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Der Tot ist ihr Beruf …

Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 19.4.2010 @ 15:25 In Krieg und Frieden, Spuren/Gefunden | Keine Kommentare

Gedanken zu einem Interview!

Der Tot ist ihr Beruf und fürs Morden möchte einer der ersten deutschen und noch lebenden „Helden“ des Afghanistanfeldzuges mehr Verständnis von der Bevölkerung. „[1] Er oder ich - darum ging es“, unter dieser Schlagzeile wird auf faz.net deutsche Heldenverehrung propagiert. Zu diesen Zweck wird ein Interviewe mit dem ersten Ehrenkreuzträger, wie die Wiederauflage des Ritterkreuzes heute genannte wird, veröffentlicht.

Zu erfahren ist, dass ein deutscher Spähtrupp in einen Hinterhalt gerät und um Hilfe ruft, der „Held“, welcher sich mit seinem Zug in acht Kilometer Entfernung befindet, setzt diesen in Bewegung und trifft 8 Minuten später am Ort des Geschehens ein. Der Spähtrupp kommt ihm aus dem Ort entgegen und der panisch, verwirrte Spähtruppführer schreit, dass der Feind überall sei. Der „Held“ hingegen behält den Überblick, konnte dem Befehl zum Vertreiben der Taliban aber nicht nachkommen, da diese auch einen Plan hatten. Es kam zum Gefecht, die Taliban griffen an, die „Helden“ „erwiderten das Feuer und vernichteten bereits in dieser frühen Phase des Kampfes Teile des Feindes.“ Damit nicht genug, geht das Heldenepos weiter und der Held tötet selbst, nachdem er nur kapp verfehlt wurde, in einer heldenhaften „Duellsituation“ einen Afghanen. Dem klassischen Western-Klischee folgend, stirbt meistens jener zu erst, welcher zu erst gezogen hat, es sei denn, es war ihm vorher vergönnt seinem Gegner in den Rücken zu schießen. Was hier nicht der Fall war, sondern die Afghanen stürmten gegen die Deutschen vor, welche sich einigelten und wahrscheinlich aus allen Rohren ballerten. Letztlich siegten die Aggressoren, wobei der „Held“ der Deutschen (welcher er sicher gerne wäre), oder einfach nur der deutsche „Held“ (mit Orden geschmückt), dem Gegner den nötigen Tribut nicht versagt, so antwortet er auf die Frage nach den Fähigkeiten des Feindes: „das war ein sauber geführter infanteristischer Angriff. Die wussten genau, was sie machen, die waren gut ausgebildet.“ Nur der „Held“ deutscher Nation und seine Mannschaften waren besser, „die Anzahl der Ausfälle des Feindes unterliegt der Geheimhaltung. Er hatte eine Menge Tote zu beklagen, das kann ich sagen.“ sagte der „Held“ und zieht folgendes Resümee:

Viel wichtiger wäre mir eine größere Anerkennung unserer Arbeit in der Bevölkerung. Wir Soldaten haben ein Recht darauf, dass die Menschen in unserem Land achten und respektieren, was wir in Afghanistan tun. Wir halten unseren Kopf hin für dieses Land, und dafür wollen wir nicht auch noch missfällig angeschaut oder angepöbelt werden.“

Ja, was soll man dem noch hinzufügen? Vielleicht das Morden ein Job wie jeder andere ist und nach Anerkennung strebt, welche aber gerade dieser Tätigkeit, diesem Berufszweig, auf expansiven, imperialen Kurs versagt bleiben sollte. Und was nun der Soldat vermeint für Rechte zu haben, sei dahin gestellt, ein Recht darauf, dass Menschen dieses Morden achten und respektieren, hat er nicht und ein solches Recht sollte auch immer versagt bleiben. Auch für wen die Soldaten in Afghanistan ihren Kopf hinhalten, für dieses Land ist es nicht, auch für kein anderes Land. Eine Mehrheit der Bundesbürger lehnt diesen Einsatz ab, legt somit auch keinen Wert darauf, dass Soldaten dort ihren Kopf hinhalten. Bezeichnend sind aber auch die Aussagen zum töten selbst, zwar werden keine genauen Zahlen genannt, aber aus den Aussagen kann auf einen hohe Zahl toter Afghanen geschlossen werden. In diesem Zusammenhang wäre es durchaus interessant die Zahl der Toten Afghanen zu erfahren, welche durch deutsche Soldaten getötet wurden. Über diese Zahlen wird sicher nicht ohne Grund geschwiegen, dabei dürfte die Zahl toter Afghanen, der toter Deutscher um ein vielfaches übersteigen.

Ja, ein interessantes Interview, welches ein bezeichnetes Bild auf die Aggression in Afghanistan wirft und ein Beispiel für betriebene Kriegspropaganda, mit dem Ziel weiter Teile der Bevölkerung für diesen imperialen Krieg zu vereinnahmen. Dabei hätte es zur geschilderten Auseinandersetzung nicht einmal kommen müssen, wenn die bundesdeutschen Truppen dort seine würden, wo sie hingehören, nämlich nah Hause!

 

 


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