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Aufgabe der Rechtsstaatlichkeit, durch praktiziertes Faustrecht!

In der Onlineausgabe der FAZ findet sich ein Kommentar, in welchem sich der Autor müht die geäußerte Freude der Bundeskanzlerin zu rechtfertigen. Letztlich wird festgestellt, dass es den kritischen Deutschen an Verständnis mangelt. Dass dabei das „Heldentum“ US-amerikanischer Killerkommandos positiv herausgestellt wird, wundert in diesem Zusammenhang wenig, genauso wenig, wie die Feststellung, dass Frau Merkel eigentlich nur die falschen Worte gewählt hat, um ihre Freude auszudrücken. Interessant, aber auch erschreckend sind die Kommentare zum Beitrag, da wird über die Tragweite eines solchen Vorgehens nicht nachgedacht, und in das Kriegsgeschrei eingestimmt. Hier wird ein Volk nach und nach auf Krieg eingestimmt, einen Krieg, in dem solche oder ähnliche Kommandoaktionen zur Tagesordnung gehören. Das damit auch sämtliche bürgerlichen Rechte, die praktizierte Rechtsstaatlichkeit selbst in Frage gestellt werden, kommt vielen anscheinend nicht einmal in den Sinn.

Zum Beitrag selbst hatte ich folgenden Kommentar hinterlassen:   

Aufgabe der Rechtsstaatlichkeit, durch praktiziertes Faustrecht!

Das nun die Kanzlerin diesen Tod bejubelt, welcher nach neuren Erkenntnissen durchaus vermeidlich gewesen wäre, stimmt schon bedenklich, besonders wenn die Art und Weise Berücksichtigung findet. Letztlich wird mit einem solchen Verhalten auch die Vorgehensweise legitimiert, mit welcher sich die USA offen auf das Niveau der Terroristen begeben hat. Terrorismus also als eine Form der Politik eines Staates praktiziert, dabei wird Rechtsstaatlichkeit zu den Akten gelegt und durch simples Faustrecht ersetzt.

Letztlich ist zu Fragen, wer Krieg in dieser Welt führt und mit bin Laden hat sich die USA eigentlich nur eines Werkzeuges entledigt. Er wurde schlichtweg nicht mehr gebraucht, er und seine Organisation waren immer schlechter zu instrumentalisieren und verloren beständig an Bedeutung und Wirkung. Sein Tod hingegen lässt sich durchaus instrumentalisieren.

Gestern hatte ich einen anderen Beitrag, in einer Mailingliste folgendermaßen kommentiert:

Nun …, einiges wurde über den Tod des Mannes geschrieben, die einen jubeln, aber andere stehen diesem sehr kritisch gegenüber. Dabei stand sicher nicht die Mordung eines Andersdenkenden im Vordergrund, denn die US-Behörden, speziell die CIA, hatten viel mit bin Laden gemeinsam, es kann sogar von einem sehr innigem Band gesprochen werden. Das in diesem Zusammenhang Religion als ein Mittel zum Zweck ge- und missbraucht wird, haben sie durchaus gemein. Nun hatte der Mohr aber seine Schuldigkeit getan, seine Popolarität war am Boden und so wurde sich vom langjährigen Gefährten in einer Art und Weise getrennt, von welcher sich die USA eine entsprechende Wirkung versprechen. Hier geht es nicht um irgendeinen Glaubenskrieg, oder um den Mord an Andersdenkenden, sondern um zwei Seiten ein und derselben Münze.

Bin Laden war ein Terrorist, im Dienste eines viel größeren Terroristen, und diesen hat er bis zuletzt gedient. Denn egal in welcher Form er und seine Organisation tätig wurden, sie dienten immer den Interessen der USA! Was übrigens gut zu erkennen ist, wenn nicht nur betrachtet wird, wer der eigentliche Ziehvater bin Ladens und seiner Organisation war, sonder auch wenn berücksichtigt wird, wer von deren Taten profitierte. Dabei bietet sein Tod selbst Raum für Spekulationen, er offenbart aber auch sehr gut, von wem die eigentliche Terrorgefahr ausgeht. Das System des Kapitals entzaubert sich selbst, der Kampf sollte somit der Mythenbildung gelten, da hast Du Recht, Aufklärung tut Not!

Gruß

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