Eine festliche Sondersitzung, ein Zeitungsbericht und meine Meinung dazu!
„Auf den Tag genau vor zwei Jahrzehnten haben zwei Kirchen in der Welterbestadt nicht ausgereicht, um alle Besucher aufzunehmen.“ Nicht uninteressant, die Fühlmenge von Kirchen als Maßeinheit für Widerstand zu nehmen! So die MZ in ihrem Bericht über eine öffentliche Feierstunde des Stadtrates zu den Ereignissen vor zwanzig Jahren. Zwei Jahrzehnte ist es her, als auch in Quedlinburg die Wende eingeleitet wurde und dieses Thema wird uns wohl noch einige Zeit begleiten! Nun wie ist zu lesen:
„”Das machte deutlich, dass wir Quedlinburger die Ereignisse im Süden der DDR nicht nur als Zuschauer verfolgen wollten, sondern die Anliegen der Bürgerrechtler in Plauen und Leipzig aktiv unterstützten”, machte Bürgermeister Eberhard Brecht, damals selbst im Neuen Forum engagiert, deutlich.“ Ja, man wollte nicht mehr am Rande stehen und so manche politische Kariere wurde damals eingeleitet. Um Bürgerrechte ist es gegangen, welches übrigens seit der Wende nun nach und nach zu Grabe getragen wird. Jedenfalls die allgemeinen, die speziellen werden weiter ausgebaut, so das sie ihre Dominanz umfassender entfalten können. So viel zu den Bürgerrechten, die Rechte der Werktätigen wurden nach der Wende ohne größere Umstände und Widerstand ersatzlos gestrichen, oder in das Korsett bürgerlicher Rechte gepresst.
Aber weiter im Text: „In seiner Festrede sprach er von dem tiefen Bedürfnis, all jenen zu danken, die sich schon lange vor dem Herbst 1989 “für Demokratie, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung in der DDR und darüber hinaus engagierten”.“ Nun ist dieses tiefe Bedürfnis durchaus verständlich, immerhin bedingte die Wende ja auch die politische Kariere des Bürgermeisters, aber was für eine Demokratie hat uns die Wende beschert? Das alle Jahre wieder ein Bürgermeister gewählt werden kann, auf dessen Auswahl die Bevölkerung keinen Einfluss hat? Und wie hoch ist der Verdienst „all jener“, welche in einem Staat, welcher Frieden als oberste Staatsdoktrin nicht nur ausgewiesen hatte, sondern offensiv praktizierte, sich für Frieden engagierten? Ja, wie hoch ist der Verdienst „all jener“ zu werten, welche sich für Frieden engagierten und den Weg in ein System des Krieges ebneten? Die DDR hat nie einen Krieg geführt, aber seit dem sie aufgehört hat zu existieren, nach dem sie ihrer Doktrin folgend friedlich abgetreten war, werden vom bundesdeutschen Staat wieder Kriege geführt! Und besagter Einsatz um „die Bewahrung der Schöpfung in der DDR“, war wohl ehr ein Einsatz um die Bewahrung religiösen Glaubens und bürgerlicher Ideologie! Aber auch in diesem Zusammenhang und für jene, welche an einen Schöpfungsakt glauben, sei bemerkt, dass in der DDR die „Schöpfung“ weit weniger bedroht war, als in der heutigen Zeit, in einem System, welches Kriege als Mittel der Politik nutzt und den Raubau an der Natur immer ungebremster fortsetzt.
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