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Ein Imperium, dessen Politik und deren Folgen!
Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 20.8.2010 @ 14:00 In Spuren/Gefunden, Gedanken | 2 Kommentare
Ein Imperium, dessen Politik und deren Folgen!
Ein interessanter Text findet sich [1] hier, leider bleibt der Autor auf halben Weg stehen, aus diesem Grund habe ich folgenden Kommentar hinterlassen:
Ja Sepp,
ein interessanter Beitrag, nur bleiben die eigentlichen Ursachen der beschriebenen Problematik im Dunkeln. Es wird veranschaulich was die eigentlichen Grundlagen der US-Amerikanischen Demokratie sein sollten und in wieweit sich die politischen Verhältnisse verschoben haben, nur würde sich etwas ändern, wenn in den USA die politischen Strukturen wieder errichtet würden, welche die Gründerväter vorsahen?
So richtig die Aussagen in diesem Beitrag auch sind, die Lösung des Problems Imperium wird aber in der Vergangenheit gesehen, also in einer Zeit, als das Imperium selbst noch Zukunft war. Die Frage warum es zum Imperium gekommen ist, die objektiven Ursachen dieses, bleiben leider im Dunkeln, genauso wie die objektiven Ursachen für Kriege selbst. Dabei ist die Feststellung: „Für die Vereinigten Staaten von Amerika wird die Fortsetzung ihrer imperialistischen Außenpolitik, und alle Zeichen deuten darauf hin, das diese fortgesetzt wird, schlussendlich zum wirtschaftlichen und sozialen Kollaps führen.“, interessant und wirft durchaus einige Fragen auf. So stellt sich die Frage, führt diese Außenpolitik zum wirtschaftlichen und sozialen Kollaps, oder sind die Ursachen nicht doch anders geartet? Wenn dem nämlich so wäre, wäre es relativ einfach das Problem zu lösen, und zwar nur dadurch, dass die Außenpolitik geändert wird. In diesem Zusammenhang sollte nicht nur darüber nachgedacht werden, ob ein imperialistischer Staat überhaupt in der Lage ist, eine nicht imperialistische Außenpolitik zu betreiben, sondern auch darüber, ob nicht der permanent herannahende wirtschaftliche und soziale Kollaps ein Ursache für diese Politik ist? Wenn nun aber die imperiale Außenpolitik nicht die Ursache für die Verwerfungen innerhalb der Gesellschaft ist, sondern eine Folge, dann bleibt zwangsläufig die Frage nach den eigentlichen Ursachen nicht erspart. Das Problem, welches im Beitrag zu Recht angesprochen wird, wird somit zwar entschärft, aber nicht gelöst, da selbst einem Mythos aufgesessen.
Es wird anerkannt, dass Krieg ein Mittel der Politik ist, der Sicherung von Einflusssphären, Rohstoffquellen und Absatzmärkten dient, aber nicht das Krieg selbst ein direktes Instrument der Wirtschaft ist, um den Reproduktionsprozess in Gang zu halten, zu beschleunigen und somit Kapital immer schneller akkumulieren zu lassen. Das in diesem Zusammenhang Krieg auch ein „hervorragendes“ Mittel zur Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums ist, belegt gerade auch folgende Aussage: „Der Irakkrieg allein hat über eine Billion Dollars verschlungen, 4.000 Amerikaner und rund 650.000 Iraker sind getötet worden. Afghanistan und Irak kosten weiterhin um die $ 12 Milliarden im Monat, mit 1.200 Toten in Afghanistan, und der weltweite Krieg weitet sich aus, während die Obama-Administration steigende direkte Einmischung in Jemen, Pakistan und am Horn von Afrika ins Auge fasst. Die Amerikaner sind unter dem Strich weniger sicher, nicht sicherer.“ Immerhin sind ja die Billionen Dollar nicht irgendwohin verschwunden, sie wurde verschluckt, verdaut und wieder ausgeschieden. Die Frage nur, auf wessen Acker der Dünger gefallen ist? Wobei der Umverteilung, immer die Verteilung vorausgeht und betreffender Acker schon lange hoffnungslos überdüngt ist. Dabei ist es auch nie um Sicherheit für die Menschen gegangen, sondern um Kriegswirtschaft, um Sicherheit fürs Kapital. Dieses veranschaulicht aber auch besonders gut, wie sich Produktivkräfte innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsverhältnisse immer mehr zu Destruktivkräften entwickeln. Die Probleme des Kapitals können aber auch damit nicht gelöst werden, sowenig wie diese mit einer imperialen Außenpolitik zu begründen sind. Die kapitalistische Produktionsweise an sich ist an ihre Grenzen gestoßen und der Akkumulationsprozess des Kapitals in der Realwirtschaft (Wert schöpfend) ist in den notwendigen Maßen schon lange nicht mehr möglich, so dass immer mehr Kapital fiktiv akkumulieren muss, welches letztendlich zu waren Umverteilungsorgien führen, um ihm zumindest den Anschein von realen Kapital zu geben.
Das in diesem Zusammenhang den Menschen auch die Notwendigkeit von Kriegen beigebracht werden muss, ist all zu offensichtlich, gerade wenn diese sich eher von Glaubenssätzen, Demokratie- und Freiheitsvorstellungen bürgerlicher Prägung leiten lassen. Kurz geschrieben, auch die bürgerliche Ideologie hat ihre Aufgabe, auch wenn nicht vergessen wird, darauf zu verweisen, dass man eigentlich nicht ideologisch ist. Ja, Krieg ist eine Ware, welche gerade auch dem eigenen Volk verkauft werden muss und in diesem Zusammenhang wird eben zu allen Mitteln gegriffen, die die moderne Werbeindustrie bietet. Geld hat die Eigenschaft, alles in sein Gegenteil zu verwandeln, und so vermag es durchaus auch Kriege in Friedenseinsätze zu verwandeln, genauso wie es aus dumme Menschen kluge machen kann, aus kluge Menschen dumme, aus hässliche, schöne und aus schöne hässliche, obwohl man über Geschmack nicht streiten kann.
Ach so, was in diesem Zusammenhang den Terrorismus anbelangt, sei folgender Satz von Marx angebracht: „Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es [das Kapital] sie beide encouragieren (anfeuern).“ Der Rest des [2] Zitats passt aber auch zum Thema.
Gruß
Thomas
Nachsatz:
Es ist zu beobachten, dass viele Umstände in der Gesellschaft von den verschiedensten Seiten, aus den verschiedensten politischen Richtungen heraus kritisiert werden. Dabei ist man sich in der Kritik oft sogar einig, die daraus abgeleiteten Lösungen sind hingegen sehr verschieden, genauso wie die Ursachen, welche zu Grunde gelegt werden.
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[1] hier: http://kritische-massen.over-blog.de/article-usa-imperialistische-aussenpolitik-
fuehrt-zur-zerstoerung-der-buergerlich-demokratischen-republik-55675846.html
[2] Zitats: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2010/07/23/profit-und-waghalsigkeit-des-kapi
tals/
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