- Was so bewegt! - http://kucaf.de -
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!?
Dieser Eintrag stammt von Toguelo Am 30.6.2010 @ 16:26 In Spuren/Gefunden, Leserbrief | Keine Kommentare
In er Jungen Welt findet sich ein interessanter [1] Beitrag zum Thema Palästina und zukünftiger struktureller Gestaltung. Gegenstand dieses Beitrages ist ein älterer [2] Beitrag, welcher sich mit dem Thema der staatlichen Organisation beschäftigte und in dem auf ein gemeinsames Staatsgebilde für Juden und Palästinenser verwiesen wird. Wenn auf die bisherige Entwicklung in Palästina geschaut wird, scheint die beschriebene Einstaatenlösung eine der wenigen Perspektiven zu sein, welche noch übrig bleiben. Der Autor des erstgenannten Beitrags setzt sich nun mit diesem Problem auseinander und versucht nachzuweisen, dass es eine solche Lösung nicht gegeben kann. Das er in diesem Zusammenhang eher einer Wunschvorstellung folgt und letztlich nur die bestehenden Verhältnisse verteidigt, braucht somit auch nicht zu verwundern. Zum heutigen Beitrag habe ich einen Leserbrief an entsprechender Stelle der Internetausgabe geschrieben, wobei ich den gegenständlichen Beitrag zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelesen hatte. Die im folgenden Leserbrief kenntlich gemachten Stellen, habe ich auf Grund der Zeichenbeschränkung gestrichen:
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!?
Der rote Faden, wenn es den einen gibt, lautet, es muss so bleiben wie es ist, weil es Geld gekostet hat und keiner einen Bürgerkrieg möchte. Berücksichtigt sollte aber werden, dass Eroberungen und besonders das Besetzen von Territorien nicht zum Nulltarif zu haben sind. Dabei erachte ich es als Illusionär den Abzug der Siedler aus dem Gazastreifen als einen Fortschritt zu begreifen, eher handelt es sich um eine strategische Flurbereinigung und was dem Abzug folgte, bestätigt dies. Nach Abzug der Siedler konnte das israelische Militär sich dort ungehindert austoben und eine Blockade, wie sie bis jetzt praktiziert wird, wäre bei Anwesenheit jüdischer Siedler nicht in diesem Umfang möglich gewesen.
Im Grunde genommen ist es eine Bankrotterklärung der bürgerlichen Gesellschaft, welche die Auseinandersetzung mit dem Zionismus in Israel verloren hat und diesen nun selbst befördert, in Angst vor den eventuellen Konsequenzen ihrer Taten.
Wie sich der deutsche Faschismus einer Rassentheorie bediente, um die Interessen der aggressivsten und chauvinistischen Kreise des deutschen Kapitals durchzusetzen, bedient sich der Zionismus der religiösen Verwurzelung des Volkes um imperiale Ziele zu verwirklichen. In diesem Zusammenhang kann die Lösung sicher nicht darin bestehen, die zionistische Prägung des Staates zu erhalten.
Gelöst werden können die dortigen Probleme letztlich nur durch die Völker selbst, auch in dem sie alle religiösen Unterschiede hinter allgemeinmenschliche Interessen zurück treten lassen. Denn gerade am Beispiel Israel ist gut zu erkennen, wie religiöser Glaube gegen die Menschen selbst instrumentalisiert wird. Dabei sollte es gelten, die eigentlichen Hintergründe und Ursachen für Zionismus und der Installation einen jüdischen Gottesstaat in Palästina zu ergründen.
So geht es nicht darum das Rad der Geschichte zurück zu drehen, sondern Voraussetzungen zu schaffen, dass die Völker in dieser Region gleichberechtigt nebeneinander und vor allem miteinander in Gegenwart und Zukunft leben können. Dieses wäre am besten mittels eines einheitlichen Staatsgebildes möglich, in welchen Staat und Kirche konsequent getrennt werden, sowie Rassismus, Chauvinismus, Apartheid und alles was taugt Menschen gegen ihr eigentliches Interesse einzunehmen, keinen Platz findet.
Aber wie schon geschrieben, eine einheitliche Staatlichkeit ist zwar notwendig, aber nur möglich, wenn die Initiative dafür von den Völkern selbst ausgeht und nicht von den jeweils herrschenden Kasten. Der Autor hat durchaus Recht, wenn er die Möglichkeit eines gemeinsamen Staates negiert, innerhalb des gegenwärtigen Gefüges ist dieses sicher nicht möglich.
Dieser Artikel wurde ausgedruckt ab Was so bewegt!: http://kucaf.de
URL zum Artikel: http://kucaf.de/2010/06/30/es-kann-nicht-sein-was-nicht-sein-darf/
URLs in this post:
[1] Beitrag: http://www.jungewelt.de/2010/06-30/001.php
[2] Beitrag: http://www.jungewelt.de/2010/06-15/020.php
Klicken hier zum Drucken.