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Eine etwas andere Reaktion!
Eine etwas andere Reaktion!
Nun hatte ich zum Beitrag „Im Namen der Natur“ einen Beitrag an die entsprechende Mailingliste geschickt, erschienen ist er nicht. Vielleicht bin ich aber nur zu blöd dazu, Beiträge in einer solchen Liste zu plazieren. Heute habe ich einen zweiten Versuch gestartet und den gesamten Text gesendet, mal sehen was daraus wird, wenn es diesesmal wieder nicht klappt, werde ich meine Versuche aufgeben, mit dieser Liste zu kommunizieren.
In der Liste selbst habe ich heute einen interessanten Beitrag als Reaktion auf besagten Beitrag gefunden. In diesem Text wird das Problem von einer anderen Seite beleuchtet, und aus diesem Grund werden ich ihn einfach hierher kopieren. Ob es sich beim Gegenstand der Betrachtung aber um „Öko-Faschismus in Reinkultur“ handelt, würde ich nicht sagen. Zwar ist die faschistische Ideologie durchaus ein Bestandteil der bürgerlichen Ideologie, aber nicht jede Form der bürgerlichen Ideologie ist deswegen gleich faschistisch! Mit Etiketten sollte eigentlich vorsichtig umgegangen werden.
Der Text:
Am Samstag, 6. Februar 2010 04:25 schrieb kroedel:
Zitat: »Die zahlreichen vom Menschen verursachten Umweltkatastrophen der letzten Jahre haben gezeigt, daß es höchste Zeit ist für eine «Wendezeit des Rechts».
Der Politik- und Rechtswissenschaftler Klaus Bosselmann gehört international zu den führenden Vertretern eines neuen Rechtsdenkens, das den Entwicklungen in Richtung einer ökologischen Weltkrise entgegenwirkt und dafür plädiert, das bisher auf den Menschen zentrierte Weltbild durch ein ökozentrisches zu ersetzen: Künftig soll nicht mehr der Mensch als das Maß aller Dinge gelten, sondern die Gesamtheit der Natur. Voraussetzung dafür ist, daß wir den Eigenwert der Natur anerkennen und zur Grundlage persönlichen und gesellschaftlichen Handelns machen.« Zitat Ende
Öko-Faschismus in Reinkultur - und keiner merkt es. Es ist nicht vorgesehen, daß Menschen sich aus freien Stücken gegen den Verzicht zugunsten der “Gesamtheit der Natur” (heiliges Gaya) aussprechen und entsprechend handeln.
Vielmehr soll individuelles und gesellschaftliches Handeln kriminalisiert werden, welches dem “Eigenwert der Natur” zuwiderläuft. Und schon kann man sich lange streiten, ob ein Herzschrittmacher ein Eingriff in die natürliche Auslese des Menschen sei oder ob alle Virologen Verbrecher gegen den “Eigenwert der Natur” sind, weil sie Seuchen zu verhindern suchen und die für den Menschen schädlichen Virenstämme ausrotten wollen.
Diesem Denken liegt ein mechanistisches Weltbild einer statischen Natur sich wiederholender Abläufe und zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehrender Kreisbewegungen zugrunde, die ihrerseits weder auf die menschlichen Eingriffe reagieren noch eine evolutionäre Dynamik besitzen. Sondern man phantasiert über eine gegebene “Gesamtheit der Natur”, die nicht nur eigenen Bestand außerhalb des menschlichen Erkennens haben soll, sondern der nun auch einklagbare Rechte zukommen sollen - eine Gesamtheit, in der die menschlichen Eingriffe, Kulturen und Gesellschaften nicht Bestandteil dieser, sondern nach wie vor Fremdkörper sind, ausschließlich Sand im Getriebe, die das Uhrwerk der Natur daran hindern, korrekt zu funktionieren.
Die Natur ist eben kein Uhrwerk, in der der Mensch zu einem Rädchen reduziert werden kann, welches zusammen mit allen anderen Rädchen der tierischen und pflanzlichen Arten dem allein seeligmachenden “Gleichgewicht der Natur” zu dienen hat. Alle Simulationen der Natur, die von einem Gleichgewicht in der Natur ausgingen, zeigten, daß in einer Ökologie des Gleichgewichtes der Arten zueinander nicht nur Evolution unmöglich ist, sondern das Leben längst Schnee vom vergangenen Jahr wäre.
Alle Anstrengungen, das Klima oder die Umwelt zu “retten”, meinen einen für den Menschen günstigen Zustand der Natur und setzen darin nicht nur diesen als “Gesamtheit der Natur” absolut, sondern gehen nach wie vor vom Menschen “als Maß aller Dinge” aus. Nicht das Klima oder die Natur, sondern die Menschheit und ihre Zukunft wollen diese ökologischen Endzeitkrieger in Wahrheit retten. Die Natur und ihre sich wissenschaftlich erschließenden evolutionären Prozesse ist diesem “Ökozentrismus” eigentlich völlig egal. Ihm liegt vielmehr der Herrschaftsanspruch Weniger zugrunde, das Leben der Anderen bestimmen und drangsalieren zu können, die sich nicht ihrer Vorstellung der Natur und allen daraus abgeleiteten Forderungen unterordnen wollen und ist ansonsten reiner Etikettenschwindel.
Nachsatz:
Der ursprüngliche Beitrag für die Mailingliste war übrigens an den Autor gerichtet und mit einen Verweis auf meinen Beitrag versehen. Dem Autor selbst habe ich meine Gedanken zum Thema per E-Mail zukommen lassen.



