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Kommunist auf Abwegen?
Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 1.4.2010 @ 22:10 In Gedanken | Keine Kommentare
Kommunist auf Abwegen?
Auf Grund der Antwort auf diesen [1] Beitrag, war ich nun doch geneigt weltanschaulichen Idealismus, sowie Verfangenheit in bürgerlicher Ideologie festzustellen. Nun hat es zwar nicht lange gedauert, bis ich eine [2] Antwort auf folgenden Beitrag erhalten habe, nur war diese eher einem Affekt geschuldet, als gut durchdacht. Eine Antwort werden ich sicher nicht schuldig bleiben, nur werde ich mir etwas Zeit lassen.
Hallo Andreas,
was Du glaubst ist das einen und der Glaube sei des Menschen Himmelreich, was Du weist etwas anderes und eigentlich das Entscheidende. Den dialektischen und historischen Materialismus habe ich nicht umsonst angesprochen, da Du auf den Faden weltanschaulichen Idealismus wandelst. Bezeichnend dafür ist z. B. auch Deine Aussage: „der Geist der in mir wohnt ist die Realität des heutigen Denkens“, nun möge es die Realität Deines Denkens sein, aber selbst nicht einmal dessen Ursprung.
Marx und Engels haben den ewigen Wahrheiten etc. eine Absage erteilt, dieses bedeute nun aber nicht, dass es keine Wahrheiten mehr gibt und alles der freien Interpretation überlassen ist.
Nun ist das Manifest eine Schrift, welche aus bestimmten Anlas geschrieben wurde, und verdient es durch spätere Werke ergänzt zu werden. In diesem Zusammenhang würde ich Dir dieses [3] Werk von Engels empfehlen, wobei Marx, Engels, aber auch Lenin nichts ohne konkreten historischen Anlass geschrieben haben. Des Weiteren sei eine [4] Schrift von Lenin empfohlen, diese beschäftigt sich mit den Quellen und Bestandteilen des Marxismus.
In Deiner vorhergehenden Antwort hast Du bekannt, dass Du Dich als Kommunist verstehst, welches mich im Zusammenhang mit Deinen Aussagen zu folgende Gedanken animierte:
· Du bist Kommunist und dem weltanschaulichen Idealismus verfallen.
· Du bist Kommunist und machst Dich zum Vertreter bürgerlicher Ideologie.
Es sei unterstellt, dass gerade letzteres unbewusst erfolgt, aber es ist auch eine Folge erster Feststellung.
Die Freiheit des Denkens, ist als eine sehr spezifische Freiheit zu betrachten, sie bezieht sich auf eine spezielle äußere Einflussnahme auf unser Denken. Eigentlich handelt es sich um eine andere Art zu denken, um ein sich von der herrschenden [5] Ideologie emanzipierendes Denken. In einem anderen Zusammenhang hatte ich für einen [6] Beitrag nicht umsonst die Überschrift gewählt „Freidenken in Zügen weltanschaulichen Idealismus?“
Und war es nicht Marx, welcher Sinngemäß schrieb, dass die herrschende Ideologie in einer Gesellschaft, immer die Ideologie der herrschenden Klasse ist? Aus diesem Grund brauchen wir uns auch nicht zu wundern, dass wir selbst anfällig für die verschiedensten Attacken bürgerlicher Ideologie sind, wie so manches Beispiel zeigt und was auf Grund permanenter Berieselung auch nicht verwunderlich ist. Ja, auch wir leben nicht im luftlehren Raum und außerhalb der Gesellschaft. Wir werden in eine Welt hineingeboren und den verschiedensten Einflüssen ausgesetzt, darauf hat auch Rainer Thiel verwiesen, mit dem Raub der „angeborenen Neugier“. Vom ersten Lebenstag an wirkt die äußere Welt auf uns ein, wie sie auf uns einwirkt, hängt sehr mit den Umständen zusammen, in welche wir hineingeboren werden. So sind wir anfänglich Objekt der verschiedensten Bestrebungen, erst im Laufe der Zeit entwickeln wir unsere subjektive Seite, welche entscheidende Voraussetzung für freies Denken und daraus resultierendes Handeln ist.
Was aus treffenden Erkenntnissen werden kann, wenn sie als Dogma verwendet werden, hat Rainer treffend bezeichnet. Dabei wurde eine Aussage vermeidlicherweise zweckentsprechend auf den Kopf gestellt. Wobei gerade die gemeinte (wenn ich mich nicht irre) Aussage von Engels oft nur zur Hälfte angebracht wurde, Sinngemäß nahm man die Freiheit, als Einsicht in die Notwendigkeit und ließ das daraus entsprechend resultierende Handeln, weg. An anderer Stelle bemerkte Engels sinngemäß, dass Freiheit des Willens nichts anderes bedeutet als die Fähigkeit, mit Sachkenntnis zu entscheiden.
Eine objektive Grundlage der Subjektivität des Menschen ist darin begründet, dass der Mensch sowohl ein Naturwesen als auch ein gesellschaftliches Wesen ist. Womit ich Deiner allgemeinen Behauptung, dass „wir völlig entfremdet von Mensch und Natur“ sind, entgegentreten möchte. Wären wir dieses, würden wir hier kein Nachrichten tauschen, ja, wir wären nicht einmal existent. Worin oft erwähnte Entfremdung besteht, darauf möchte ich jetzt nicht eingehen.
Übrigens und auf ersteres zurück zu kommen: Kritik ist ein wichtiger Bestandteil individueller Subjektivität, wenn sie als Moment der übergeordneten, die gesellschaftliche Entwickelung fördernde Aktivität gehandhabt wird.
Aber nun genug,
Gruß
Thomas
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[2] Antwort: http://kucaf.de/__oneclick_uploads/2010/04/freigeistigeswort.pdf
[3] Werk: http://www.mlwerke.de/me/me21/me21_259.htm
[4] Schrift: http://www.mlwerke.de/le/le19/le19_003.htm
[5] Ideologie : http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2009/11/06/ideologie/
[6] Beitrag: http://kucaf.de/2010/02/07/freidenken-in-zugen-weltanschaulichen-idealismus/
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