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Zum Thema Israel und ein Positionspapier.
Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 4.7.2010 @ 21:25 In Spuren/Gefunden, Gedanken | 1 Kommentar
Zum Thema Israel und ein Positionspapier.
[1] Hier wurde auf ein [2] Positionspapier verwiesen, welches sich auch in der [3] Jungen Welt vom Wochenende wieder findet und auf dieses ich hier ebenfalls verweisen möchte.
Nach dem ich auf dem Verweiß gestoßen bin, habe ich das Positionspapier überflogen und einen Kommentar geschrieben, welcher die positiven Aspekte nicht ausreichend würdigte, sonder, eine dem Lesen, dem ersten Eindruck folgende Kritik entsprach. Nun hatte ich genug Zeit dieses Positionspapier nochmals zu lesen und auch etwas gründlicher, was zur Folge hatte, dass ich meine ursprüngliche Kritik relativiert habe, einen weiteren [4] Kommentar geschrieben und zu dem Entschluss gekommen bin, dass dieses Papier zu unterstützen und diskussionswürdig ist.
In diesem Zusammenhang möchte ich es nicht versäumen auf ein [5] Interview in der Jungen Welt zu verweisen, welches durchaus als Ergänzung zum Thema gesehen werden kann.
Erster Kommentar:
Hallo Sepp,
so scheinen wir hier nicht auf einer Wellenlänge zu liegen und gelegentlich hatte ich mich zu dieser Problematik ja schon geäußert und so dürfte Dir meine Meinung nicht fremd sein. Diesem Standpunkt entsprechend, kann ich dieses Blasenreiche, historische Entwicklungen Fehlinterpretierende Schriftstück nicht für gut befinden. Zwar wird die Situation in der Region geschildert, die eigentlichen Ursachen werden aber verdreht, oder bleiben gar im dunkel.
Hier wird Kritik geübt, aber sehr oberflächlich, was zur Folge hat, dass diese letztlich über einfache Rhetorik nicht hinausgeht.
Hier wird sich erregt, wie sich oft erregt wird, nur über diese Erregung hinaus wird dieses Schreiben kaum Wirkung haben. Und das solange die eigentlichen Ursachen für die Situation in dieser Region nicht benannte werden, solange das zionistische System in Israel nicht als dass erkannt wird, was es eigentlich ist, nämlich die jüdische Form des Faschismus, ja, solange Faschismus nicht als das wahrgenommen wird, was er ist, solange wird eine jede Kritik an der Oberfläche zerschellen, welche sie nicht durchdringen kann, oder auch will.
Damit wir uns aber nicht zu sehr entzweien, werde ich mir die Mühe machen und den gesamten Text kommentieren, in der Hoffnung meine Kritikpunkte entsprechend plausibel am Text zu begründen. Da der Text selbst einen erheblichen Umfang hat, wird dieses etwas Zeit in Anspruch nehmen.
In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass Du Definitionen von [6] Zionismus und Chauvinismus aus meinem Blog übernommen hast, auf welche ich hier noch einmal verweisen möchte.
Solidarischen Gruß
Thomas
Zweiter Kommentar:
Hallo Sepp,
nun habe ich mich dreimal mit diesem Aufruf beschäftig, ihn herauskopiert und mit Bemerkungen versehen und bin zu dem Schluss gekommen: Er ist des Unterstützens wert!
Einmal davon abgesehen, dass viele Worte verwendet werden, welche eigentlich schon zu Worthülsen verkommen sind, da sie oftmals ihres eigentlichen Inhalts beraubt wurden, gibt es auch den einen und anderen historischen Ansatz, wie die Ursachen der Entstehung des Zionismus zum Beispiel, um welche gestritten werden könnte. Ins gesamt gesehen und die gegenwärtigen Entwicklungen berücksichtigend, ist dieses aber nicht von entscheidender Bedeutung.
Was mich aber hauptsächlich störte, war die Einschätzung der Situation hierzulande, da werden Forderungen aufgestellt, in dem Aufgezählt wird, was alles von diesem Land nicht mehr ausgehen sollte, ohne zu berücksichtigen, dass vieles von dem hierzulande längst wieder Realität ist. Interessant auch wofür gekämpft wird und die Ziele sind es wert unterstützt zu werden, aber schon allein bei der Überwindung ungleicher Ressourcenverteilung sind wir wieder bei einer Sprech-Blase angelangt. Wie soll dieses zum Beispiel realisiert werden, wo doch die Natur die meisten Ressourcen schon ungleich verteilt hat? So hört sich einiges gut an, nur über den Sinn sollte nicht unbedingt nachgedacht werden. Oder nehmen wir solche Formulierungen wie: „terroristische Nazi-Diktatur führte zur Zerschlagung der stärksten Arbeiterbewegung außerhalb der Sowjetunion“. Und einmal davon abgesehen, dass die Hauptaufgabe des Faschismus darin besteht die Arbeiterbewegung zu zerschlagen, stellt sich hier die Frage, kann es auch eine nicht terroristische faschistische Diktatur geben? In diesem Zusammenhang verwende ich nicht ohne Grund den Begriff Faschismus anstelle des Begriffes Nazi. Dabei sei angemerkt, der Nationalsozialismus, als die spezifische Form des deutschen Faschismus, hat dieselben Wurzelen wie der Zionismus, als die spezifische Form des jüdischen Faschismus. Auch hat beides mit Religion nur in sofern zu tun, dass sie diese maximal für ihre Interessen nutzen! Ein Zeichen dafür ist, wie sich der jüdische Staat definiert, als Vertreter aller Juden weltweit und nicht der Menschen, welche im territorial begrenzten Raum des beanspruchten Landes leben.
Aber egal und egal ist 88, die Kritik ist berechtig, genau wie die Forderungen. In diesem Zusammenhang werden die Zustände treffend geschildert und realistische Schlüsse gezogen, sowohl für die Palästinenser, als auch für Israel. In der Konsequenz und Komplexität habe ich wenig wie dieses zum Thema gelesen, es wird eine klare Position für einen dauerhaften Frieden im nahen Osten bezogen.
Noch ein Gedanke: An mehreren Stellen wird das Versagen der Arbeiterbewegung angeprangert, ohne die Ursachen dieses vorgeblichen Versagens auch nur im Ansatz zu ergründen. Dabei kann es auch nicht darum gehen, Partei für Schwächere zu ergreifen, dieses kann man übrigens nur aus einer Position des Stärkeren heraus, sondern Partei für uns selbst zu ergreifen, den wir gehören genauso zu den Schwächeren, wie die Völker Israels und Palästinas. Und wir sind ein Teil der Arbeiterbewegung, welcher versagt hat und immer noch versagt und dieses Versagen wird nicht dadurch kleiner, in dem der eigentlichen Konflikt, welcher hinter den angeprangerten Taten steckt, nicht offen gelegt wird. Dieser wird offensichtliche, wenn einmal von allem nationalen, religiösen, rassischen und was es noch alles gibt, abgesehen wird, dann tritt der eigentliche [7] Widerspruch zu tage, dann tritt der eigentlich geführte Kampf in den Vordergrund, der [8] Klassenkampf.
Der Hauptgrund der Gründung des Staates Israel war nicht dem Volke Israel eine Heimat zu geben, diese hatte die Juden in den Ländern, in denen sie lebten und sich weitestgehend integrierten, so fern und in dem Maße wie man es ihnen zubilligte, sondern die staatliche Manifestierung zum Zwecke der Interessenvertretung. Das jüdische Kapital verfügte zwar über erhebliche ökonomische Macht, konnte diese aber nur sehr bedingt durch politische Macht ergänzen.
Aber was soll es, der Aufruf ist gut und es ist ihm zu wünschen erfolgreich zu sein und vor allem Verbreitung zu erfahren. Er zeigt aber auch, dass es gerade auch zu diesem Thema noch einiges an Diskussionsbedarf gibt. Das merke ich auch hier, so fällt mir gerade ein, dass die deutsche Politik gegenüber Israel zu recht verurteilt wird, aber sich dabei mit den Vorwänden dieser beschäftigt wird, anstatt die dahinter stehenden gemeinsamen Interessen offen zu legen.
Aber nun genug und vielleicht sehe ich es nicht richtig, so das meine Kritik unbegründet ist, in diesem Fall würde ich Dich bitten mir zu zeigen wo ich falsch liege und meine Einschätzung unbegründet ist. Gern bin ich bereit zu lernen, wobei, der Sache nach stimme ich dem Aufruf zu, der Inhalt verdient Kritik.
Solidarischen Gruß
Thomas
P. S. Was mich wundert, dass mein obigen Beitrag nicht auf Widerspruch gestoßen ist, aber vielleicht ist es ja bei diesem der Fall.
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[1] Hier: http://kritische-massen.over-blog.de/article-ein-wichtiges-positionspapier-von-s
teinbergrecherche-53157628.html
[2] Positionspapier: http://www.steinbergrecherche.com/10positionspapier.htm
[3] Jungen Welt: http://www.jungewelt.de/2010/07-03/032.php
[4] Kommentar: http://kritische-massen.over-blog.de/article-ein-wichtiges-positionspapier-von-s
teinbergrecherche-53157628-comments.html#comment64462279
[5] Interview: http://www.jungewelt.de/2010/07-03/009.php
[6] Zionismus: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2010/06/01/zionismus/
[7] Widerspruch: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2009/12/16/grundwiederspruch-des-kapitalismu
s/
[8] Klassenkampf: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2010/01/09/klassenkampf/
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