Archive for April 19th, 2010

Der Tot ist ihr Beruf …

Monday, April 19th, 2010

Gedanken zu einem Interview!

Der Tot ist ihr Beruf und fürs Morden möchte einer der ersten deutschen und noch lebenden „Helden“ des Afghanistanfeldzuges mehr Verständnis von der Bevölkerung. „Er oder ich – darum ging es“, unter dieser Schlagzeile wird auf faz.net deutsche Heldenverehrung propagiert. Zu diesen Zweck wird ein Interviewe mit dem ersten Ehrenkreuzträger, wie die Wiederauflage des Ritterkreuzes heute genannte wird, veröffentlicht.

Zu erfahren ist, dass ein deutscher Spähtrupp in einen Hinterhalt gerät und um Hilfe ruft, der „Held“, welcher sich mit seinem Zug in acht Kilometer Entfernung befindet, setzt diesen in Bewegung und trifft 8 Minuten später am Ort des Geschehens ein. Der Spähtrupp kommt ihm aus dem Ort entgegen und der panisch, verwirrte Spähtruppführer schreit, dass der Feind überall sei. Der „Held“ hingegen behält den Überblick, konnte dem Befehl zum Vertreiben der Taliban aber nicht nachkommen, da diese auch einen Plan hatten. Es kam zum Gefecht, die Taliban griffen an, die „Helden“ „erwiderten das Feuer und vernichteten bereits in dieser frühen Phase des Kampfes Teile des Feindes.“ Damit nicht genug, geht das Heldenepos weiter und der Held tötet selbst, nachdem er nur kapp verfehlt wurde, in einer heldenhaften „Duellsituation“ einen Afghanen. Dem klassischen Western-Klischee folgend, stirbt meistens jener zu erst, welcher zu erst gezogen hat, es sei denn, es war ihm vorher vergönnt seinem Gegner in den Rücken zu schießen. Was hier nicht der Fall war, sondern die Afghanen stürmten gegen die Deutschen vor, welche sich einigelten und wahrscheinlich aus allen Rohren ballerten. Letztlich siegten die Aggressoren, wobei der „Held“ der Deutschen (welcher er sicher gerne wäre), oder einfach nur der deutsche „Held“ (mit Orden geschmückt), dem Gegner den nötigen Tribut nicht versagt, so antwortet er auf die Frage nach den Fähigkeiten des Feindes: „das war ein sauber geführter infanteristischer Angriff. Die wussten genau, was sie machen, die waren gut ausgebildet.“ Nur der „Held“ deutscher Nation und seine Mannschaften waren besser, „die Anzahl der Ausfälle des Feindes unterliegt der Geheimhaltung. Er hatte eine Menge Tote zu beklagen, das kann ich sagen.“ sagte der „Held“ und zieht folgendes Resümee:

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Eine Reaktion.

Monday, April 19th, 2010

Eine Reaktion.

Nun hatte ich diesen Beitrag auch in der Mailingliste der Freidenker veröffentlicht, eine Reaktion, welche ergänzend zum Beitrag ist und einige weitere Punkte anspricht, sein hier veröffentlicht.

 

Lieber Thomas,

auch dies ein Beitrag zum Thema Missbrauch. Es ist ein ungeheurer Beweis von Heuchelei, wenn, wie geschehen, von “Attacken auf Bundeswehrsoldaten” in diesem barbarischen Krieg gesprochen wird. Als wären sie in den Osten geflogen worden, wo sie nichts zu suchen haben, um nichts als Friede und Freude zu verbreiten, und nur die schrecklichen Taliban wollen nicht mitspielen. Aber ich halte es auch für einen Beweis von Heuchelei und sogar für einen Ausdruck von Nationalismus, wenn gar nicht so wenige Linke darüber Tränen vergießen, dass Bundeswehrsoldaten traumatisiert zurückgeschickt werden, denn über die Traumatisierten in der afghanischen Bevölkerung vergießt nicht einer dieser Linken eine Träne, wie es hier zum Beispiel vor Monaten im WzS geschehen ist (ich hatte mich dazu geäußert). Im Zusammenhang mit dem Afghanistankrieg wird mir einfach zuviel von den Bundeswehrsoldaten gesprochen, aber viel zuwenig von ihren Opfern. Nun sind in den vergangenen Tagen Bundeswehrsoldaten gestorben – fürs deutsche Vaterland, für die Prämie oder aus Dummheit. Sie waren aus Bayern. Deshalb, und das ist mir auch aufgefallen, fallen die traurigen Reden eine Nuance trauriger aus als bei den bisherigen Toten, die vorwiegend aus Ostdeutschland kamen, sie sind sozusagen Tote erster Klasse, um ihr Leben betrogene junge Menschen. Man hat sie reif gemacht u. a. mit den Knoppschen Erzeugnissen über den zweiten Weltkrieg, für das Töten von Menschen, die ihnen nie etwas getan haben, man hat ihnen ein festes Feindbild eingeimpft, und jetzt schießen sie auf den “Feind” im NATO-Auftrag, sind staatlich geschützt vor Verurteilung als Mörder.

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