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Arm bleibt Arm, da helfen keine Rechentricks!
Dieser Eintrag stammt von Toguelo Am 27.1.2010 @ 11:12 In Spuren/Gefunden, Gedanken | Keine Kommentare
Ja, es ist etwas faul, wie [1] hier zu erfahren, nur was ist wirklich faul?
Hau drauf, auf die Schwachen, können diese sich doch am wenigsten wehren! Warum eigentlich? Aber einmal davon abgesehen, was soll diese Streiterei ums Geld, wo es eigentlich um die Menschen geht? Die Bildzeitung ist nun einmal eine Hetzpostille, und wenn die Leserschaft kritisch beäugt wird, nun ja, so ist mancher prekär Beschäftigte, aber auch ALG II – Bezieher dabei. Warum wohl, um sich selbst beleidigen zu lassen, oder Trost im Elend zu finden?
Und ist es nicht so, dass sich hier eine Diskussion aufdrängt, welche vom eigentlichen Problem nur ablenkt? Welches Ziel steht hinter solchen Diskussionen und Berichten? Einmal geht es darum und dieses ist dem Text zu entnehmen, ALG II Bezüge zu kürzen, damit aber auch die Einkommen aus prekärer Beschäftigung, zum anderen einen Keil zwischen die Armen zu treiben und letztlich die Schuldfrage zu klären, in dem die Schuld den Betroffenen zugeschoben wird.
Das ein Mensch, eine Familie etc. welche/r nur von ALG II leben muss, eigentlich zu wenig zum leben hat, ist allgemein bekannt, dass dieses auch für den prekär Beschäftigten zutrifft, ist genauso wenig ein Geheimnis. Ob die Bildzeitung, in ihrem Versuch Arme gegen Arme auszuspielen, nun das Einkommen der Armen falsch angibt, ist eigentlich nur zweitrangig von Bedeutung, da unterm Strich nicht mehr zum Leben zur Verfügung steht, immerhin sind mit der Ausübung einer Tätigkeit ebenfalls Kosten verbunden. Letztlich macht der arbeitende Arme nichts anderes, als seine eigene Tätigkeit für seinen „Arbeitgeber“, mit Hilfe staatlicher Transferleistungen, zu subventionieren. Es ist schon ein Problem, dass der arbeitende Arme „fleißig“ ist und am Monatsende nicht mehr, oder nur geringfügig mehr Geld in der Tasche hat, als der nicht arbeitende Arme (dessen Fleiß nicht gebraucht wird), die Ursache für dieses Problem ist aber nicht der nicht arbeitende Arme, mit seinen Transferleitungen, sondern die Arbeit selbst, welche ausgeübt wird, obwohl sie nicht Existenz sichernd ist.
Die Argumente des Wohlfahrtsverbandes, dass der arbeitende Arme doch mehr Geld hat, als der nicht arbeitende Arme, rechtfertigt dieses inhumane System eigentlich nur. Feststeht, dass Harz IV hinten und vorne nicht reicht, um einigermaßen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, genauso wenig reicht aber auch das Einkommen aus einem prekären Beschäftigungsverhältnis, selbst wenn unterm Strich, dank staatlicher Tanzfährleistungen, etwas mehr steht. Die Bildzeitung versucht Arme, gegen Arme auszuspielen und der Wohlfahrtsverband versucht, die einen Armen, über die anderen zu erheben, dabei sind Arme, eben Arme und arm, ob mit oder ohne Arbeit, wenn der Erlös aus der Tätigkeit nicht ausreichend ist, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Bildzeitung versucht eine Stimmung zu erzeugen, dass der Arme mit Arbeit, oder auch auf Grund seiner Arbeit, als der bessere Arme erscheint, damit er sich aber auch im Einkommen, vom Armen ohne Arbeit abhebt, so die gewollte und fatale Schlussfolgerung, sollte letzterer weniger bekommen, immerhin soll sich Arbeit ja lohnen! Das muss ja nach Bild nicht unbedingt heißen, dass man davon auch leben kann!
Nun ist wirklich etwas Faul, nämlich die Einkommen aus prekären Beschäftigungsverhältnissen, von welchen, ohne zusätzliche Transferleistungen, die Existenz nicht bestritten werden kann. Damit diese nun in einem besseren Licht erscheinen und noch weiter abgesenkt werden können, hetzt Bild gegen die nicht arbeitenden Armen, mit der Intuition deren Bezüge zu kürzen. Zu diesem Zweck wird gelogen, mit Halbwahrheiten und dubiosen Beispielen gearbeitet. Ein Streit um die Höhe der Almosen, welche so und so zum Leben zu gering sind, treibt nur die Spaltung der Armen, in arbeitende und nicht arbeitende Arme, voran und ist eigentlich Wasser auf die Mühlen der Blödzeitungsargumentation und Rechtfertigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse! An der Situationen der betroffenen Menschen ändert sich dadurch nichts, die einen können trotz Arbeitseinkommen zu ihren Sozialbezügen nicht richtig leben, genauso wie die anderen ohne Arbeitseinkommen zu ihren Sozialbezügen. Aber auch der Schrei nach Arbeitspflicht für ALG II Bezieher entpuppt sich als eine rhetorisch, reißerische Ambition, welche nicht realisierbar ist und letztlich an der Mauer der Unfähigkeit dieses Systems, die Probleme der Menschen, wie auch der Menschheit zu lösen, abprallt! Eigentlich setzt Arbeitspflicht ein Recht auf Arbeit voraus, welches der ökonomischen Basis dieses Systems alles andere als entsprechen würde, auch steht ein zur Arbeit verpflichteter im gewünschten und erforderlichem Maße dem Arbeitsmarkt nicht zu Verfügung!
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