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Juni 2010
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Archive für Juni 2010

Zwei interessante Erlebnisberichte zum 17. Juni 1953.

Zwei interessante Erlebnisberichte zum 17. Juni 1953.

Nun ist die Rede der Frau Schwan vor dem Bundestag zum 17. Juni Gegenstand einer Diskussion in der Mailingliste der Freidenker. Jedenfalls und um nichts Falsches zu schreiben, in der Liste, auf welche von der Internetpräsens aus verwiesen wird. Dabei handelt es sich um eine durchaus kontroverse, aber auch notwendige Diskussion. Zwei Beiträge werde ich hier her kopieren, da sie bezeichnend für die Zeit damals, wie auch heute sind. Es handelt sich um Reflexionen der Vorgänge aus verschiedner Sicht, vom gegenwärtigen Standpunkt der Autoren aus. Interessant ist, dass ein Autor aus den alten Bundesländern stammt und während der Ereignisse im Juni 1953 in der DDR war und der zweite Beitrag stammt von einer Autorin, welche damals die Vorgänge in Berlin erlebte. Als erstes hier der Beitrag von Hannelore, welcher als Reaktion auf folgende Beitrag von mir veröffentlicht wurde.     

Ich hatte geschrieben:

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Der 17. Juni und ein alter Witz!

Der 17. Juni und ein alter Witz!

 

Ein Gedanke zum 17. Juni, ehemals ein Feiertag in der alten BRD, welcher heute immer noch als Gedenktag instrumentalisiert wird.

In diesem Zusammenhang ist durchaus zu bedenken, wann haben die herrschenden Kreis in der BRD schon einmal die Interessen der Arbeiterklasse, oder anderer werktätiger Schichten wahrgenommen? Sind sie nicht eher geneigt Proteste klein zu reden, zu kriminalisieren und gegebenenfalls auch zusammenzuknüppel? Ja, wem nutzt letztlich die weitere Instrumentalisierung des 17. Juni 1953? Doch nur jenen Kreisen, welche beständig bestrebt sich, aufzuzeigen, dass es keine Alternative zu den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen gibt und die Menschen im gemeinsamen Boot, mit ganzer Kraft weiter auf den Wasserfall zu rudern müssen, zu welchen die Strömung ohnehin schon treibt, die Gefahr des Rauschens und der Höhe dabei ignorierend.

 

Dazu fällt mir ein alter Witz ein:

Ein Mann musste durch eine Wüsste und am besten war dieses mit einem Kamel zu bewerkstelligen. Da er aber kein eigenes besessen hat, ging er in eine Kamelausleistation, dort gab es nur noch ein Kamel und der Verleiher verwies auf eine Besonderheit des Kamels. Es gehorchte nur auf ganz bestimmte Worte, so musste man jeu sagen, damit es sich in Bewegung setzte, sagte man jeu, jeu, so lief es schneller und wem dieses noch zu langsam war, der konnte es mit jeu, jeu, jeu zu wahren Höchstleitungen animieren. Aber Achtung und der Vermieter verwies darauf, dass das Kamel nur anhalten würde, wenn man amen sagt.

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Eine Studie mit Folgen, die folgen!

Eine Studie mit Folgen, die folgen!

Eine Studie wurde gemacht und die Ergebnisse wurden ausgewertet, Schlüsse gezogen, Schuld zugewiesen und für die Zukunft orakelt. So auch im Beitrag mit der viel sagenden Überschrift: „Nur die Reichen gewinnen“! Nun ist dieses zwar alles andere als neu, neu hingegen sind die Reichen, oder besser jene Menschen, welchen hier Reichtum unterstellt wird. Dieses wird in einem anderen, einführenden Beitrag auf Seite 1 der MZ veranschaulicht. Leider konnte ich diesen Beitrag mit dem Titel: „Die Armen werden mehr und ärmer“, nicht in der Internetausgabe finden. In diesem Beitrag wird an Hand von Zahlen über das Einkommen festgestellt, dass „der mittlere Verdienst der oberen Gruppe von 2400 Euro auf 2700 Euro gestiegen“ ist. Im Hauptbericht tauchen diese Zahlen zwar nicht auf, aber ich nehme einmal an, dass die Steigerung in den letzten 10 Jahren stattgefunden hat, da dieser Zeitraum in anderen Zusammenhängen ebenfalls auftaucht. Nicht nur das sich das Bild dadurch etwas relativiert, ist ein konkreter Bezug immer von Nutzen und wird dieser nicht gegeben, so wird es auch bezweckt sein um falsche Schlüsse zu implizieren. Aber nicht nur das, es entsteht in der weiteren Aussage auch der Eindruck, dass es sich gerade bei diesen Verdienern um die Reichen der Gesellschaft handelt.

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Kriminalisierung eines Protestes und was folgt dann?

Kriminalisierung eines Protestes und was folgt dann?

Folgenden Kommentar habe ich zum Beitrag in der MZ hinterlassen:

Nun regt sich Protest gegen den sozialen Kahlschlag, welcher dem Volk als Sparmaßnahmen verkauft wird. Das spielt aber im Bericht hier keine Rolle, viel wichtiger scheint es zu sein, diese Proteste zu kriminalisieren und die Protestierenden zumindest in die Nähe von Terroristen zu rücken. So weit sind wir in diesem Land schon gekommen, dass berechtigte soziale Proteste als terroristische Bedrohung gesehen werden. Dabei steht noch nicht einmal fest, wer die Verletzten letztlich zu verantworten hat. Was hingegen feststeht, ist, dass die Demonstrationen durchaus Erfolgreich waren, schon allein von der Beteiligung her.

Das sich dieses Land nun schon seit einigen Jahren in einem Krieg befindet, welcher mit dem Vorwand den Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu führen begonnen wurde, ist eigentlich schlimm genug, dass nun noch versucht wird Gründe zu finden, diesen Kampf auch gegen die eigene Bevölkerung zu führen, ist schon erschreckend.

 

Eine Demo und so unterschiedlich kann Berichterstattung sein.

Eine Demo und so unterschiedlich kann Berichterstattung sein.

Nun wurde in Berlin und Stuttgart gegen die jüngsten Sparmaßnahmen der Bundesregierung demonstriert und es waren nicht wenige die dem Aufruf folgten. So finden diese Demonstrationen auch in der Presse Beachtung. In der Jungen Welt wird z. B. über Anliegen, Teilnehmerzahl und Forderungen berichtet, dabei finden Auseinandersetzungen mit der Polizei am Rande der Demonstration auch Berücksichtigung. Letzteres hingegen spielt die Hauptrolle im Bericht der MZ, das eigentliche Anliegen der Protestierenden findet nur am Rande Beachtung. Da wird lieber ein Wehklagen angestimmt, um vom eigentlichen Thema abzulenken, ohne zu Fragen, wem die beklagte Aktion überhaupt nutzt. Dem Demonstranten sicher nicht, der bürgerlichen Presse schon eher und besonders den Verfechtern der jüngsten Sparmaßnahmen, zu Lasten der schwächsten der Gesellschaft, denn sie taugt das Anliegen der Demonstrierenden zu diskreditieren. In diesem Zusammenhang sollte es auch nicht versäumt werden, in den Reihen der Nutznießer solcher Aktion nach den Schuldigen zu suchen, anstelle nur einseitig zu verurteilen. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass von Staatswegen provoziert wird. Letztlich und dass hat die Vergangenheit schon offenbart, scheint so manches Mittel recht zu sein, um den berechtigten Protest zu diskreditieren, allein schon um eine Ausweitung solcher Proteste zu verhindern.

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Nationalismus

Nationalismus: bürgerliche Ideologie und Politik im Bereich der nationalen und internationalen Beziehungen, welche die nationalen Klasseninteressen der Bourgeoisie, vor allem ihr Streben nach einem nationalen Markt, nach einem eigenen Nationalstaat und nach Unterdrückung und Ausbeutung der eigenen und anderer Nationen ausdrückt. Der Nationalismus gibt die beschränkten nationalen Interessen der Bourgeoisie als allgemeines Interesse der Nation aus, sie werden als höchster Wert proklamiert. Der Nationalismus ist immer mit der Überschätzung und Überbewertung der eigenen Nation, mit der Geringschätzung und Missachtung anderer Nationen verbunden und sät Misstrauen und Feindschaft zwischen den Nationen. Die soziale Funktion des Nationalismus besteht darin, die Klasseninteressen der Bourgeoisie mit den Interessen der ganzen Nation zu identifizieren, die Arbeiterklasse und alle Werktätigen mittels der nationalistischen Ideologie und Psychologie den Klasseninteresse der Bourgeoisie zu unterwerfen und sie zur Durchsetzung bürgerlicher Ziele im Namen der Nation zu mobilisieren. Der Nationalismus soll die internationale Solidarität der Arbeiterklasse untergraben und ihren internationalen Zusammenschluss zum Kampf gegen das Kapital verhindern. Nationalismus entsteht im Zusammenhang mit der Herausbildung der kapitalistischen Nationen.  … weiter …

Nation:

Nation: Struktur- und Entwicklungsform der Gesellschaft in der kapitalistischen und kommunistischen Gesellschaftsformation. Die Nation entsteht gesetzmäßig mit der Herausbildung der ökonomischen Gesellschaftsformation des Kapitalismus als Produkt ökonomischer, hierauf beruhend auch sozialpolitischer, kultureller und ideologischer Entwicklungsprozesse und historischer Klassenkämpfe zwischen den von der progressiven Bourgeoisie geführten Volksmassen und dem Feudaladel. Die Funktion der Nation im gesellschaftlichen Entwicklungsprozess besteht darin, durch den Zusammenschluss großer Menschengruppen mittels nationaler Beziehungen eine Form des Zusammenwirkens der Menschen zu schaffen, in deren Rahmen sich Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse, Kultur, Wissenschaft und Technik in wachsendem Maße entfalten können. Die Nation ist ein wichtiges Element der Struktur der kapitalistischen Gesellschaftsformation; diese entwickelt sich konkret-historisch immer in der Form einer bestimmten kapitalistischen Nation. Nach dem Sieg der sozialistischen Revolution bleibt die Nation ein wichtiges Element der Struktur der kommunistischen Gesellschaftsformation: Die sozialistische Gesellschaft als erste Phase dieser Gesellschaftsformation entwickelt sich konkret-historisch immer in der Form einer bestimmten sozialistischen Nation. Als Entwicklungsform der Gesellschaft ist die Nation eine bedeutende geschichtliche Kraft, die den gesellschaftlichen Fortschritt beschleunigt.

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Dummheit

Dummheit

Wer meint, dass andere Menschen dumm sind, nur weil sie nicht zu den selben Schlüssen kommen, wie man selbst, dokumentiert damit eigentlich nur seine Dummheit!

Wenn vorgebliche Dummheit für Ablenkung sorgt!

Wenn vorgebliche Dummheit für Ablenkung sorgt!

Hier findet sich ein interessanter Artikel welcher sich mit der vermeidlichen Dummheit von Politikern auseinandersetzt und dieses Etikett als den eigentlichen Etikettenschwindel enttarnt welches es eigentlich ist. Die Überschrift hingegen sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es diese Täuschungen nicht nur in der benannten Gruppe gibt, sondern durchaus weiter verbreitet ist. Hierbei gilt es zu beachten, wem solche Täuschungen eigentlich nutzen, da damit viele Ursachen gesellschaftlicher Probleme an der Dummheit von Politikern festgemacht werden und von den eigentlichen Ursachen, welche den gesellschaftlichen Verhältnissen entspringen, abgelenkt wird.

Dabei ist zu beobachten, dass gerade auch in diesen Fälle überwiegend von einem idealistischen Standpunkt herangegangen wird. Jedenfalls weltanschaulich betrachtet, dieses offenbart sich in der Diskussion zum Beitrag, zum Beispiel auch an Hand des Begriffes Demokratie, ja was ist diese eigentlich, sicher keine all selig machende Form der Politikgestaltung. Aber was ist eigentlich Politik?

Egal, der Beitrag ist gut geschrieben und trifft einen Nerv der Zeit.

 

… weniger“ für die Bürger der Stadt Quedlinburg „auszugeben”!

Fatale Logik, Einnahmen werden erhöht, um Ausgaben zu sparen!

Heute wird in der MZ über beschlossene Steuererhöhungen in Quedlinburg berichtet und so habe ich zum entsprechenden Beitrag einen Kommentar geschrieben, leider stehen nur 1000 Zeichen zur Verfügung und so war es notwendig den Text etwas zu kürzen. Folgen Text habe ich unter Leserkommentare platziert.

 

Fatale Logik, welche Leistungskraft negiert!

Nun scheint es ein Rezept zu sein, Steuern zu erheben um Kosten zu sparen. Das aber gerade mit der Grundsteuer, eine Steuer erhöht wird, welche von jeden Bürger unabhängig vom Einkommen zu zahlen ist, verweist eigentlich nur auf die allgemein übliche Tatsache, dass Bürger nicht entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit, sonder pauschal, ohne Rücksicht auf Verluste, besteuert werden. In diesem Zusammenhang ist es eigentlich müßig, darauf zu verweisen, dass in anderen Kommunen die erhöhten Steuern ohnehin schon vordem höher waren. Anders verhält es sich mit der Gewerbesteuer, diese wird im Gegensatz zur Grundsteuer nicht pauschal erhoben, sondern dem Gewinn entsprechend, und wo kein Gewinn erwirtschaftet wird, wird keine Steuer erhoben.

In diesem Zusammenhang ist der zitierte Satz des CDU Abgeordneten: “… Wir sollten den Bürgern aber auch zeigen, dass wir nicht nur mehr Geld von ihnen haben wollen, sondern auch bereit sind, weniger (für die Bürger) auszugeben”, durchaus bezeichnend.

 

Nachsatz:

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