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Außerdem, Lügen haben kurze Beine …

Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 9.4.2010 @ 09:05 In Leserbrief, Gedanken | 1 Kommentar

Heute findet sich in der Jungen Welt ein Beitrag zur allgemeinen Lüge des Kapitals, im Besonderen. Folgenden Leserbrief habe ich geschrieben und via E-Mail versendet. Nun bin ich gespannt ob er erscheinen wird, mit meinen letzten Leserbriefen hatte ich wenig Erfolg, was mich auch veranlasste keine mehr zu schreiben.

Hier mein neuster Versuch:

 

Ein Schrei geht durch das Land, wenn Kapitalismus wird als Kapitalismus erkannt!

Interessant die Aufschrift auf der Tüte, „[1] Das Prinzip Lidel – Billig durch Ausbeutung“, aber ist das nicht normal? Und was assoziiert diese Aussage? „Teuer ohne Ausbeutung“? Ja, gibt es Kapitalismus ohne Ausbeutung, gibt es guten Kapitalismus und schlechten Kapitalismus? Oder ist es nicht eher so, dass es Kapitalismus auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen gibt? Nicht das ich falsch verstanden werde, natürlich ist es wichtig auf die Missstände in den Textilfabriken Bangladeschs aufmerksam zu machen, nur sollten keine Illusionen geweckt werden, dass es auch eine guten Kapitalismus gibt. Das dem nicht so ist und warum das Kapital in den entwickelten kapitalistischen Gesellschaften nicht mehr so agieren kann, wie in Bangladeschs, hat durchaus Ursachen.

Und wenn wir uns einmal die Zeit nehmen und einen Blick in die eigene, europäische Vergangenheit riskieren, so können wir eigentlich feststellen, dass es Zeiten in unserer eigenen Geschichte gab, wo das Kapital ähnlich „frei“ agieren konnte. Warum das heute nicht mehr so ist, hat sehr konkrete Ursachen, genauso wie es bestimmte Ursachen hat, dass wir uns wieder in Richtung solcher Verhältnisse bewegen. Letztlich verdienen die Näherinnen in Bangladeschs unsere Solidarität und Unterstützung, aus ihren Elend zu erlösen, können sie nur selber tun. Wir können sie darin aber Unterstützen, in dem wir uns aus unseren eigenem Elend erlösen und uns nicht all zu sehr über die Heucheleien des Kapitals wundern.

Nun kaufe ich schon lange nicht mehr im Lidl, aber auch nicht im ALDI oder wie sonst noch diese Brüder heißen, sondern im Supermarkt um die Ecke, nicht das der besser wäre, er ist nur näher dran. Wobei ich dort auch keine Kleidung kaufe würde, in diesem Fall bin ich konservativ eingestellt.

Außerdem, Lügen haben kurze Beine, in diesem Zusammenhang kriecht der Kapitalismus schon lange auf dem Bauch.

 


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[1] Das Prinzip Lidel – Billig durch Ausbeutung: http://www.jungewelt.de/2010/04-09/059.php

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