- Was so bewegt! - http://kucaf.de -

Politische Instrumentalisierung einer Verfehlung!

Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 24.2.2010 @ 10:44 In Spuren/Gefunden, Gedanken | 1 Kommentar

Politische Instrumentalisierung einer Verfehlung!

Kritik der Kritik und was steckt eigentlich hinter der ganzen Aufmachung? Die bürgerliche [1] Presse hechelt das Thema durch, es ist ein gefundenes Fressen, besonders weil sich eine menschliche Verfehlung hier gut politisch Instrumentalisieren lässt. Nun hatte die Frau seichte [2] Kritik an der Kriegsführung der BRD geübt, diese aber nach dem [3] Rapport beim Kriegsminister relativiert, immerhin hängt auch ihre Kirche am Tropf des Staates. Nur, sie hat Gefährlichkeit bewiesen und das allein zählt, da können ihre Gegner doch frohlocken, dass es zu dieser Verfehlung gekommen ist. Ja, sie ist Angreifbar für die Medien und wird an den medialen Pranger gestellt, frei nach der Intention; wie kann eine Frau, eine Kirchenfürstin, welche sich solcher Verfehlungen schuldig macht, den Staat und seine kriegerischen Machenschaften kritisieren? Im heutigen [4] regionalen Wurstblatt hier, aus dem Hause Neven DuMont, ist diesem Vorgang über eine dreiviertel Seite (Seite drei, ankündigender Verweis auf der Titelseite und Kommentar) gewidmet, warum wohl? Eine Frau, im hohen Kirchenamt, welche sich zu (halbherziger) Kritik am Staat hinreißen lässt und dazu noch betrunken bei rot über eine Kreuzung fährt, das kann nicht angehen, in einer weitestgehend patriarchalischen Welt! Sollten wir wirklich in diesen Chor einstimmen? Ich finde nicht und hat sie uns nicht gerade praktischer Weise bewiesen, wie eng die Verbindung von Staat und Kirche in diesem Land ist?

Ja, die bürgerlichen Medien sind der Pranger der Neuzeit, holt die faulen Eier raus und lasst uns Freude haben, wie es die Menschen im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit hatten und so sich oft von ihren eigentlichen Problemen ablenkten.

Gruß

P. S. Übrigens erfuhr auch der Pranger im Laufe der Jahrhunderte einen Wandel, und Pranger war nicht gleich Pranger. So wurde das einfache Volk auch in den Städten an den versinnbildlichten Pranger gestellt, Kopf und Hände durch zwei Bretter mit entsprechenden Löchern gesteckt und gefesselt, zur Demütigung freigegeben. Dem Bürger war ein anderer Pranger beschieden, dafür gab es an den Radhausportalen oft Sitznischen, in welche sich ein Bürger, z. B. im Falle eines Konkurses, nackt hineinsetzen musste, um sich zu offenbaren und sich dem Spott preis zu geben. Dem ist heute nicht mehr so, vieles liegt im Verborgenen und vor dem Spott der Öffentlichkeit geschützt. Aber nicht ganz, immerhin gibt es die Medien, welche die Aufgabe des Prangers übernommen haben und auch damit für Ablenkung sorgen, so das Menschen ihre eigenen, eigentlichen Probleme vergessen können.

 


Dieser Artikel wurde ausgedruckt ab Was so bewegt!: http://kucaf.de

URL zum Artikel: http://kucaf.de/2010/02/24/politische-instrumentalisierung-einer-verfehlung/

URLs in this post:
[1] Presse: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtike
l&aid=1266901780575&openMenu=1013016724320&calledPageId=1013016724320&listid=1018881578370

[2] Kritik: http://kucaf.de/2010/01/05/wenn-dem-kreuzzug-die-kreuztrager-verloren-gehen/
[3] Rapport: http://kucaf.de/2010/01/12/die-einheit-von-staat-und-amtskirche-wieder-hergestel
lt/

[4] regionalen Wurstblatt: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtike
l&aid=1266901780012&openMenu=1013016724320&calledPageId=1013016724320&listid=1018881578370

Klicken hier zum Drucken.