sie gewesen sein könnte, dieser Methode bedienen sich nicht nur die Gegner jeglichen gesellschaftlichen Fortschritts.

Nein, in der DDR wurde der Staat als Machtorgan der herrschenden Klasse betrachtet und nicht als politisch neutrales Geschöpf, über den Dingen stehend, von irgendwoher, von Ewigkeit zu Ewigkeit, sondern als Produkt und Spiegel realer Machtverhältnisse. Wenn wir nicht Geschichte als das nehmen was sie ist, nämlich das Produkt bewusst handelnder Menschen, werden wir nie die Welt im Interesse der Menschheit ändern. Aus der Geschichte lernen, heißt siegen lernen und aus der Geschichte der DDR können wir sehr viel für die Zukunft lehren, aber nur wenn wir nicht ins allgemeine Geheul des Imperiums einstimmen und den allgemeinen Verriss praktizieren.

Ich wurde in die DDR hineingeboren, bin in dieser groß geworden, habe in ihr gelebt, geliebt, gelernt, gearbeitet, ich habe sie erfahren, mit all ihren Widersprüchen, welche sich einen nach und nach, im laufe der Zeit erschließen. Nein, eine pauschale Aburteilung, egal welcher Gesichtspunkt auch immer vorgeschoben wird, hat sie nicht verdient und das schon gar nicht, von Menschen welche sich links, oder gar kommunistische nennen! Den gerade mit letzteren ist solch eine Vorgehensweise eigentlich unvereinbar! Dieses widerspricht nicht nur der wissenschaftlichen Weltanschauung der Arbeiterklasse, sonder spricht aller praktischen Erfahrungen hohn!

Wohin wir gehen und wohin wir wollen, hängt sehr von dem Umgang mit unserer Geschichte ab, verreißen wir diese, lehnen sie ab, verklären sie, oder überwinden wir diese Kritisch, in dem wir uns mit ihr auseinandersetzen, sie studieren und Praxis bezogen analysieren. Wenn letzteres erfolgreich gelingt, wird die Wahrscheinlichkeit groß sein, dass wir auch dahin gehen, wohin wir wollen! Oder zumindest vorgeben, wohin wir wollen, wenn ich manche Diskussion betrachte.

In diesem Sinne würde ich Deine These allgemeiner und treffender so formulieren:

Die Einheit der Kommunisten wird nur über die kritische Aufarbeitung der Geschichte der kommunistischen Bewegung, unter Berücksichtigung der jeweiligen, gesellschaftlichen und historischen Bedingungen, sowie des historischen Entwicklungstandes der Produktivkräfte, zu erreichen sein.

Warum sich an einer Person und einen Stadt spalten, auch diese waren nur Produkte der Verhältnisse welcher sie entsprangen und in welchen sie existierten.

PS.

Außerdem finde ich es töricht alles Trennende beiseite zu lassen, viel wichtiger ist es sich über Trennendes zu verständigen, sich drüber zu streiten, um es kritisch zu überwinden. Hier Schritt zwei, mal sehen ob wir Schritt drei erreichen. Ich finde, nicht die Stellung zu einem Problem sollte entscheidend sein, sondern der Umgang mit diesem!

 


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