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Archive für 10.9.2010

Auseinandersetzung mit einem „Hilfsarbeiter“ an ideologischer Front.

Auseinandersetzung mit einem „Hilfsarbeiter“ an ideologischer Front.

Hier wird sich mit einem Interview beschäftigt, welches mit entsprechenden Kommentaren versehen wird. Allein die kommentierten Textstellen verweisen auf die Brisanz der hetzenden Inhalte. Die Widersprüche in der Gesellschaft spitzen sich zu und es werden alle Register gezogen um dieses zu kaschieren und die Ursachen gesellschaftlicher Verwerfungen ihren eigentlichen Kern zu entziehen und ablenkend auf zu schaffende Sündenböcke zu Projektzieren. Das in diesem Fall auf altbewährte Mittel zurückgegriffen wird und die Menschen nicht ihrer Stellung innerhalb einer Gesellschaft entsprechend betrachtet werden, sondern zum Beispiel an Hand ihrer Religionszugehörigkeit Unterschiede manifestiert werden, ist nicht neu.

Leider gelingt es so oft Menschen gegeneinander zu vereinnahmen, obwohl sie objektiv dieselben Interessen haben, denselben Repressionen ausgesetzt sind und dieselbe Not erleiden müssen. Wenn im Interview zu lesen ist: „Aus Deutschland, einst dem Land der Dichter und Denker, wird Dank Zuwanderung aus kulturfernen Ländern jetzt rasend schnell das Land der Hilfsarbeiter.“, so stellt sich nicht nur die Frage nach der beschränkten Vorstellung von Kultur, welche Ulfkotte hat, sonder seine Auslassungen legen durchaus auch Zeugnis ab, von der teilweisen Richtigkeit seiner Aussage, nur sind nicht die Zuwanderer schuld, sondern die Verhältnisse in diesem Land selbst. Ja, dieses Land ist auf dem besten Wege ein „Land der Hilfsarbeiter“ zu werden und einmal von dem Interview gebenden „Hilfsarbeiter“ an ideologischer Front abgesehen, ist in erster Line die immer schlechter werdenden Bildungsmöglichkeiten für einen immer größeren Teil der Bevölkerung dafür verantwortlich. Heute verlassen Jugendliche die Schulen, welchen elementare Grundkenntnisse für ihre weitere berufliche Bildung fehlen und das auch in Regionen, in welchen es keine, oder nur sehr wenig Zuwanderung gibt.

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Sachsen-Anhalt, was für ein Land!?

Sachsen-Anhalt, was für ein Land!?

Es ist das Land der Frühaufsteher und der früher Sterbenden und nun ist es auch noch „das Zentrum der Angst“! Und das weil 63 % sorgenvoll nach vorn schauen und nicht voller blinden Optimismus, oder dumpfen Pessimismus ihre Zukunft sehen. Dabei ist die Sorge den Arbeitsplatz zu verlieren mit 82 % am größten und bundesweit wird so Platz 1 eingenommen. Insgesamt wurde nach den 16 größten Ängsten gefragt und es konnte festgestellt werden, dass sich „das allgemeine Besorgnisniveau gesamtdeutsch langsam angeglichen“ hat. So trägt die deutsche Einheit nach zwanzig Jahren Früchte und wenn so manche Unterschiede weiter bestehen, ja gar noch wachsen, in ihren Ängsten zumindest scheinen die Deutschen weiter zusammen zurücken.

Einmal davon abgesehen, dass ich bis heute nicht einmal wusste, dass es einen „Angstindex“ gibt, ist es schon zu begrüßen, dass der Illusionismus langsam aber sicher schwindet und Realismus an Raum gewinnt. Letztlich handelt es sich dabei weniger um Ängste, als vielmehr um eine realistische Einschätzung der eigenen Situation und der Aufgabe so mancher Illusion. Ja, willkommen im Leben! Da verwundert es auch nicht, dass auf der „Ängste-Rangliste“ familiäre Belange weit hinten zu finden sind, da die eigentlichen Probleme, welche die Menschen bewegen, gesellschaftlichen Ursprungs sind. In diesem Zusammenhang ist aber auch zu erkennen, das manche medial überbetonte Ängste Eingang ins Bewusstsein gefunden haben und dort überproportionale Wirkung zeigen, wie die Angst vor Terrorismus z.B.

Jedenfalls hat Sachsen-Anhalt einen neuen Rekord und vielleicht ist es ja an der Zeit die Schilder an den Autobahnen, mit der Aufschrift: „Sachsen-Anhalt, Land der Frühaufsteher“ (oder so ähnlich), zu ersetzen, durch solche mit der Aufschrift: „Sachsen-Anhalt, Zentrum der Angst“!

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