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Oberst Klein ganz groß…
Oberst Klein ganz groß und freigesprochen, ein Skandal für alle jene, welche an die Unbescholtenheit, Neutralität und Überparteilichkeit deutscher Gerichte glauben und festhalten und eine Offenbarung der Zweckbestimmtheit deutscher Rechtssprechung. Das System lässt seine Masken fallen und dieses um so mehr, um so stärker sich die verschiedensten Widersprüche innerhalb der Gesellschaft zuspitzen. Zum Thema selbst findest sich hier ein Beitrag unter dem Titel „Kriegsrecht“, welcher auch einen guten Überblick über die Geschehnisse und begleitende Ereignisse bietet. Folgenden Kommentar habe ich dort hinterlassen:
Hallo Frank,
ein interessantes Thema und eine treffende Zusammenfassung, aber konnte ein bundesdeutsches Gericht anders entscheiden? Immerhin befindet sich dieses Land im Krieg, wofür auch diese Entscheidung ein Beleg ist und in Kriegen gibt es kein Recht, außer das Faustrecht! Wäre diese Anklage zustande gekommen, hätte sie den Krieg an sich in Frage gestellt, was sicher nicht gewollt ist. In diesem Zusammenhang sollte berücksichtigt werden, dass dieser Offizier nur die Spitze des Eisberges ist und nicht gerade all zu viel über diesen Krieg an die Öffentlichkeit dringt. Ob nun diese Tat ungesühnt bleibt, ist schwer zu sagen, auch die Gräueltaten im zweiten Weltkrieg wurden erst nach der Niederlage aufgearbeitet und abgestraft, wobei sich so mancher Täter der Strafe entziehen konnte. Nichts desto trotz kann kaum erwartet werden, dass die Auftraggeber, ihre Auftragnehmer bestrafen werden, wenn sie das tun, wofür sie da sind. Wir sollten uns, nicht nur in diesem Zusammenhang, keine Illusionen über Krieg, Demokratie und Rechtsstaat machen. Von einem Rechtssystem, welches Kriege billigt und den Interessen der Kriegstreiber dient, ist nicht zu erwarten, dass es Kriegsverbrechen juristisch aufarbeitet und ahndet. Wichtig finde ich Deine Schlussfolgerung, dass diese Entscheidung ein Freibrief für die Truppen im Krieg ist!
Solidarischen Gruß
Thomas
Weitere Bericht und Meinungen:
Konsequent zumindest auch die Überschrift eines Kommentars in der Jungen Welt von heute, aber es gibt auch Protest gegen die gewährte „Lizenz zum Töten“. Wohingegen in der Kriegstreiber-Presse, wie nicht anders zu erwarten, die Tat relativiert und der Freispruch begrüßt wird. So hat sich nun auch die Justiz auf den Krieg eingeschossen und leistet ihren Anteil zur Heimatverteidigung.