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Archive für 15.12.2009
Die Welt, ein Komplex von Prozessen!
15.12.2009 by Tolo.
Die Welt, ein Komplex von Prozessen!
Der große Grundgedanke, dass die Welt nicht als ein Komplex von fertigen Dingen zu fassen ist, sondern als ein Komplex von Prozessen, worin die scheinbar stabilen Dinge nicht minder wie ihre Gedankenabbilder in unserm Kopf, die Begriffe, eine ununterbrochene Veränderung des Werdens und Vergehens durchmachen, in der bei aller scheinbaren Zufälligkeit und trotz aller momentanen Rückläufigkeit schließlich eine fortschreitende Entwicklung sich durchsetzt – dieser große Grundgedanke ist, namentlich seit Hegel, so sehr in das gewöhnliche Bewusstsein übergegangen, dass er in dieser Allgemeinheit wohl kaum noch Widerspruch findet. Aber ihn in der Phrase anerkennen und ihn in der Wirklichkeit im einzelnen auf jedem zur Untersuchung kommenden Gebiet durchzuführen, ist zweierlei. Geht man aber bei der Untersuchung stets von diesem Gesichtspunkt aus, so hört die Forderung endgültiger Lösungen und ewiger Wahrheiten ein für allemal auf; man ist sich der notwendigen Beschränktheit aller gewonnenen Erkenntnis stets bewusst, ihrer Bedingtheit durch die Umstände, unter denen sie gewonnen wurde; aber man lässt sich auch nicht mehr imponieren durch die der noch stets landläufigen alten Metaphysik unüberwindlichen Gegensätze von Wahr und Falsch, Gut und Schlecht, Identisch und Verschieden, Notwendig und Zufällig; man weiß, dass diese Gegensätze nur relative Gültigkeit haben, dass das jetzt für wahr Erkannte seine verborgene, später hervortretende falsche Seite ebensogut hat wie das jetzt als falsch Erkannte seine wahre Seite, kraft deren es früher für wahr gelten konnte; dass das behauptete Notwendige sich aus lauter Zufälligkeiten zusammensetzt und das angeblich Zufällige die Form ist, hinter der die Notwendigkeit sich birgt – und so weiter.
Aus „Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie“
Friedrich Engels MEW Band 21, Seite 291/292, Dietz Verlag Berlin 1984
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Eigentlich Abzocke mit System!
15.12.2009 by Toguelo.
In der Jungen Welt findet sich ein Beitrag mit der Überschrift „Abzocke mit Provision“, er beschäftigt sich mit einer Studie der Stiftung Warentest über die Beratungsqualität bei Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken.
Dazu habe ich Folgenden Leserbrief in der Internetausgabe hinterlassen:
Eigentlich Abzocke mit System!
Handelst es sich nicht eher um eine Abzocke mit System, dass es dafür auch Provision gibt ist eigentlich selbstverständlich und liegt in der Natur der Dinge, denn wer arbeitet schon gern umsonst. Das sich die Beratungskultur bei den Banken seit den ersten Bankenpleiten nicht verbessert hat, wie zu lesen ist, ist auch nicht weiter verwunderlich. Eher haben sich die Bedingungen für schlechte Beratung sogar verbessert. Gerade durch die Finanzkrise hat sich auch der Druck auf die Beschäftigten in den Banken erhöht. Diesen zu lindern gelingt in der Regel nur durch Leistung, durch mehr Umsatz, durch mehr Abschlüsse, zumindest mehr als die Kollegen. Da wird dann eben auch Geschäft um jeden Preis gemacht, letztendlich ist so manchem Mitarbeiter das Hemd näher als die Hose.
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Und so jagen sich die „Hexen“ selbst!
15.12.2009 by Tolo.
Und so jagen sich die „Hexen“ selbst!
oder
Der Versuch der Anpassung an ein Geschichtsbild, um Läuterung zu erfahren!
Nun, wenn sich in der Politik dieses Landes umgeschaut wird, gibt es momentan ganz andere Belastungsproben als in Brandenburg. Im Bund brodelt und bröckelt die Koalition, der zweite Minister steht zur Disposition und so richtig einig ist man sich auch nicht. Aber in der MZ bezieht sich die Belastungsprobe auf die rosa-rote Koalition in Brandenburg und so wird die Gespensterjagt der letzten Wochen fortgesetzt. Wie nun zu erfahren ist, fordert Die Linkspartei ihre Mitglieder zu einem offensiven Umgang mit ihren Biografien auf, abzuwarten bleibt in welche Richtung und ob aufrecht, oder mit gesenkten Haupt diese geschehen wird. Des weiteren werden Pflichten für Kandidaten und Mandatsträger benannt, wonach sie sich verpflichten, „frühere Kontakte zur DDR-Staatssicherheit offen zu legen.“ Dieses trifft nun für alle zu und so wie der Mythos Stadtsicherheit gepflegt und über die Gebühr strapaziert wird, ist eigentlich ein jeder betroffen, wissentlich oder unwissentlich ist dabei wie üblich egal.
Nun leben wir in einer komplizierten Zeit, Ablassbriefe gibt es nicht mehr und die Persilscheine sind für die Reinwaschung der Nazi- und Kriegsverbrecher nach dem zweiten Weltkrieg im Westen des Landes aufgebraucht worden. Da bleibt eben nur die konsequente Aufarbeitung, wie angemahnt, übrig. Ja, so ist es, aber ist eine solche Aufarbeitung wirklich gewollt? Eigentlich nicht, gewollt ist kein geschichtliches Urteil, sondern eine undifferenzierte Verurteilung, nicht der aufrechte Gang, sondern die gebückte Haltung sind gewünscht, welche sich durch Selbstgeißelung sicher noch steigern lässt. Nun, „es gehe nicht um das Ob, sondern darum, wie die Linke zur Versöhnung mit den Opfern der DDR-Diktatur beitragen könne, sagte gestern Parteichef Thomas Nord“, und betont die allgemeine Bereitschaft zur Läuterung. Von kritischer Geschichtsaufarbeitung kein Wort, es wird in den Ruf der Hexenjäger eingestimmt, am Scheiterhaufen mit geschichtet und gegebene Geschichtsinterpretation kritiklos übernommen. Immerhin geht es um einen Platz an den Fleischtöpfen der Macht und dafür müssen eben Opfer erbracht werden, immerhin möchte man sich als Würdig erweisen, den erkämpften Platz behalten und am gemeinsamen Tempelgebet teilnehmen.
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Exportsteigerung um 36,5%, dank weltweiter Krisen!
15.12.2009 by Toguelo.
Exportsteigerung um 36,5%, dank weltweiter Krisen!
Ja, warum den Frieden, wenn sich mit Krieg so schnell, so viel Geld verdienen lässt? Die Wachstumsrate der Zerstörung macht es möglich, zum einem werden Geräte (Waffen) benötigt um zu zerstören, was anschließend wieder aufgebaut werden muss und zum anderen nutzen sich diese Geräte im Einsatz auch ab und müssen ersetzt werden. Fatale Logik, desto öfter, mehr und intensiver sie gebraucht werden, desto eher der Bedarf nach Ersatz.
Ja, warum Frieden, wenn sich am Krieg so gut verdienen lässt?
Heute findet sich in der Jungen Welt ein interessanter Beitrag welcher das „Tödliche Geschäfte“ unter die Lupe nimmt. Schon erschreckend die Zahlen und dabei ist die Bundesrepublik „nur“ Waffenexporteur Nr. 3!
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