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Der “Hofmaler” und die Hofberichterstattung.
Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 10.2.2011 @ 23:26 In Spuren/Gefunden, Leserbrief, Gedanken | Keine Kommentare
„[1] Es gibt keinen Königsweg“, so ist ein Interview mit einem Hallenser [2] Künstler, in der MZ von heute Seite 4, überschrieben, welcher seine Meinung zu den Hartz – Errungenschaften, im Zusammenhang mit den gegenwärtig diskutierten „Reformen zu den Hartz - Reformen“, abgibt. In diesem Zusammenhang scheut dieser Herr nicht einmal davor zurück, die neoliberale Posaune zu blasen, und einzig die Kinder verdienen Unterstützung. Diese sind ja immerhin die Zukunft dieses Landes, sollen sie jedenfalls sein! Das es aber den Kindern nicht besser gehen kann, als ihren Eltern und wie es die gesellschaftlichen Verhältnisse zulassen, scheint dem Künstler hingegen nicht einzuleuchten. So sieht er in diesem Zusammenhang auch Existenzangst als eine positive Triebkraft. Zwar scheint dieses einem ausgeprägten Masochismus geschuldet zu sein, aber immerhin hält Angst dieses System am laufen. Damit hat er nicht einmal so unrecht, denn im ersten Moment ist Angst sogar Triebkraft, im zweiten Moment hebt sie sich auf, um unter anderen Vorzeichen als Triebkraft wiederzukehren, in dem sie sich gegen die Gewaltausübenden selbst wendet.
Recht hat er natürlich, wenn er sagt; „weil schließlich auch die Wertschätzung der Kinder auf dem Spiel steht“, denn diese steht wirklich auf dem Spiel. Nicht das Kinder in diesem Land von Seitens der Politik und Wirtschaft etwa wert geschätzt werden, sondern die Wertschätzung der Kinder, für ein System, welches sie der Möglichkeiten beraubt, sich zu selbstbewussten, allgemein gebildeten Persönlichkeiten zu entwickeln. Das der Herr „Handlungsbedarf … beim Mindestlohn“ sieht, lässt vielleicht hoffen, aber über dieses Thema wird selbst schon in Unternehmerkreisen nachgedacht.
Nun ja, da wir in einer Angst getriebenen Gesellschaft leben, gehen Erfahrung mit schlecht bezahlter Arbeit am Maler aus Halle nicht vorbei, und so stellt er fest: „Ich habe Freunde, die auf bei einer großen deutschen Firma beschäftigt sind. Es ist erschreckend, was dort bei harter körperlicher Arbeit unter dem Strich bleibt für den Arbeitnehmer. Das ist nicht weit entfernt von . Und es stellt sich schon die Frage, warum man überhaupt noch arbeiten gehen soll.“ Eine durchaus berechtigte Frage, und damit Menschen für so wenig Geld arbeiten gehen, wurden die Hartz-Gesetze ersonnen! Diese haben eben die Aufgabe, Menschen in solche Tätigkeiten zu zwingen und zu halten. Aber auch für dieses Problem gibt es mindestens zwei Lösungen, eine wäre, die Löhne rauf, mindestens auf ein Existenz sicherndes Niveau, was einen entsprechend hohen Mindestlohn bedeuten würde, die andere Lösung würde darin bestehen, den Abstand zum Hartz - IV - Bezug in die andere Richtung auszubauen. Welche Ansicht dem Maler näher liegt, kann aus der Aussage: „eine Grundsicherung würde nur zu Lethargie führen“, abgeleitet werden. Und wer möchte schon lauter lethargische Menschen? Springen sollen sie, laufen, sich beschäftigen, selbst wenn dieses nur aus Angst geschieht! Dabei ist es nicht die materielle Sicherheit, welche Menschen lethargisch werden lässt, sondern die Unsicherheit, die Ausweglosigkeit, die Perspektivlosigkeit. Und was ist für den Maler „das größte Problem: Die klaffende Schere zwischen denen, die bis zum Umfallen arbeiten, und jenen, die gar nicht arbeiten. Dabei sind die Arbeitenden oft nicht glücklich und haben das Gefühl, ausgequetscht zu werden.“
Nicht etwa die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich, wobei er mit den Nichtarbeitenden sicher nicht die Reichen meint, sondern die Schere zwischen denen, die bis zum Umfallen arbeiten müssen und denen, die zu Hause sitzen und es sich “mit Hartz IV gut gehen lassen”. Wem wundert es, das die Arbeitenden mit diesem Gedanken im Hinterkopf „oft nicht glücklich“ sind und „das Gefühl haben, ausgequetscht zu werden.“ Nur von wem werden sie ausgequetscht, von den Hatz – IV – Beziehern, welche unter Umständen Glücklich wären, auch ausgequetscht zu werden? Dabei ist es im unterem Lohnniveau egal, ob die Repressionen der Arge über einen kommen, oder die des so genannten Arbeitgebers, welcher ohne die Arbeit des Arbeitnehmers wirtschaftlich nicht agieren könnte.
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Zum Artikel selbst habe ich folgenden Kommentar, leicht abgeändert (da maximal 1000 Zeichen), im Internet hinterlassen:
Der Hofmaler und die Hofberichterstattung, eine Symbiose zur Rechtfertigung politischen Treibens. Nicht uninteressant und wenn es Menschen gibt, welche die Angst brauchen um motiviert zu werden, so möge es so sein. Dabei haben Ängste durchaus motivierende Wirkung, nur dauert es nicht lange, bis sie in ihr Gegenteil umschlagen und demotivieren. In der Regel tritt dieser Zustand spätestens dann ein, wenn die Ausweglosigkeit einer Situation erkannt wird. Wesentlich motivierender ist ein sicheres Auskommen, welches Hartz IV Bezüge plus Wohngeld nicht sind. Auch möge es nicht genügend Jobs geben, wie in einem Kommentar zu lesen, aber es gibt genügend Arbeit! Sich der Frage zu verschließen, wem Harzt IV eigentlich nutzt, ist zwar allgemein üblich, sie sich zu stellen aber notwendig. Letztlich hat dieses System die Zahl der prekären Beschäftigungsverhältnisse in die Höhe schnellen lassen, was gleichbedeutend mit einer Subventionierung von Unternehmen ist, welche immer mehr Beschäftigte, immer schlechter bezahlen.
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[1] Es gibt keinen Königsweg: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtike
l&aid=1297103586068
[2] Künstler: http://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_G%C3%B6tze
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