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März 2010
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Archive für 21.3.2010

Grundeingentum, Ilusionismus und klischeebehaftete Geschichtsinterpretation!

Grundeingentum, Ilusionismus und klischeebehaftete Geschichtsinterpretation! So könnte ein Beitrag überschrieben werden, auf welchen ich mit folgendem Beitrag antwortete.

 

Hallo Willi,

so ist das Leben, alles menschlich und nichts menschliches sollte uns fremd sein.

Weißt Du Willi, eigentlich nicht, woher auch, aber ich habe nachgedacht, kommt gelegentlich vor und Diskussionen sind durchaus geeignet beschleunigend auf einen Erkenntnisprozess zu wirken. Nun werde ich sicher kein Verfechter eines BGE, aber ich sehe es in einen etwas anderem Licht und die Motivation ein solches zu fordern, kann ich gut nachvollziehen. Jetzt aber einmal von den Vorteilen abgesehen (Hartz IV ohne Repressionen), lässt die Gesellschaftsformation des Kapitalismus ein solches Einkommen, wie Du es beschreibst, überhaupt zu? Meinst Du, der Kapitalismus ließe sich durch ein solches Einkommen seiner Grundlagen berauben? Das wäre nämlich der Fall, wenn die Arbeitskraft dem Markt entfremdet wird, ihm vorenthalten? Meinst Du wirklich, dass es dem Kapital recht ist, wenn Menschen nicht mehr von Existenzängsten geplagt werden und somit weniger gefügig sind? Ich stimme Dir zu, Menschen haben, oder sollten es zumindest, ein Recht auf Lebenssicherheit und dafür lohnt es sich auch zu kämpfen. Nur kann dieses über pauschalisierte Zahlungen erreicht werden und das auch noch bedingungslos, also ohne Gegenleistung? Die gezahlte Summe würde bald nicht mehr ausreichend sein, wir leben im Kapitalismus und um die Kapitalkumulation am Leben zu erhalten, muss auch kräftig umverteilt werden, so würde das gezahlte Grundeinkommen bald, vorausgesetzt es war anfänglich großzügig bemessen, genauso wenig zur Lebensführung ausreichen, wie jetzt Hartz IV. Soweit zum finanziellen Teil und wie verhält es sich mit der Bedingungslosigkeit? Immerhin leben wir in einer Gesellschaft und diese basiert auf geben und nehmen, sie beruht also auf Gegenseitigkeit. Sollte sie jedenfalls und trotz Individualisierung, Entfremdung, fortschreitender Arbeitsteilung, funktionieren gesellschaftliche Strukturen durchaus, auch wenn es dem Kapital nicht recht ist.

Und was immer auch unter Recht verstanden wird, ja, was verstehst Du unter Recht und woher nehmen Menschen ihre Rechte?

Du möchtest Veränderungen in der Gesellschaft erreichen, nur warum versuchst Du das Pferd von hindern aufzuzäumen? Was anderes wäre ein BGE nicht, wobei das Problem der Bedingungslosigkeit nicht zu unterschätzen ist, da es in einer Gesellschaft keine Einbahnstraßen geben sollte und gerade die Bedingungslosigkeit eine ist.

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