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Zum Revisionismus

Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 30.5.2010 @ 21:00 In Allgemein | Keine Kommentare

Revisionismus: Strömung des Opportunismus in der Arbeiterbewegung, deren Besonderheit darin  besteht, dass sie ein ganzes System der Revision des Marxismus (später des Marxismus-Leninismus) zur theoretischen Begründung der opportunistischen Politik entwickelt sowie die Errungenschaften des Sozialismus entstellt und negiert. Der Revisionismus fordert die Korrektur der theoretischen und politischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus mit dem Ziel, den revolutionären Inhalt der wissenschaftlichen Weltanschauung der Arbeiterklasse zu beseitigen und durch bürgerliche Theorien zu ersetzen. Der Revisionismus ist eine internationale Erscheinung, die sich beim Übergang des Kapitalismus der freien Konkurrenz zum Monopolkapitalismus in der Arbeiterbewegung herausbildet. Er ist die opportunistische Reaktion bestimmter kleinbürgerlich beeinflusster Schichten in der Arbeiterbewegung, insbesondere der vom Imperialismus korrumpierten, privilegierten Teile der Arbeiterklasse – der Arbeiteraristokratie und -bürokratie -, auf die Verschärfung des Klassenkampfes und die neuen Bedingungen des Kampfes um den Sozialismus in der Epoche des Imperialismus.

Seinem Klassencharakter nach ist er das Produkt des Einflusses der bürgerlichen [1] Ideologie auf die Arbeiterklasse und die Arbeiterbewegung. Der Siegeszug des Marxismus in der internationalen Arbeiterbewegung zwang seine Gegner in der Arbeiterbewegung, sich marxistisch zu maskieren, um die Ideen des Marxismus zu bekämpfen. Zum „Stammvater“ des Revisionismus wurde der deutsche Sozialdemokrat E. Bernstein, der alle grundlegenden Prinzipien und Thesen des Marxismus unter dem Vorwand seiner Ergänzung und Weiterentwicklung revidieren.

Die marxistische [2] Weltanschauung wurde durch den Neukantianismus und den Empiriokritizismus, die revolutionäre Dialektik durch einen flachen Evolutionismus ersetzt. Der Revisionismus leugnet die von K. Marx und F. Engels nachgewiesenen Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Entwicklung. Die Entstehung von Monopolen schwäche den Grundwiederspruch zwischen Kapital und Arbeit ab und führe zu einer Milderung der Klassengegensätze. An die Stelle der revolutionären Beseitigung der kapitalistischen Ausbeuterordnung müsse die evolutionäre Durchdringung des Kapitalismus durch den Sozialismus, das friedliche Hineinwachsen in den Sozialismus, treten.

[3] … weiter …

Eine Anmerkung: Nun habe ich den Text abgeschrieben und die Zeitform an der einen oder anderen Stelle geändert. Dabei habe ich auch darüber nachgedacht, den Text komplett umzuschreiben und der Gegenwart anzupassen. Davon habe ich erst einmal Abstand genommen, da dieser Text an seiner Gültigkeit nichts verloren hat und in der praktischen Auseinandersetzung zu beobachten ist, dass gerade, unter dem Gesichtspunkt der sich gegenwärtig permanent verschärfenden Krisen im Kapitalismus, der Revisionismus neu wappnet und in den verschiedensten Formen daherkommt.

Nach dem die sozialistischen Staatengemeinschaft aufgehört hatte zu existieren, war dieses ein Sieg für das kapitalistische Gesellschaftssystem, welcher ohne der kräftigen Unterstützung des Revisionismus so nicht möglich gewesen wäre. Dabei wurden die Wirkung revisionistischer Ideen sicher durch die Entwicklungen in den sozialistischen Ländern selbst befördert. Letzteres wiederum ist ein Thema, welches durchaus der Auseinandersetzung bedarf, gerade auch um die entsprechenden Schlüsse für zukünftige, gesellschaftlich Entwicklungen ziehen zu können. Gegenwärtig ist zu beobachten, dass gerade die Geschichtsaufarbeitung vom revanchistischen Standpunkt aus forciert betrieben wird, dieses vor allen auch in Form des Kampfes um die Deutunghoheit geschichtlicher Ereignisse und Entwicklungen. Dabei ist zu beobachten, dass so etwas wie eine kommunistische Bewegung, nicht nur in der Bundesrepublik, wiedereinmal in den Kinderschuhen steckt.

Aus historischer Erfahrung heraus, kann aber abgeleitet werden, dass gerade sich verschärfenden Krisen, besonders auch die Zuspitzung des [4] Grundwiderspruchs des Kapitalismus, bestimmte Entwicklungen beschleunigen. Dabei handelt es sich sicher nicht um automatische und zwangsläufige Entwicklungen, selbst wenn diese gesellschaftlichen Gesetzmäßigkeiten geschuldet sind, sondern um sich in der Auseinandersetzung formierende Alternativen.

Schaue ich nun in die Mailingliste der Freidenker, kann gerade dieses beobachtet werden. Da geht es nicht nur um die verschiedensten Ideen gesellschaftlicher Erneuerungen, sondern auch um die Wertung historischer Entwicklungen. Dabei scheiden sich gerade die Geister an der Einschätzung des Sozialismus in der DDR. In diesem Zusammenhang hatte ich an anderer Stelle einmal darauf hingewiesen, dass die Stellung zur DDR, eigentlich die Gretchenfrage der sich links nennenden ist.

 

 


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[4] Grundwiderspruchs des Kapitalismus: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2009/12/16/grundwiederspruch-des-kapitalismu
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