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Reaktion erfahren!
Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 28.3.2010 @ 21:21 In Gedanken | Keine Kommentare
Reaktion erfahren!
Ja, so hatte ich gestern gedacht und meine Gedanken [1] geäußert, in dem ich sie in der entsprechenden [2] Mailingliste veröffentlicht habe. Drei mal konnte ich Reaktion erfahren, einmal erntete ich Zustimmung, einmal seichte Kritik und einmal wurde auf die [3] Tradition des „Wortes“ verwiesen und Unverständnis zu meinen Äußerungen geäußert. Zu allen drei Reaktionen hinterließ ich einen Kommentar. Übrigens eine Diskussion, welche durchaus ein breitere Öffentlichkeit verdient, finde ich jedenfalls.
Der Erste ist der Kürzeste, Zustimmung muss eigentlich kaum kommentiert werden, dabei hat der Autor nicht vergessen, dass wir uns ja noch auf einem anderen [4] Gebiet uneins sind und uns weiter auseinandersetzen:
Hallo Willi,
danke für die Blumen!
Sonntäglichen Gruß Thomas
Der zweite Kommentar war nicht ganz so einfach zu beantworten, da sowohl ein breites Maß an Übereinstimmung vorhanden ist, aber sich auch Diskrepanzen zeigen.
Hallo Hannelore,
wieso sollte ich die Geister in der Büchse der Pandora lassen? Wem nutzt ein eingesperrter Geist? Wobei der Gegenstand meiner Betrachtung nicht freies Denken, wie Du es beschreibst war, sondern das freigeistige, im Wort zum Sonntag!
Der freie Geist, ist ein göttlicher Geist, welcher Quelle ist und nicht Produkt unseres Seins!
Der freie Gedanke, ist der Gedanke, welcher frei ist, vom freien Geist.
Der freie Gedanke, wird gezeugt von unserem Sein und ist Knecht desselben!
Unser freier Gedanke, ist unser Knecht, nur sollt er’s nicht für andere sein!
Wir sind es, die ihre Gedanken auf uns, oder auf einen Gott richten und es ist unsere Freiheit dieses zu tun, sofern es uns gelingt zu erkennen, worin diese Freiheit besteht.
Ich stimme Dir zu, wenn Du schreibst: „freies Denken, frei von Einschränkungen, die uns die bürgerliche Gesellschaft zwecks Domestikation auferlegen will, nicht nur frei von Gedanken an eine anzubetende oder strafende Gottheit“, aber ich stimme Dir nicht zu, wenn Du weiter schreibst: „sondern eben auch frei von allem, was den Menschen knechtet“. In unserem Denken spiegeln wir die Welt, so wie sie uns zugänglich ist, wir durchdringen sie und suchen sie in unserem Interesse zu beeinflussen und solange Menschen geknechtet werden, kann unser Denken nicht frei von dieser Knechtschaft sein und dieses erst Recht nicht, wenn wir diese Knechtschaft beseitigen wollen. Und so finden wir auch nicht im Geist das Rüstzeug „um unser Bestes zu tun für die Befreiung der Menschheit“, sondern in der Tat, in unserem Leben selbst! Nun liegen wir zwar nicht ganz auf einer Linie, aber die Richtung haben wir sicher gemein.
Dir noch einen schönen Sonntag und sonntäglichen Gruß
Thomas
Der dritte Kommentar, zwar nicht all zu Umfangreich, gab mir Anlas den Bogen noch etwas weiter zu spannen. Selbst auf die Gefahr hin, dass die Sehne reißen könnte, oder der Bogen brechen, habe ich folgenden Kommentar geschrieben:
Hallo Andreas,
nun wollte ich sicher nicht diese Tradition in Frage stellen, in dem ich die Überschrift gedanklicher Auseinandersetzung ehrte, und so habe ich „nur“ ein bisschen über „freigeistiges“ oder die Freiheit des Geistes nachgedacht. Aber vielleicht wäre es besser gewesen über den Ursprung des Geistes nachzudenken, … wobei dieses durchaus Bestandteil meiner niedergeschriebenen Gedanken war.
Vor 15 Jahren etwa ist es also initiiert worden, zu einer Zeit also, als ich meine damalige politische Heimat verlassen habe und seit dem so zusagen Heimatlos durch die Gegend irre. Nun gab es einen Grund dafür und ich erinnere mich genau. Wobei Details dabei heute wahrscheinlich nicht so wichtig sind, genauso wenig für den Ursprung gegenständlicher Tradition. Spekulativerweise angenommen, ist dieses freigeistige Wort vielleicht als Alternative zum Wort zum Sonntag entstanden, was in der Regel von einem Tempeldiner des Herren abendländischer Gläubiger gehalten wird. Um sich von diesem zu unterscheiden, wurden dem Wort zum Sonntag noch die Attribute frei und geistig in verbundener Form vorangestellt. Wahrscheinlich um auf die Unabhängigkeit des eigenen Denkens hinzuweisen. Alles aber nur Spekulation, wie es wirklich war, kann ich nicht sagen, es entspricht aber dem allgemeinem Zeitgeist, sich unkonkreter, sehr allgemeiner Formulierungen, im Zusammenhang mit allgemeiner Begriffsverklärung, zu bedienen.
Bezeichnend für eine solche Vorgehensweise ist übrigens auch, dass vier Worte meiner Äußerung genommen werden, wie zum Beispiel „freies Denken ohne Geist“ und festgestellt wird, dass diese Aussage nicht nachvollzogen werden kann. Und einmal Ehrlich, könnte ich so auch nicht, da diese Worte nur im Zusammenhang eine Sinn ergeben, also mit dem davor und danach geschriebenen, unter Berücksichtigung der Satzzeichen. So genommen ersparst Du Dir sicher die Antwort auf die mit diesen Worten verbundene Frage.
Und schau, oder ließ, ich habe meinen Geist bemüht und ihn entäußert, nun ist er Gegenstand nicht nur Deiner Betrachtung und somit gibst selbst Du meiner „Argumentation“ (eigentlich eher ein Nachdenken) einen Sinn. Die Basis der entäußerten Gedanken ist vielleicht der Zweifel, an der Richtigkeit einer Überschrift, ja, wird diese dem Inhalt gerecht, was wird gemeint, was wird gewollt, was sagt sie aus? Muss nicht immer übereinstimmen, dass EINE mit dem ANDEREN und wie wusste schon Friedrich [5] Engels: „Die Zwecke der Handlungen sind gewollt, aber die Resultate, die wirklich aus den Handlungen folgen, sind nicht gewollt, oder soweit sie dem gewollten Zweck zunächst doch zu entsprechen scheinen, haben sie schließlich ganz andere als die gewollten Folgen. Die geschichtlichen Ereignisse erscheinen so im ganzen und großen ebenfalls als von der Zufälligkeit beherrscht. Wo aber auf der Oberfläche der Zufall sein Spiel treibt, da wird er stets durch innre verborgene Gesetze beherrscht, und es kommt nur darauf an, diese Gesetze zu entdecken.“
So habe ich mir erlaubt über eine Überschrift nachzudenken, und diese Gedanken niedergeschrieben und veröffentlicht, dabei war ich mir durchaus bewusst, dass ich an einer „Tradition“ rüttele. Ja, „Tradition: relativ stabile, modifikationsfähige, durch eine bestimmte Klasse für relativ lange Zeit aus der Vergangenheit übernommene oder wieder belebte Ideen, Symbole und Institutionen, die mittel- oder unmittelbar der Durchsetzung bestimmter Klassenziele dienen.“ Steht im Kulturpolitischen Wörterbuch aus dem Jahre 1978, erschienen im Dietz Verlag Berlin.
Letztlich läst sich auch dieser Gegensatz in die allgemeine Form der Grundfrage einer jeden Philosophie bringen. Ist der Geist Produkt unseres Seins, oder ist unser Sein Produkt des Geistes? Sein oder Bewusstsein, das ist hier die Frage und die Freiheit des Geistes, besteht in Löslösung von seiner Quelle, oder er ist a priori frei, ist Quelle und zeugt unser Sein. Ja Andreas, wie hättest Du es gern? Aber bedenke, die Wahl die Du hast, hast Du nur scheinbar und die Möglichkeit der Wahl, bedingt nicht die Freiheit, wie ich jüngst gelesen habe. „Freiheit besteht demnach nicht im Schwanken zwischen mehreren Entscheidungen oder in einer beliebigen Wahl. Sie besteht in einer ganz bestimmten Entscheidung, in derjenigen, die nach Abwägung der Folgen der vielen möglichen Entscheidungen und bei Berücksichtigung der bisher gemachten Erfahrungen als die Richtige angesehen werden muss.“ Auf die Quelle wird [6] hier verwiesen.
Sonntäglichen Gruß
Thomas
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[1] geäußert: http://kucaf.de/2010/03/27/gedanken-zum-freigeistigen-wort/
[2] Mailingliste: http://www.freidenker.org/cms/dfv/index.php?option=com_content&view=article&
amp;id=108:informationen-zu-den-mailinglisten&catid=57:mitmachen&Itemid=86
[3] Tradition: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2010/03/28/tradition/
[4] Gebiet: http://kucaf.de/2010/03/26/wessen-geistes-kind/
[5] Engels: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2009/11/06/bewegung-handlungen-und-resultate
/
[6] hier: http://kucaf.de/2010/03/19/zum-thema-freiheit-gefunden-in/
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